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Borna Arbeitslosigkeit: Sinkkurve flacht sich ab
Region Borna Arbeitslosigkeit: Sinkkurve flacht sich ab
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14:50 19.05.2015

Die Arbeitslosigkeit in und um Borna sank von Dezember 2012 bis Dezember 2013 um 12,2 Prozent, in und um Geithain sogar um 14 Prozent. Allerdings rechnet die Arbeitsagentur in diesem Jahr damit, dass sich die Kurve deutlich abflacht.

In den Wintermonaten Januar und Februar, wenn die meisten Baustellen ruhen und die Freizeitbranche im Freien auf Schmalspur läuft, sind die Arbeitslosenzahlen immer am höchsten. Das war auch im vergangenen Jahr zwischen Markranstädt und Narsdorf so. Mit 7933 arbeitslosen Personen wurde im Januar der Höchststand registriert. Danach nahmen die Zahlen Monat für Monat ab, ehe im Oktober sogar die 6000er-Marke unterschritten wurde. Mit einer Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent fielen im Bornaer Agenturbereich die Monate Oktober und November am besten aus, im Geithainer Raum betrug die Arbeitslosenquote im September sogar nur 7,1 Prozent (siehe Grafik).

Die Chefin der auch für das Leipziger Land zuständigen Arbeitsagentur Oschatz, Cordula Hartrampf-Hirschberg, sieht mehrere Gründe für die anhaltend gute Entwicklung, von der auch der Fiskus profitiert. Neben dem robusten Arbeitsmarkt in der Region, der vom weniger exportabhängigen Mittelstand getragen wird, nennt sie die gute Anbindung des Raumes an die Industriezentren Leipzig und Chemnitz. Die Arbeitslosengeld-I-Empfänger würden sich als flexibel erweisen und die Angebote, die der Arbeitsmarkt in den Großstädten bietet, nutzen, so Hartrampf-Hirschberg. Mehr als die Hälfte der 16 000 Pendler aus dem Agenturbereich Borna verdiene in Leipzig das Geld. "Je näher man nach Leipzig kommt, desto geringer ist die Arbeitslosigkeit", betont die Agenturchefin. Im Bereich Torgau etwa, der immer die höchste Quote aufweise, sei die Zahl der Arbeitslosen wie im Raum Eilenburg von Dezember 2012 zu Dezember 2013 sogar gestiegen.

Erkennbar sei auch, das die Unternehmer an ihren Fachkräften festhalten, so Hartrampf-Hirschberg. Bildungsmaßnahmen für Jobsuchende würden sich im Leipziger Land ebenfalls auszahlen.

Das Juni-Hochwasser sei auf dem Arbeitsmarkt weder negativ noch positiv zu spüren gewesen, erklärt die Agenturchefin. Lediglich im Raum Grimma habe es im Sommer einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegeben. Viele der betroffenen Betriebe hätten die Phase mit Kurzarbeit abgefedert. Nachfolgende Aufträge zur Beseitigung von Schäden hätten im Bausektor für Kontinuität gesorgt.

Für dieses Jahr erwartet Hartrampf-Hirschberg auf dem hiesigen Arbeitsmarkt "eine Seitwärtsbewegung und Stabilität". Denkbar sei höchstens ein leichter Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Gerade im Leipziger Land seien größere Neuansiedlungen nicht bekannt, "auch die Autobahn merken wir im Moment noch nicht". Die Agenturchefin glaubt aber, dass sich mit der guten Verkehrsanbindung sukzessive etwas entwickeln wird. "Dieser Teil des Landkreises braucht noch etwas Geduld, um die Wirkung der A 72 abzuwarten", sagt sie mit Blick auf vorhandene Ansiedlungsflächen. Auch in der Tourismusbranche werde im Neuseenland nach und nach Beschäftigung wachsen.

Hartrampf-Hirschberg schaut jedenfalls zuversichtlich ins neue Jahr. Die Unternehmen gingen von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung aus, es gebe keine Anzeichen für nennenswerte Entlassungen. Und "mit Unternehmen, die sich verändern wollen, sind wir im Gespräch".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.01.2014
Frank Prenzel

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