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Borna Aus für Pegaus Ortschaftsräte?
Region Borna Aus für Pegaus Ortschaftsräte?
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17:20 18.03.2010
Das Rathaus von Pegau: Die Ortschaftsräte stehen auf der Streichliste. Quelle: Günther Hunger
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Pegau

Die drei Ortsvorsteher standen öffentlich Rede und Antwort.

Schnell drehte sich die Diskussion um die aktuelle Streichliste der Stadtverwaltung Pegau. „Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass auch die Ortschaftsräte auf dieser Liste stehen“, sagte Wiederaus Ortsvorsteher Michael Buth in der Runde. Immerhin kassieren die ehrenamtlichen Volksvertreter ein Sitzungsentgeld sowie Aufwandsentschädigungen, die der finanziell angeschlagenen Kommune sauer aufstoßen. „Damit wäre aber auch das letzte Bindeglied, das die Stadtverwaltung zu ihren Ortsteilen hat, verschwunden“, meinte Buth.Gerhard Landgraf aus Großstorkwitz wehrte sich vehement gegen die Abschaffung der Ortschaftsräte. „Wenn wir das politisch nicht durchsetzen können, sind wir auf den Dörfern verloren.“ Sein Wiederauer Amtskollege ging noch einen Schritt weiter und mahnte die Pegauer Finanzpolitik im Besonderen an. „Hier werden teilweise Gelder investiert, die fragwürdig sind. Das Napoleonhaus ist ein Synonym dafür, dass wir in eine Richtung steuern, in der wir uns übernehmen. Wir können nicht auf jeden Fördermitteltopf aufspringen, nur weil es 80 Prozent Förderung gibt. Das heißt auch 20 Prozent Eigenmittel.“ Nach Ansicht des FDP-Stadtrates Wolf-Dieter Schwidop seien die beiden Grundkrankheiten unserer Gesellschaft in Pegau besonders ausgeprägt: „Die Hand-auf-halte-Mentalität und der Run auf Fördermittel.“ Im Finanzausschuss habe er sich dafür eingesetzt, die Bauarbeiten am Napoleonhaus auf Eis zu legen. „Aber bereits ausgelöste oder angekurbelte Aufträge müssen eingehalten s die Stadt finanziell kürzer treten und damit unpopuläre Entscheidungen treffen muss, ist allen klar. „Wäre es nicht möglich, einen Ortschaftsrat für alle drei Ortsteile zu bilden“, fragte Schwidop in die Runde? Doch hier waren sich Buth, Landgraf und Norbert Plum (Weideroda) einig. „Ich halte es nicht für eine sehr glückliche Idee“, so Landgraf, „wir sind alle sehr unterschiedlich.“ Im Übrigen sehe er andere Einsparpotenziale. „Ich möchte nicht wissen, was wir für das Operettenkonzert vor ein paar Tagen im Volkshaus zugeschustet haben. Ich bezweifle, dass sich das selber getragen hat. Wir haben ein wunderbares Orchester in unserer Region und leisten uns lieber ein teures aus dem Ausland. Das kann ich nicht verstehen.“ Auch Norbert Plum kann sich mit einem gemeinsamen Ortschaftsrat nicht anfreunden. „Dafür sind wir zu unterschiedlich gestrickt.“ Und Michael Buth pochte auf eine Zusage der Stadtverwaltung aus den Zeiten der Eingemeindung Wiederaus. „Wir hatten damals noch die Möglichkeit, einen Vertrag zu schließen, im Gegensatz zu den Zwenkauer Ortsteilen, also bestehe ich jetzt darauf, dass er eingehalten wird. Darin wird uns der Erhalt des Ortschaftsrates zugesichert.“Andere Sorgen drehen sich in Großstorkwitz gegenwärtig um einen Versammlungsraum im ehemaligen Konsum. Dort müssten dringend eine Heizung und eine zweite Toilette eingebaut werden. „Wir brauchen den Raum für unseren Dorfverein und für Veranstaltungen.“ Darüber hinaus ärgere sich Landgraf über den Zustand der Großstorkwitzer Mühle. „Ein mittlerer Skandal, was dort abgeht“, formulierte er es. Nach den verheerenden Bränden im vergangenen Jahr (wir berichteten) verfalle das Mühlenensemble zusehends. Es befindet sich in Privatbesitz.In Wiederau tun sich einige Diskrepanzen zwischen dem Kulturverein und dem Kindergarten sowie den Gewerbetreibenden und den Vereinen auf. Ortsvorsteher Buth: „Ich habe das Gefühl, dass momentan eine schlimme Stimmung im Dorf ist.“ Gastwirt Hans-Joachim Schmalz ärgert sich über das fehlende Miteinander. „Wir kommen von weiterher nach Wiederau und haben noch nicht einmal die Hand gereicht bekommen. Wir Gewerbetreibenden fühlen uns echt stiefmütterlich behandelt.“Auf Anregung von Wolf-Dieter Schwidop soll es in Wiederau in Kürze eine Bürgerversammlung dazu geben.

Kathrin Haase

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