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Borna Aus grün wird gelb: Seit 1959 reifen in Borna Bananen
Region Borna Aus grün wird gelb: Seit 1959 reifen in Borna Bananen
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17:28 19.12.2016
Im Oktober 1959 berichtete die Leipziger Volkszeitung über die Eröffnung einer Bananenreiferei in der Raupenhainer Straße in Borna. Quelle: Foto: Julia Tonne
Borna

Noch ein halbes Jahr etwa, dann geht die Bananenreiferei des Edeka-Verbundes in Borna in Betrieb. Ohne es zu wissen, lässt Edeka damit in der großen Kreisstadt eine Tradition aufleben, denn eine solche Reiferei gab es hier bereits. Und zwar 1959, um genau zu sein.

Am 28. Oktober schreibt die Leipziger Volkszeitung in der Rubrik „Das Geschehen im Kreis Borna“: „Das Großhandelskontor für Obst und Gemüse hat in der Raupenhainer Straße in Borna eine Bananenreiferei eingerichtet, die seit vierzehn Tagen mit recht gutem Erfolg in Betrieb ist. Die grün angelieferten Bananenstauden kommen in drei Räume, in denen sich bei einer Temperatur von 20 bis 22 Grad der Reifeprozess vollzieht. Diese Einrichtung in unserem Kreis erweist sich als eine sehr wesentliche Verbesserung der Belieferung der Bevölkerung. Die Erfolge unserer Werktätigen im Siebenjahrplan werden auch zu einem weiteren beträchtlichen Anstieg der Importe an Südfrüchten führen.“ Thomas Bergner vom Museum der Stadt ist sich sicher, dass gerade viele Gnandorfer davon noch wissen dürften. Und er begründet auch, warum eine Reiferei zu diesem Zeitpunkt wichtig war: „Bananen wurden vor allem für die Gastronomie gebraucht.“ Bis Anfang der 70er Jahre gab es die Reiferei, dann war Schluss.

Die derzeit in der Stauffenbergstraße entstehende Reiferei kommt mit vollkommen anderen Eckdaten daher: Edeka investiert sieben Millionen Euro in das Vorhaben, 286 Millionen Früchte pro Jahr durchlaufen künftig in Borna den Reifeprozess, 14 Mitarbeiter kümmern sich ab Juni 2017 um einen reibungslosen Ablauf. Die hochmoderne Anlage beinhalte 38 Reifekammern, wie Stefan Worm, Leiter des Fruchtkontors in Hamburg, erklärt. In diesen werde den Bananen der Sauerstoff entzogen, in die Reifekammern werden stattdessen Stickstoff und Ethylen geleitet. Zweiteres ist ein Gas, das in einigen Obst- und Gemüsesorten natürlich vorkommt, unter anderem in Äpfeln, Pfirsichen und Tomaten. Laut Worm ist es dafür verantwortlich, Stärke in Zucker umzuwandeln. „Das heißt, dass wir die Bananen nicht durch künstliche Hilfsmittel reifen lassen“, betont er. Insgesamt dauere der Reifungsprozess zwischen fünf und sieben Tagen.

Wie Gernot Kasel, Sprecher von Edeka, betonte, wusste man bei dem Unternehmen bisher nichts von einer Reiferei in der Stadt. „Umso überraschter waren wir, davon zu hören“, sagt er. Der derzeitige Bau liege bisher im Zeitplan, die ersten Bewerber seien bereits zu einem Gespräch eingeladen worden. Die Inbetriebnahme erfolge dann im Juni. Ab dem Zeitpunkt gelangen die Bananen an die Lagerstandorte von Edeka und Netto-Marken-Discount in den neuen Bundesländern. Die Obstsorte war übrigens nicht nur früher sehr beliebt, aktuell sind Bananen deutschlandweit das meistverkaufte Obst.

Von Julia Tonne

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