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Auf der Pegauer Stadtbad-Baustelle wird mit Hochdruck gearbeitet

Millionenschwere Modernisierung Auf der Pegauer Stadtbad-Baustelle wird mit Hochdruck gearbeitet

Die beliebte Freizeiteinrichtung war durch das Hochwasser von 2013 erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Nun erhält sie eine Verjüngungskur. Über den Stand der Sanierungsmaßnahmen und ob eine Saisoneröffnung im kommenden Mai möglich ist – die LVZ hat beim zuständigen Bauleiter nachgehakt.

Das Pegauer Stadtbad ist mehr als 50 Jahre alt und ein beliebtes Freizeitziel in der Region. Zurzeit finden hier Sanierungsarbeiten statt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Pegau. Ein riesiger Kran erhebt sich über dem leeren Becken, glitzert im herbstlichen Morgenlicht. Davor: drei Haufen mit Bauschutt – abgetragene Erde, massive Betonstücke – sowie jede Menge Baumaterial. Wo sonst Kinder vergnüglich in rund 5500 Kubikmeter Wasser kreischen, spritzen, schwimmen und planschen, ertönt lautstarkes Bohren, Hämmern, Klopfen und Maschinengedröhne.

Auf der Baustelle im Stadtbad Pegau wird mit Hochdruck gearbeitet. Handwerker mit schwerem Gerät sanieren die beliebte Freizeiteinrichtung, setzen seit Anfang September den Stadtratsbeschluss um. „Wir liegen voll im Zeitplan“, freut sich der zuständige Bauleiter Frank Siebert vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Gera. Die Abbrucharbeiten seien gut vorangeschritten, sagt er – trotz einiger unvorhergesehener Umstände. So kam etwa ein altes Fundament zum Vorschein, „aber nichts Dramatisches“. Das Wetter habe gut mitgespielt und die rasche Demontage so wesentlich begünstigt.

Beckentiefe wird verringert

Demnächst soll der Beckenboden angehoben werden, um die Beckentiefe zu verringern, schildert Siebert die weiteren Schritte. Auch sollen die Wände neue Schwallwasserrinnen erhalten sowie neue Zu- und Abläufe installiert werden. „Wir passen alles den modernen Anforderungen an ein Freibad an.“ Die Crossener Firma Heinrich Wassermann GmbH & Co. KG zeichnet für den Tiefbau sowie die Arbeiten an der Beckenlandschaft und den Außenanlagen verantwortlich. Mit dem Bau des Schwimmbeckens, der Wassertechnik sowie den Elektroarbeiten ist die Kupsch Schwimmbadtechnik GmbH aus Gerichshain beauftragt.

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Nach schweren Schäden durch das Hochwasser 2012 wird derzeit das Stadtbad Pegau modernisiert. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren.

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Bauleiter Siebert ist zuversichtlich, dass sowohl das 50 mal 30 Meter große Schwimmer- als auch das 40 mal 30 Meter große Nichtschwimmerbecken noch vor Beginn der Frostperiode errichtet und mit allen notwendigen Rohren versehen werden können. Nach Abschluss sollen etwa 350 Einströmdüsen für die Wasserzufuhr sorgen. Im Frühjahr, sobald die Außentemperaturen dauerhaft zwischen fünf und zehn Grad liegen, könne abschließend alles mit Folie ausgekleidet werden. Siebert: „Nach aktuellem Stand steht einer Saisoneröffnung im Mai nichts im Wege.“ Das alte Schwimmerbecken war durch das Hochwasser von 2013 erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Risse in Boden und Wänden hatten zu hohen Wasserverlusten geführt.

Wellenrutsche als neue Attraktion

Künftig erwartet die Badegäste eine Schwimmer-/Nichtschwimmer-Kombi mit einer Wassertiefe von 0,35 bis 1,80 Meter. Die Röhrenrutsche wird wieder an ihrer gewohnten Stelle stehen, ergänzt durch eine neue Wellenrutsche, die es mehreren Personen ermöglicht, nebeneinander ins kühle Nass zu gleiten. „Eine tolle Attraktion“, findet Badbetreiber Jörg Wiltschko. Preislich sind trotz der Sanierungsarbeiten bislang keine Veränderungen angedacht. Demnach zahlen Erwachsene für eine Tageskarte weiterhin 2,50 Euro, Ermäßigte 1,50 Euro und Kinder einen Euro.

Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) betont die herausragende Rolle, die das am Ortsrand gelegene und von Bäumen umrandete Freibad für die Stadt spielt: „Es gehört zu den Dingen, die Pegau lebenswert machen.“ Das Elsterstädtchen erlebe zurzeit einen starken Zuzug, insbesondere von jungen Familien. Wenn dieser Prozess anhalten soll, müsse den Neuankömmlingen etwas geboten werden, meint der Rathauschef und verweist neben der Badsanierung auch auf den Neubau der Kita „Vorwerk“ (die LVZ berichtete).

Betreiber für Imbiss und Gaststätte gesucht

Das Stadtbad war 1964 im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks von 3000 Helfern in 100 Tagen errichtet worden. Seine Rekonstruktion kostet rund 2,2 Millionen Euro. Der Großteil davon stammt aus Fördermitteln aus dem Programm zur Beseitigung von Hochwasserschäden. Zusätzliche 300 000 Euro entfallen auf die Modernisierung des Sanitärgebäudes, die parallel erfolgt. Imbiss und Gaststätte bleiben unverändert. Für beide sucht die Stadt zum 1. März 2018 einen neuen Betreiber. Der bisherige gibt dann laut Rösel seinen Posten aus Altersgründen auf.

Von Matthias Klöppel

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