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Borna Auf dem Volksplatz läuft das WM-Finale 2014 im Look von 1954
Region Borna Auf dem Volksplatz läuft das WM-Finale 2014 im Look von 1954
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14:08 19.05.2015
Gut gefüllt war der Bornaer Volksplatz vorgestern Abend beim Public Viewing. Quelle: Volksplatzverein

Bis nach Mitternacht war in der Stadt an der Wyhra vor allem auf und rund um den Volksplatz ausgelassene Partystimmung, nachdem Mario Götze mit dem 1:0 in der Verlängerung den vierten WM-Titel für Deutschland perfekt gemacht hatte. Nach Angaben des Bornaer Polizeireviers verlief die Fußballparty friedlich, gegen 0.30 Uhr sei dann am Montag Ruhe eingezogen.

Es dürften Hunderte gewesen sein, die das Finale in Rio statt auf der heimischen Couch mit anderen Leuten erleben wollten. So geschehen am Sonntagabend auf dem Bornaer Volksplatz. Der Volksplatzverein hatte sich kurzfristig zu der Veranstaltung entschlossen. "Keiner von uns wusste, was passieren wird. Eine mutige Entscheidung, vielleicht fast übermütig. Aber keiner sonst hatte in Borna den Mut, so etwas Großes auf die Beine zu stellen", erklärte der Vorsitzende des Volksplatzvereins, Falk Opelt. Er war auch am späten Abend noch überwältigt davon, wie viele Leute den Weg in die Arena gefunden hatten.

Vor Anpfiff zeigten sich die Fans optimistisch und hofften auf einen deutschen Finalsieg."Das ist echt super", freut sich Nancy Pickel, die mit ihrer ganzen Familie in Schwarz-Rot-Gold gekleidet gekommen war, über das Public Viewing. Ihr Tipp vor dem Anstoß: "3:1 für unsere Elf."

Die 16-jährige Lisa Ott ist auch außerhalb der WM ein echter Fußballfan. Sie kommentiert die Spiele selbst gern lautstark. Auch sie war vor dem Anpfiff voller Hoffnungen. "Ich bin überzeugt, dass wir 3:2 gewinnen." Der Volksplatzverein hatte mit Zelten für regensichere Plätze gesorgt. Dort fanden allerdings nicht alle Platz. "Das Wetter ist zwar nicht gerade berauschend, aber das schreckt uns auch nicht ab", sagte der 33-jährige Michael Gottwald, der vor Spielbeginn ein klares 3:1 getippt hatte. In der ersten Halbzeit konnten die Fans das Spiel allerdings nur auf der Bühnenleinwand verfolgen. Zum Anpfiff der zweiten Halbzeit wurde dann ein zweites Bild auf die große Leinwand geworfen, und es war ein bisschen wie früher. Zu sehen gab es nur Schwarz-weiß-Bilder. Über Mikrofon gab es die Erklärung. "Uns ist ein Kabel abhanden gekommen, und deshalb präsentieren wir das Spiel jetzt auf der oberen Leinwand im Look von 1954 und auf der unteren von 2014." Vereinschef Opelt dazu: "Kleine Pannen bleiben leider nicht aus. So wie unsere unfreiwillige Homage an das WM-Finale 1954. Keiner ärgert sich mehr als wir darüber." Beim Test sei noch alles in Ordnung gewesen. Auf der anderen Seite zeigten sich die Volksplatzvereinsmitglieder froh, dass die Technik trotz des teilweise starken Regens überhaupt hielt. Opelt: "Das ist keine Selbstverständlichkeit".

Die kleinen Pannen taten der euphorischen Stimmung allerdings keinen Abbruch. "Das Spiel ist im Moment ganz klar auf Augenhöhe, anders kann man das nicht sagen. Es hätte bis jetzt sowohl für Argentinien als auch für uns schon 1:0 stehen können", sagte der Schweizer Markus Kirmse, der zu Besuch in der Kreisstadt ist und auf einen Sieg im Elfmeterschießen tippte. Auch Matthias Landgraf aus Borna freute sich über das Public Viewing und zeigte sich überzeugt von der deutschen Elf. "Es ist ein echt aufregendes Spiel."

Als das Abseitstor für Argentinien in der ersten Halbzeit fiel, war Marcel Naumann kurzzeitig geschockt. "Ich denke, wir werden 1:0 in der Verlängerung gewinnen." Damit hatte der Mann aus Regis vollkommen recht, denn sieben Minuten vor Ende der 30-minütigen Verlängerung schoss Mario Götze nach einem Traumpass von André Schürrle das entscheidende 1:0 für die deutsche Mannschaft. Als das geschah, flippten die Besucher auf dem Volksplatz förmlich aus, jubelten, sangen, applaudierten und umarmten sich.

"Ich bin stolz auf unsere Elf", zeigte sich René Rohnke begeistert über den Sieg. Auch die Mädchen fieberten richtig mit, etwa Franzi Börger und Melanie Seelinger. "Neuer und Müller sind unsere Favoriten, und die haben einfach super gespielt." Nach dem Abpfiff feierte die Menge weiter und sang lautstark. "Es ist ein Super-Gefühl, Weltmeister zu sein, und Götze, das ist der Fußballgott," schrie Didi Hardt seine Freude zu mitternächtlicher Stunde förmlich heraus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.07.2014
Nicole Rathge-Scholz

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