Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Aufatmen in Kitzscher: Nun steht die Eröffnungsbilanz

Kommunale Finanzen Aufatmen in Kitzscher: Nun steht die Eröffnungsbilanz

Was jedes Unternehmen zu beachten hat, ist für sächsische Kommunen erst seit einigen Jahren bindend: die Betrachtung von Vermögen und Abschreibungen im Haushalt. Mit der Erstellung der Eröffnungsbilanz müssen die Kommunen dafür eine Mammutaufgabe erledigen. Kitzscher hat es jetzt geschafft.

Der Stadtrat von Kitzscher hat jetzt die Eröffnungsbilanz festgestellt. 2012 verfügte die Kommune über ein Vermögen von rund 34 Millionen Euro.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kitzscher. Aufatmen in Kitzscher. Der Stadtrat hat am Dienstagabend die Eröffnungsbilanz festgestellt. Gleichzeitig hat Stephanie Oberhauser vom Kommunalberatungsbüro B&P aus Dresden dem Werk einen so genannten uneingeschränkten Prüfungsvermerk erteilt.

Die Sache klingt nach trockener Haushaltsmathematik. Ist es auch. Dennoch ist der Stadtratsbeschluss fast so etwas wie ein historischer Moment. Denn jetzt weiß die Kämmerei, dass Kitzscher am 1. Januar 2012 über ein kommunales Vermögen von rund 34 Millionen Euro verfügte. Die Eröffnungsbilanz ist die wichtigste Voraussetzung für eine kommunale Haushaltwirtschaft nach dem Prinzip der Doppik, wie sie seit 2013 für alle Kommunen im Sachsen verbindlich wurde. Anders als bei der früheren kameralistischen Haushaltführung werden dabei die Abschreibungen auf kommunales Vermögen mit betrachtet.

Kitzscher arbeitet seit 2012 mit einem doppischen Haushalt. Wäre es nach dem Freistaat Sachsen gegangen, hätte schon Ende Juni 2012 die Eröffnungsbilanz vorliegen müssen. Eine Zeitvorgabe, die nicht nur aus Kitzscheraner Sicht utopisch anmuten musste. Auch jetzt, vier Jahre später, liegt die Stadt unter den Kommunen der Umgebung immer noch weit vorn.

Begonnen hatte die Arbeit an der Eröffnungsbilanz schon Ende 2008, Anfang 2009, sagt Kämmerin Simone Schubert. Damals war noch ihre Vorgängerin Andra Wittig im Amt. Die war von 1990 bis Februar 2012 Kämmerin von Kitzscher. Am Dienstagabend saß sie in den Besucherreihen, um den wichtigen Stadtratsbeschluss mitzuerleben. In den zurückliegenden Jahren hatte sie sich immer wieder für den Fortgang der Arbeiten interessiert, und Simone Schubert hatte bei ihr hin und wieder Rat eingeholt.

Sämtliche Vermögensgegenstände ab einem Wert von 410 Euro waren zu erfassen, zu dokumentieren und zu bewerten. Das reichte von der Straßenlaterne über öffentliche Bänke, Möbel in kommunalen Häusern bis zu Grundstücken, Straßen und Gebäuden. Kämmerin Simone Schubert schätzt, dass in der knapp 100 Ordner umfassenden Dokumentation reichlich 10000 einzelne Vermögensgegenstände notiert und bewertet sind.

Nur bei der Erfassung der Straßen hat die Stadt externe Hilfe in Anspruch genommen. Alles andere erledigten die vier Mitarbeiter der städtischen Finanzverwaltung mit Beratung durch B&P neben ihrem eigentlichen Tagesgeschäft. Allein in den letzten drei Monaten fielen laut Kämmerin Schubert pro Kopf 50 bis 60 Überstunden an. In den Jahren zuvor sah es kaum besser aus. „Das ist ein zusätzliches Programm, das hier abgeleistet wurde“, sagte Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler), der der Kämmerei auf der öffentlichen Stadtratssitzung herzlich dankte. Sprecher der Fraktionen schlossen sich dem Dank an.

Anerkennung kam auch von Kommunalberaterin Oberhauser. Sie sei auf eine „äußerst kooperative Haltung aller Beteiligten“ gestoßen, sagte sie den Stadträten. Sie sprach von einem „Mega-Projekt“ und lobte die von der Kämmerei zusammengestellte Dokumentation.

Erst mit der Eröffnungsbilanz, die jetzt noch vom sächsischen Rechnungshof geprüft wird, kann die Kämmerei die Haushalte der vergangenen Jahre abschließen. Bis Ende nächsten Jahres solle das für die Jahre 2012 bis 2014 gelingen, sagte Schubert auf Nachfrage von Stadtrat Jörg Heuter (CDU).

34 Millionen Euro

Am 1. Januar 2012 betrug das bilanzierte Vermögen der Stadt Kitzscher 34 264 699,37 Euro

Davon waren rund 28,5 Millionen Euro so genanntes Anlagevermögen, davon entfiel wiederum die knappe Hälfte auf Infrastrukturvermögen, wozu Straßen, Gehwege, Brücken und andere ingenieurtechnische Bauwerke zählen.

Die der Kommune gehörenden Grundstücke hatten einen Wert von rund 5,7 Millionen Euro.

Von André Neumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • LVZ Automarkt

    Vom 8. bis 10. September 2016 lud die LVZ zum großen Automarkt in den Pösna Park bei Leipzig ein. Fotos und Infos dazu gibt es im Special. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig geht in die nächste Runde. Alle Infos finden Sie hier! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und weitere asisi-Projekte in Dresden, Berlin und anderen Städ... mehr