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Borna Arbeitskreis will Weiße Elster im Landkreis Leipzig unter Unesco-Schutz stellen
Region Borna Arbeitskreis will Weiße Elster im Landkreis Leipzig unter Unesco-Schutz stellen
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00:17 30.06.2017
Die Weiße Elster in Pegau hat Hochwasser – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2014. Quelle: Günther Hunger
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Landkreis Leipzig

Seit den großen Überschwemmungen 2002 und 2013 wird die Weiße Elster im Westteil des Landkreises Leipzig mehr gefürchtet als geliebt. Dabei ist der Fluss eine Art Schatzkammer für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Annähernd 30 Kilometer zieht er sich zwischen den Städten Zeitz und Leipzig, passiert wildromantische Landschaften wie den Restauenwald Tiergarten (Zeitz), alte Gartenanlagen, aber auch Mühlen, Brücken, Deiche, Seen, Rad- und Reitwege.

Diese Natur zu schützen, zu erhalten und zu entwickeln, hat sich der gemeinnützige Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle/Saale (AHA) verschrieben. Sein Augenmerk richtet sich auf die gesamte 245 Kilometer lange Strecke der Weißen Elster, von ihrem Ursprung im tschechischen Teil des Erzgebirges in As, bis zu ihrer Mündung in die Saale bei Halle-Beesen. „Wir möchten unsere Aktivitäten nun auf den Teil zwischen Zeitz und Leipzig intensivieren“, kündigte der Vorsitzende Andreas Liste an. Der Arbeitskreis unterstützt damit das Vorhaben, weite Teile des Gebietes der Weißen Elster ab Gera, über Markkleeberg, Leipzig und den angrenzenden Landkreisen bis nach Halle zum Unesco-Weltkulturerbe auszuweisen.

Für eine erste Bestandsaufnahme unternahmen Vertreter des Arbeitskreises vor wenigen Tagen eine Fahrradexkursion. „Uns war aufgefallen, dass neben dem naturnahen Verlauf der Weißen Elster häufig geringe Gewässer-Schonstreifen bestehen“, bemerkt Andreas Liste. Das treffe auf weite Teile des Pegauer Raums zu. Der Arbeitskreis fasse daher mehrere Projekte ins Auge, um dem Fluss mehr Überflutungsraum zu geben, gekoppelt an Landschafts- und Naturschutz. „Für den AHA sind länderübergreifende Planungen wichtig“, so der Vorsitzende weiter. Es gehe vor allem um die Wiederbelebung der Altverläufe, Rückgabe von Auen, Einbeziehung der Tagebauseen als auch der Auenlandschaften.

In der Aue zwischen Weißer Elster und Schwennigke stellten die Naturfreunde sehr artenreiche Ackerrandstreifen fest, bestehend aus Malve, Klatschmohn, Hundskamille, Wilder Karde und Kornblume. „Solche Gebiete sollten sich weiter ausbreiten“, findet Liste. Dazu müssten Wiesen partiell gemäht werden, um die Artenvielfalt zu erhöhen und den Schutz von Bodenbruten auszubauen.

Entlang der begradigten Weißen Elster zwischen Elstertrebnitz und Pegau nimmt der Fluss einen gewundenen Verlauf wie ein Mäander. Hier entstehen wertvolle Lebensräume für Uferschwalben, Bienenfresser oder Insekten wie Wildbienen. Andreas Liste weist darauf hin, dass es noch zahlreiche Altverlauf-Reste bei Bornitz, Draschwitz, östlich von Elstertrebnitz und südlich von Pegau sowie in den Bereichen Kobschütz, Döhlen und Wiederau gebe. In Weideroda betrachteten die Vertreter des Arbeitskreises den Einmündungsbereich des Abschlaggrabens in die Weiße Elster. Das Bauwerk bilde eine ökologische Barriere, die einer Alternative bedürfe. Ein fundiertes Konzept sei hier dringend geboten, ebenso für den betonierten Verlauf der Weißen Elster ab der Kläranlage Kleindalzig.

Der Arbeitskreis möchte nun ehrenamtliche Regional-, Orts- und Arbeitsgruppen in der Region zwischen Gera und Zeitz bis Leipzig bilden. Darin könnten Interessenten unabhängig von Alter und Beruf mitwirken.

Kontakt: Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle, Regionalgruppe Leipzig und Umland, E-Mail aha_halle@yahoo.de

Von Kathrin Haase

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