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Borna Aufatmen in Kitzscher: Nun steht die Eröffnungsbilanz
Region Borna Aufatmen in Kitzscher: Nun steht die Eröffnungsbilanz
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19:44 14.09.2016
Aufatmen im Rathaus von Kitzscher: Die Eröffnungsbilanz steht. Quelle: Jens Paul Taubert
Kitzscher

Aufatmen in Kitzscher. Der Stadtrat hat am Dienstagabend die Eröffnungsbilanz festgestellt. Gleichzeitig hat Stephanie Oberhauser vom Kommunalberatungsbüro B&P aus Dresden dem Werk einen so genannten uneingeschränkten Prüfungsvermerk erteilt.

Die Sache klingt nach trockener Haushaltsmathematik. Ist es auch. Dennoch ist der Stadtratsbeschluss fast so etwas wie ein historischer Moment. Denn jetzt weiß die Kämmerei, dass Kitzscher am 1. Januar 2012 über ein kommunales Vermögen von rund 34 Millionen Euro verfügte. Die Eröffnungsbilanz ist die wichtigste Voraussetzung für eine kommunale Haushaltwirtschaft nach dem Prinzip der Doppik, wie sie seit 2013 für alle Kommunen im Sachsen verbindlich wurde. Anders als bei der früheren kameralistischen Haushaltführung werden dabei die Abschreibungen auf kommunales Vermögen mit betrachtet.

Kitzscher arbeitet seit 2012 mit einem doppischen Haushalt. Wäre es nach dem Freistaat Sachsen gegangen, hätte schon Ende Juni 2012 die Eröffnungsbilanz vorliegen müssen. Eine Zeitvorgabe, die nicht nur aus Kitzscheraner Sicht utopisch anmuten musste. Auch jetzt, vier Jahre später, liegt die Stadt unter den Kommunen der Umgebung immer noch weit vorn.

Begonnen hatte die Arbeit an der Eröffnungsbilanz schon Ende 2008, Anfang 2009, sagt Kämmerin Simone Schubert. Damals war noch ihre Vorgängerin Andra Wittig im Amt. Die war von 1990 bis Februar 2012 Kämmerin von Kitzscher. Am Dienstagabend saß sie in den Besucherreihen, um den wichtigen Stadtratsbeschluss mitzuerleben. In den zurückliegenden Jahren hatte sie sich immer wieder für den Fortgang der Arbeiten interessiert, und Simone Schubert hatte bei ihr hin und wieder Rat eingeholt.

Sämtliche Vermögensgegenstände ab einem Wert von 410 Euro waren zu erfassen, zu dokumentieren und zu bewerten. Das reichte von der Straßenlaterne über öffentliche Bänke, Möbel in kommunalen Häusern bis zu Grundstücken, Straßen und Gebäuden. Kämmerin Simone Schubert schätzt, dass in der knapp 100 Ordner umfassenden Dokumentation reichlich 10000 einzelne Vermögensgegenstände notiert und bewertet sind.

Nur bei der Erfassung der Straßen hat die Stadt externe Hilfe in Anspruch genommen. Alles andere erledigten die vier Mitarbeiter der städtischen Finanzverwaltung mit Beratung durch B&P neben ihrem eigentlichen Tagesgeschäft. Allein in den letzten drei Monaten fielen laut Kämmerin Schubert pro Kopf 50 bis 60 Überstunden an. In den Jahren zuvor sah es kaum besser aus. „Das ist ein zusätzliches Programm, das hier abgeleistet wurde“, sagte Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler), der der Kämmerei auf der öffentlichen Stadtratssitzung herzlich dankte. Sprecher der Fraktionen schlossen sich dem Dank an.

Anerkennung kam auch von Kommunalberaterin Oberhauser. Sie sei auf eine „äußerst kooperative Haltung aller Beteiligten“ gestoßen, sagte sie den Stadträten. Sie sprach von einem „Mega-Projekt“ und lobte die von der Kämmerei zusammengestellte Dokumentation.

Erst mit der Eröffnungsbilanz, die jetzt noch vom sächsischen Rechnungshof geprüft wird, kann die Kämmerei die Haushalte der vergangenen Jahre abschließen. Bis Ende nächsten Jahres solle das für die Jahre 2012 bis 2014 gelingen, sagte Schubert auf Nachfrage von Stadtrat Jörg Heuter (CDU).

34 Millionen Euro

Am 1. Januar 2012 betrug das bilanzierte Vermögen der Stadt Kitzscher 34 264 699,37 Euro

Davon waren rund 28,5 Millionen Euro so genanntes Anlagevermögen, davon entfiel wiederum die knappe Hälfte auf Infrastrukturvermögen, wozu Straßen, Gehwege, Brücken und andere ingenieurtechnische Bauwerke zählen.

Die der Kommune gehörenden Grundstücke hatten einen Wert von rund 5,7 Millionen Euro.

Von André Neumann

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