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Borna Arcadis legt aktuelle Kostenschätzung für ein neues Bornaer Freibad vor
Region Borna Arcadis legt aktuelle Kostenschätzung für ein neues Bornaer Freibad vor
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09:00 19.05.2016
Laut Bornas Bürgermeisterin Andrea Staude (SPD) liegt eine aktualisierte Kostenschätzung von Arcadis vor. Quelle: Foto: André Neumann
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Borna

Wie auch immer der Bürgerentscheid zum Thema Freibad am Sonntag ausgeht, eins scheint bereits jetzt klar: Auf das Ergebnis müssen die Bornaer nicht allzu lange warten. Bereits eine halbe Stunde nach Schließung der insgesamt zwölf Wahllokale sollte das Abstimmungsergebnis feststehen, macht Wahlleiter Sören Roßa, im Hauptjob Leiter des Bornaer Standesamtes, klar. Zugleich deutet sich an, dass der Verbleib des Vorentwurfs des Planungsbüros Arcadis zum Freibadbau im Rathaus ein Nachspiel im Stadtrat haben könnte. Bürgermeisterin Andrea Staude (SPD), in deren Ressort der (Wieder-)Aufbau des Freibades fallen würde, erklärte, dass mittlerweile eine aktualisierte Kostenschätzung von Arcadis vorliegt.

Wie die konkret aussieht, dazu wollte sich Staude am Mittwoch nicht äußern. Das sollen zunächst die Mitglieder des Stadtrates in nichtöffentlicher Sitzung erfahren. So viel scheint aber klar: Die neuen Zahlen liegen zwischen den ursprünglich für ein Naturbad kalkulierten 1,9 Millionen Euro und den in der vorigen Woche bekannt gewordenen 3,7 Millionen Euro für ein konventionelles Bad.

Die neue Bürgermeisterin („Ich habe das seltene Vergnügen, mitten in einen Prozess gekommen zu sein.“) sagte weiter, die bisher avisierten 1,9 Millionen „erschienen mir schon zu wenig“. Unter dem Strich sei der Bau eines Naturbades wohl günstiger als die Errichtung eines konventionellen Bades. Umgekehrt sei die Betreibung eines Naturbades teurer.

Die Bau-Beigeordnete verwies auf Erfahrungen mit dem Bau eines Freibades in ihrer Heimatstadt Torgau, wo sie 14 Jahre Oberbürgermeisterin war. Danach würde eine unsubventionierte Eintrittskarte für einen Freibadbesuch etwa 50 Euro kosten – bei 10 000 Badegästen in einer Saison mit maximal 90 bis 100 Tagen. „Allerdings gibt es in Deutschland kein Bad, das ohne Subventionen auskommt.“

Im Stadtrat wird derzeit diskutiert, inwieweit ein Gremium installiert werden soll, das den Weg untersucht, den die Arcadis-Planungen seit ihrer Fertigstellung im Juli 2015 in der Stadtverwaltung genommen haben. So etwas wie ein Ausschuss sei denkbar, erklärte CDU-Fraktionschef Roland Wübbeke, auch wenn das sächsische Kommunalrecht Untersuchungsausschüsse nicht vorsieht. Sein Fraktionskollege Sebastian Stieler regt die Einsetzung eines Ausschusses an, der Einsicht in sämtliche Akten der Stadtverwaltung nimmt. Die Stadtverwaltung hatte am Dienstag erklärt, sie habe die Unterlagen mit dem Variantenvergleich zwischen einem Naturbad und einem konventionellen Bad sowie den neuen Kosten von nunmehr 3,7 Millionen Euro statt bisher angenommenen 1,9 Millionen Euro erst auf Aufforderung Anfang des Jahres erhalten (die LVZ berichtete).

Das allerdings bezweifelt Wübbeke. Er gehe davon aus, dass Oberbürgermeisterin Luedtke „das Gutachten spätestens seit August 2015 vorgelegen“ habe. Die Rathauschefin habe sowohl den Stadtrat als auch die Bevölkerung über die „planerischen wie auch die wirtschaftlichen Risiken des Badneubaus getäuscht“. Die Alternative, dass Luedtke die Ausführung des Auftrages an Arcadis nicht überwacht habe, sei „nicht viel schmeichelhafter“, so Wübbeke weiter.

Unterdessen hat sich auch die Pro-Freibad-Wyhraaue-Bürgerinitiative (BI) zu Wort gemeldet. In einer Erklärung heißt es, dass die BI nach wie vor das Ziel vertrete, am alten Standort in der Wyhraaue ein Naturbad zu errichten. Grundlage ihres Handelns sei die Standortprüfung, die Arcadis am 4. Juni 2015 im Stadtkulturhaus vorgestellt habe. Damals hatte das Planungsbüro Herstellungskosten von 1,9 Millionen Euro genannt.

Die BI lädt am Sonnabend, 14.30 Uhr, im Vorfeld des Bürgerentscheids, bei dem es am Sonntag um die Rücknahme des Abrissbeschlusses des Stadtrates für das vormalige Freibad und den Bau eines Naturbades bis zum Jahresende 2018 geht, zum Informationsaustausch auf das Freibadgelände ein.

Von Nikos Natsidis

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