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Viele Flüchtlinge im Böhlener Bad – Herausforderung für Betreiber

Mangelnder Respekt Viele Flüchtlinge im Böhlener Bad – Herausforderung für Betreiber

Der Böhlener Badbetreiber Dirk Wagner kommt an warmen Tagen nicht mehr zur Ruhe. Denn die steigenden Zahlen der Asylbewerber, die hier ihre Zeit verbringen, stellen ihn und seine Kollegin vor eine Herausforderung. Viele von ihnen halten sich nicht an die Regeln und sind offensichtlich nicht belehrbar.

 Leicht hat es Badbetreiber Dirk Wagner nicht, denn viele Asylbewerber, die hierher kommen, halten sich nicht an die Verhaltensregeln und nehmen die Schwimmmeisterin nicht ernst.
 

Quelle: Julia Tonne

Böhlen.  Wenn der Landkreis Leipzig dem Antrag Pro Shelters stattgibt und mehr als 350 Asylbewerber im ehemaligen Apart-Hotel in Böhlen unterbringt, steht Dirk Wagner, der Betreiber des Böhlener Freibades, vor einer noch größeren Herausforderung. Schon jetzt hat er alle Hände voll zu tun, um Bad- und Verhaltensregeln durchzusetzen sowie für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

„Der Aufwand ist mittlerweile deutlich größer für uns hier geworden“, sagt er. Denn viele Asylbewerber und Flüchtlinge, die es an warmen Tagen hierherzieht, könnten nicht schwimmen und würden sich nicht an die Regeln halten. Dabei hat er längst die Baderegeln in drei Sprachen im Eingangsbereich ausgehangen, „dennoch scheinen die keinen zu interessieren“.

Viele Erwachsene würden sich förmlich einen Spaß mit den Schwimmmeistern machen und immer wieder ins tiefe Becken springen, obwohl sie eben nicht schwimmen könnten. Dabei haben Wagner und seine Kollegin wahrlich anderes zu tun, als „Hasche“ mit den Asylsuchenden zu spielen. Erst kürzlich gab es einen echten Notfall, bei dem ein zehnjähriger Junge einer Migrantenfamilie reanimiert werden musste. Die Eltern saßen weit weg, bekamen von dem Vorfall zunächst nichts mit und reagierten anschließend vollkommen falsch, indem sie das Kind nach der Reanimation sofort mit sich nahmen. Erst die eingetroffenen Rettungssanitäter halfen dem Kind dann endgültig und nahmen es mit ins Krankenhaus.

„Nicht nur die fehlenden Deutsch-Kenntnisse sind ein riesiges Problem, auch der mangelnde Respekt macht uns und den anderen Badegästen zu schaffen“, macht Wagner deutlich. Schwierig werde es auch dann, wenn seine Kollegin als Rettungsschwimmerin nicht Ernst genommen wird, weil sie eine Frau ist. Oft muss Wagner selbst einschreiten, um für Abkühlung der Gemüter zu sorgen. Doch die Zeit dafür wird immer knapper, je mehr Gäste ins Bad strömen. Immerhin hat Dirk Wagner zusammen mit seiner Kollegin eine Wasserfläche von rund 760 Quadratmetern im Auge zu behalten. Und die Besucherzahlen liegen an warmen Tagen jeweils zwischen 1200 und 1400. Tendenz steigend, denn nicht nur die in Böhlen lebenden Asylbewerber kommen verstärkt, sondern auch die aus Rötha.

Oft genug muss er auch Asylsuchende des Bades verweisen, unter anderem wenn sie nicht in entsprechender Badekleidung kommen, sondern so ins Wasser wollen, wie sie sind. Brisant ist die ganze Situation für ihn schon deshalb, „weil wir als Badbetreiber nie auf solche Probleme hingewiesen wurden“. Sie seien sozusagen selbst ins kalte Wasser geschubst worden und müssen nun zusehen, wie sie damit umgehen. „Sowohl von der Politik als auch vom Schwimmmeisterverband sind wir allein gelassen worden“, erklärt Wagner.

Dennoch gibt es so manches Mal Lichtblicke. Viele Bewohner des früheren Apart-Hotels kennt er mittlerweile. „Und viele von ihnen wissen auch ganz genau, worauf es bei uns ankommt und welche Regeln hier gelten.“ Doch durch den ständigen Wechsel in den Einrichtungen müsse er regelmäßig alles neu erklären – mit etwas Englisch, Händen und Füßen. Die Zeit dafür fehlt hinten und vorne. Erst recht, wenn einige Flüchtlinge das Bad zur regelfreien Zone erklären.

Von Julia Tonne

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