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Auf einem Tieflader reist Stefan Kreißlers Modelleisenbahn von Rötha nach Taucha

Modellbahn Auf einem Tieflader reist Stefan Kreißlers Modelleisenbahn von Rötha nach Taucha

Mehr als ein Jahrzehnt in Rötha, ab Ostern in Taucha: Modellzüge der Spur H0 drehen dann wieder ihre Runden durch eine großflächige Miniatur-Landschaft, die Stefan Kreißler Stück und Stück entwarf. Weil die Anlage in der Röthaer Grundschule nicht länger bleibe konnte, wurde am Sonnabend mit Hebebühne und LKW ein ungewöhnlicher Umzug an die Parthe gestemmt.

Jörg Röder, Michael Stoltmann und Jan Bierende (v.l.), verladen ein Plattenteil in den LKW.

Quelle: André Neumann

Rötha. Nach weniger als vier Stunden war am Sonnabendvormittag alles geschafft. Die Modelleisenbahn-Anlage des Röthaers Stefan Kreißler lag in einzelnen Stücken auf einem Lkw und dessen Anhänger, der sie nach Taucha transportierte, wo sie schon am Nachmittag wieder aufgestellt werden sollte. Seit 2005 hatte Kreißler die H0-Bahn in einem gemieteten Raum im Obergeschoss der Grundschule aufgebaut, bis sie mit neun Metern Länge und fünf Metern Breite zu einer beachtlichen Größe angewachsen war. Dann brauchte die Schule das Zimmer, und der Modellbahner bekam die Kündigung. Nach einem Aufschub durfte er noch bis Ende März bleiben. Der 63-Jährige hatte lange nicht gewusst, was zu tun sei, bis er im Februar auf die Modellbahnfreunde Taucha stieß. Die hatten Lust und die nötigen Ressourcen, um die Anlage zu bergen und damit zu retten.

Am Sonnabend schaute Kreißler nicht nur zu, wie die zuvor in acht Teile zerlegte Bahnlandschaft aus dem Obergeschoss geholt wurde. Er fasste selbst mit an, als die meisten Stücke durchs Fenster auf eine Hebebühne geschoben und einige durchs Treppenhaus nach unten getragen wurden. Dabei wirkte der Mann angespannt gefasst. „Bei uns hat er keine Träne gezeigt“, sagt einer seiner Freunde, die ihm beim letzten großen Einsatz an seiner Modelleisenbahn helfen. „Es ist okay, ich fühle mich erlöst“, sagt er und fügt hinzu: „Es ist gut, dass die Bahn in gute Hände kommt, das sind Profis.“

Diese Profis sind die Mitglieder der Modellbahnfreunde Taucha. Die waren sehr schnell begeistert von Stefan Kreißlers Modellbahn, und sie haben die Möglichkeiten für den ungewöhnlichen Transport. Axel Köhler arbeitet beim Transport- und Baumaschinenunternehmen Trinks und durfte sich einen Tieflader und den Kran mit der Hebebühne leihen. Vereinschef Roberto Haufe betreibt die Messebaufirma „I love Musik“ und nutzte seinen Lastwagen zwischen Auf- und Abbau auf der Buchmesse für den Umzug von Rötha nach Taucha. Die Modellbahnfreunde, von denen sechs mit nach Rötha kamen, schreckten auch nicht davor zurück, dass sich vor der Schule gerade die Straßenbaustelle befindet. Am Freitag stand noch ein Bagger direkt vor der Schule. Doch die Absprachen zwischen Stefan Kreißler und der Firma Reif funktionierten offenbar prächtig, und nach einer halben Stunde hatten Köhler und Haufe die Fahrzeuge in die Baustelle und auf den Schulhof bugsiert.

Seit Anfang März hatten die Modellbahnfreunde Gleise, Oberleitungen und Kabel getrennt, Platten zersägt und Füße demontiert. Bewegliche Teile wie Signalbalken waren zur Sicherheit abgeklebt, Hunderte Drähte markiert worden. So vorbereitet ging die Arbeit sehr zügig voran. Zum Glück spielte auch das Wetter mit. „Wir hatten die ganze Woche Angst, dass es regnen könnte“, sagte Haufe. Regen hätte der wertvollen Fracht keinesfalls gut getan. Noch am Sonnabend sollte die Platte in Taucha ihren vorläufigen Platz in den Vereinsräumen in einer ehemaligen Einkaufspassage bekommen. Zur Osterausstellung ab dem 14. April, hofft Haufe, könnten dann schon wieder Züge darauf fahren. Vielleicht sogar die von Stefan Kreißler. Der behält zwar seine Loks und Waggons, will aber mit den Modellbahnfreunden Verbindung halten und sein „rollendes Material“, wie der Modellbahner sagt, ab und an zur Verfügung stellen.

Von André Neumann

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