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Arbeiten am Restsee dauern noch "über 2020 hinaus"

Arbeiten am Restsee dauern noch "über 2020 hinaus"

Er schluckt unfassbare Mengen an Bauschutt und Nassasche: Die Verfüllung des Restsees - eine gefährliche Tagebau-Hinterlassenschaft der ehemaligen Industriellen Absetzanlage (IAA) an der Ortsausfahrt Böhlen erweist sich als äußerst langwieriges Unterfangen.

Böhlen. Die Renaturierung des Areals wird deutlich mehr Zeit und Geld kosten als ursprünglich gedacht.

Größte Herausforderung des Geländes ist der See, in den 32 Jahre lang bis zum Jahr 2000 Asche aus dem Altkraftwerk Lippendorf eingespült wurde. Und der irgendwann verschwunden sein soll. Enrico Walter, Projektleiter vom Eigentümer Vattenfall Europe geht davon aus, dass dieser Prozess "über das Jahr 2020 hinaus" dauern wird.

Der Flächenzuwachs von 1,2 Hektar pro Jahr wird mit zwei Technologien erreicht. Zum einen arbeitet ein Bagger am Ufer des gefährlichen Sees und bestückt ihn mit Bauschutt. 120 000 Tonnen pro Jahr landen auf diesem Wege in den bislang schier unerschöpflichen Tiefen des instabilen Seeuntergrundes. Parallel dazu wird seit Oktober 2012 mit einer Schute Grobasche in den See eingebracht. Das Spezialschiff übernimmt auf dem Wasserweg die Verfüllung an den tiefsten Stellen. 60 Tonnen Grobasche aus dem Tagebau Peres nimmt das Gewässer pro Ladung der Schute auf. Die Asche versinkt im Boden, der wie ein Schwamm ist. Doch irgendwann wird damit Schluss sein: Mit der Asche soll die Konsolidierung des Untergrundes erreicht werden, erläutert Waldemar Krüger, Planer und Überwacher bei der TGB GmbH. Seinen Worten zufolge wird "die Schute noch zwei Jahre gebraucht, um dann gegebenenfalls Stabilität zu haben. Regelmäßig werden auf dem Gelände Untersuchungen und Messungen durchgeführt, sie geben Anlass zur Zuversicht. Erste Verfestigungen seien bereits festzustellen, so Walter.

Als Bauherr des Vorhabens fungiert die Mitteldeutsche Umwelt und Entsorgung GmbH (Mueg). Es gelten sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen, die nach einem Unfall im Januar 2011 im Uferbereich, der zum Glück glimpflich endete, nochmals überarbeitet wurden.

Weniger problematisch verläuft die Renaturierung des im übrigen Areals. 35 Hektar Wald werden in den nächsten Jahren entstehen. Die ersten zwölf Hektar sind bereits fertig. Vor wenigen Wochen wurde mit einem Schutzwaldstreifen begonnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.11.2014
Saskia Grätz

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