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Borna Attacken auf Blitzer
Region Borna Attacken auf Blitzer
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14:01 19.05.2015

. In dieser Zeit dokumentierten sie mehr als 80 000 Verstöße. Das machte sie zum Gegenstand gewalttätiger Attacken: Mitte des Jahres wurde an einer Säule ein Sprengsatz angebracht, der aber nicht gezündet wurde. Am 29. Dezember folgte ein Brandanschlag, seither ist das wachsame Auge in Richtung Leipzig nach Behördenangaben außer Betrieb. Häufiges Ziel von Attacken sind auch die Blitzer an der Bundesstraße 6 in den Deubener Teichkurven, während es in Machern (B 6) und Markranstädt (B 186) gesittet zugeht.

Die Zahlen beeindrucken: Mehr als 80 000 Tempoverstöße binnen eines Jahres in Espenhain, 13 700 davon im besonders kostenintensiven Bußgeldbereich. Der schnellste Fahrer hatte bei erlaubten 50 km/h immerhin 91 auf dem Tacho. Zweifelsohne haben sich die Messanlagen herumgesprochen - kalt bleiben sie dennoch nicht. "Inwieweit die Anlage wirtschaftlich ist und sich amortisiert, können wir nicht beurteilen, da die Anlagen von einem Dritten erstellt, betrieben und gewartet werden und wir lediglich die verwendbaren Fotos bezahlen", sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landkreises Leipzig. Die Behörde erwirbt das verwertbare Foto zum Stückpreis von fünf Euro und schickt dann die Bescheide los. Betreiber der Anlagen in Espenhain und Machern ist das sächsische Unternehmen VDS Verkehrstechnik. Dessen Geschäftsführer Dirk Hebold sprach wenige Wochen nach der Espenhainer Premiere von einem Aufkommen höher als erwartet, wollte sich jetzt aber nicht zu Zahlen äußern. Auch nicht zur Schadenssumme nach den beiden Angriffen auf die Kameras. Seit dem Anschlag zwei Tage vor Silvester sei die eine Kamera außer Betrieb, das Unternehmen kümmere sich um die Reparatur, sagt Laux: "Die Täter konnten bislang nicht ermittelt werden."

Seit Ostern 2014 ist die Blitzeranlage in Machern scharf geschaltet. Hier wurden bisher rund 17 000 Überschreitungen registriert. Auf Rang drei folgen die Säulen auf der B 186 in Markranstädt, betrieben von der Firma Jenoptik Robot GmbH, wo 7000 Fahrzeuge erfasst wurden, die schneller als erlaubt unterwegs waren.

Eher bescheiden mutet da die Bilanz der kreiseigenen Teichkurven-Blitzer nahe Deuben an. Das mag an ihrer Bekanntheit liegen, denn sie stehen seit vielen Jahren dort. Aber auch an der in der Tat Aufmerksamkeit erfordernden Verkehrssituation. Dennoch wurden hier mehr als 2600 Autofahrer erwischt. Lang ist dafür die Liste der Angriffe auf die Messtechnik: Seit 2007 versuchte man immer wieder mit Schlägen und Farbe die Anlagen zu demolieren. 2008 gab es einen Brandanschlag und auch den Versuch, einen Blitzer mit aller Gewalt umzureißen. Allein die Schadensbeseitigung nach der Feuerattacke kostete den damaligen Landkreis Muldental 50 000 Euro. Wenn es geblitzt habe, sei es zu spät. Jeder Versuch, dann gegen die Messtechnik vorzugehen, sei nicht nur eine Straftat, sondern ergebnisoffen, sagt Kreissprecherin Brigitte Laux: "Die stationären Verkehrsüberwachungsanlagen sind direkt mit dem jeweiligen Betreiber verbunden, so dass die Aufnahmen unmittelbar nach Erstellung auf einem Server gespeichert werden. Die Bilder können folglich nicht durch einen Anschlag vernichtet oder unbrauchbar gemacht werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.01.2015
Ekkehard Schulreich

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