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Borna Auch im Landkreis gibt es jetzt Beratung zu sexueller Orientierung
Region Borna Auch im Landkreis gibt es jetzt Beratung zu sexueller Orientierung
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00:19 05.06.2017
Quelle: Foto: ProSieben
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Landkreis Leipzig

Psychosoziale Beratung und Unterstützung zu allen Fragen rund um sexuelle Orientierung, geschlechtliche Identitäten und queere Lebensweisen gibt es seit kurzem auch in der Region. Im jüngsten Jugendhilfeausschuss stellte Manuela Tillmanns das Angebot vor. Die Mitarbeiterin ist im Rahmen des von der sächsischen Staatsregierung geförderten Projektes „Que(e)r durch Sachsen“ tätig. Dieses wird in enger Kooperation mit dem Verein RosaLinde in Leipzig und dem Verein Gerede – homo, bi und trans Dresden realisiert.

Nachdem das Thema viele Jahre in Sachsen kaum untersetzt war, brachte die CDU-SPD-Koalition einen Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen auf den Weg. Die Akteure schlossen sich inzwischen in einem „Queeren Netzwerk Sachsen“ zusammen. Queer wird mit „Jenseits der Norm“ übersetzt. Verwendet wird es für Menschen, die aus dem heterosexuellen Raster fallen. Manuela Tillmanns, ausgebildete Sexualwissenschaftlerin und Sonderpädagogin, nutzte den Ausschuss, um das neue Beratungsangebot bekannt zu machen. „Bislang konzentrierten sich die Anlaufstellen auf die drei Großstädte Leipzig, Chemnitz und Dresden. Im ländlichen Raum bestanden hingegen große Defizite, was die Beratung von Schulen, Lesben, Trans- oder intersexuellen Menschen anbelangt.“ Durch einen Mobilen Beratungsdienst im ländlichen Raum soll diesem Manko nun begegnet werden. Die Projektkoordinatorin ist dabei für den Landkreis Leipzig sowie die Kreise Nord- und Mittelsachsen zuständig.

In Sachsen müssten Menschen, deren sexuelle oder geschlechtliche Identität nicht der vermeintlichen Norm entspricht, mit weit verbreiteter Diskriminierung und Ausgrenzung leben, schilderte Tillmanns. „Besonders Jugendliche fühlen sich einsam, suchen nach Rückhalt.“ Im schulischen Umfeld würden ihre Problemlagen aber eher noch verschärft, so die Expertin. Aber auch bei Erwachsenen sei der Leidensdruck hoch. Viele seien Familienväter oder -mütter und würden ihre Homosexualität nicht ausleben. Mit der Mobilen Beratung soll allen Interessierten – auch Eltern und Angehörigen – eine Anlaufstelle geboten werden. „Wir haben uns bewusst gegen feste Sprechstunden entschieden, weil die Hemmschwelle zu hoch wäre, eine bestimmte Einrichtung aufzusuchen.“ Nach einer Terminvereinbarung erfolge die Beratung deshalb individuell, unvoreingenommen und anonym – an einem zuvor verabredeten Treffpunkt. Natürlich ist das Angebot kostenfrei, so Tillmanns. Anliegen sei, Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensweisen zu stärken, sie zu unterstützen und Wege aufzuzeigen. Zudem gehe es darum, gegen Vorurteile und Homophobie aufzutreten. „Auch für Gesprächsrunden oder Workshops stehen wir zur Verfügung, denn professionelle Aufklärungsarbeit wird noch viel zu selten betrieben.“ Und aus Unwissenheit würden zahlreiche Vorurteile erwachsen.

Kontakt für Interessierte: RosaLinde Leipzig e.V., Lange Straße 11, 04103 Leipzig, 0341/8790173 oder 01525/6525588, E-Mail: umlandberatung@rosalinde-leipzig.de. Internet: www.rosalinde-leipzig.de

Von Simone Prenzel

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