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Aufarbeitung sorgt für Zeitdruck

Aufarbeitung sorgt für Zeitdruck

Mehr als 100 Jahre lang hat der Braunkohlentagebau die Umgebung von Borna geprägt. Die Stadt und die umliegenden Ortschaften lebten mit und vom Tagebau und von der Kohlenverarbeitung.

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Die Brikettfabrik Witznitz wird im Mai Ort einer Ausstellung zum Thema Bergbau. Hier wird dann symbolisch das Dokumentationszentrum aus der Taufe gehoben.

Quelle: J. Tonne

Borna. Dass diese Geschichte nicht vergessen wird, ist für Dietmar Stein und Thomas Krafczyk von so wesentlicher Bedeutung, dass sie beide ein Dokumentationszentrum schaffen wollen.

"Es gibt in ganz Mitteldeutschland Bestände von Dokumenten, Fotos, Schriftstücken, allerdings überall verstreut", erklärt Stein, selbst beruflich mit dem Bergbau verbunden und außerdem als Vorsitzender SPD-Stadtratsfraktion bekannt. Das geplante Dokumentationszentrum soll sozusagen die ordnende Hand werden, das Dach für Personen, Unternehmen, Wirtschaft und Institutionen, die über die Geschichte der Bergbautradition Aufschluss geben können. "Mit dem Zentrum wollen wir das gesamte Wissen, das in Archiven schlummert, bündeln und natürlich auch zugänglich machen", sagt Krafczyk. Menschen und Region bräuchten ein Gedächtnis, denn "ohne Geschichte gibt es keine Zukunft". Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf, deren wissenschaftlicher Mitarbeiter Krafczyk ist, sieht mittlerweile einen wahnsinnigen "Zeitdruck bei der Aufarbeitung". Zeitzeugen werden immer älter, doch nur die könnten "ihr Wissen und ihre Erfahrungen authentisch weitergeben".

Viele aus der Umgebung sind an Traditionspflege interessiert und sammeln Erinnerungsstücke. Auch zahlreiche Vereine widmen sich mittlerweile verstärkt der Bergbauhistorie, wie zum Beispiel der Heimatverein des Bornaer Landes, das soziokulturelle Zentrum Kuhstall in Großpösna und Museen. Dennoch bleiben den Angaben der beiden Initiatoren viele Fragen, die noch unbeantwortet sind. "Alle Prozesse sind zwar gut dokumentiert, aber eben an völlig unterschiedlichen Stellen", so Stein. Die wissenschaftliche Aufarbeitung aller bisherigen Ergebnisse soll Aufgabe des Dokumentationszentrums sein.

Vorbild für das Zentrum ist das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum, das eine fachliche Beratung bereits zugesichert hat. Mit dessen Hilfe soll das Zentrum in Borna "der erste Grundpfeiler einer Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung für regionalen Wandel" sein. Was stand wo, welche Fabriken gab es, welche Eingriffe musste die Umwelt über sich ergehen lassen, sowohl während des Tagebaus als auch mit der Renaturierung, welche Altlasten sind auch heute noch zu finden? All das sind Fragen, die das Zentrum zukünftig beantworten will. Hinzu kommen Forschungsergebnisse über die Entwicklung nach Ende des aktiven Tagebaus, über politische Entscheidungen und deren Tragweite für die Region sowie über die zukünftige Nutzung der neu entstandenen Landschaften.

Derzeit putzen Stein, Krafczyk und Landgraf immer wieder Klinken für ihr Projekt, bei Unternehmen, Stiftungen, Forschungseinrichtungen, Privatpersonen. Auch die Kommunen sollen ins Boot geholt werden. "Das Ganze soll weit über ein traditionelles Museum hinausgehen", erklärt Krafcyk. Stattdessen planen die beiden Initiatoren eine enge Zusammenarbeit aller Stellen, die sich dem Thema Bergbau im weitesten Sinne verschrieben haben.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Brikettfabrik Witznitz soll das Dokumentationszentrum im Mai symbolisch aus der Taufe gehoben werden. Wer aus seinen Privatarchiven etwas beisteuern möchte, kann anlässlich der Ausstellungseröffnung Fotos, Schriftstücke oder auch Briketts mitbringen. Ansprechpartner für das Projekt sind die Stadtverwaltung, das Museum sowie der Heimatverein des Bornaer Landes.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2013

Julia Tonne

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