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Ausbildung im Jugendknast Regis soll Chancen junger Häftlinge verbessern

Haft Ausbildung im Jugendknast Regis soll Chancen junger Häftlinge verbessern

In der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen werden jugendliche Insassen als Lageristen, Gebäudereiniger oder Bäcker ausgebildet. Die Palette der Möglichkeiten beeindruckte auch eine regionale Abordnung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), der künftig mit der Anstalt kooperieren will. Derzeit sitzen rund 230 junge Strafgefangene in Regis ein.

Der 20-jährige Omar Ben Haddou wird in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen zum Fachlageristen ausgebildet und gab den Mitgliedern des BVMW bereitwillig Auskunft.

Quelle: BVMW Sachsen

Regis-Breitingen. Um Perspektiven nach der Haft ging es bei einem Treffen, zu dem der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sowie Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) in die Jugendstrafvollzugsanstalt (JSA) Regis-Breitingen eingeladen hatten.

Den jungen Straftätern bereits während ihrer Haft mit Arbeit und Ausbildung wieder eine Perspektive zu geben, ist ein wichtiges Anliegen. 25 Unternehmer, die im BVMW organisiert sind, konnten sich davon vor Ort ein Bild machen. In der JSA sitzen ausschließlich junge Männer im Alter bis 21 Jahre, in Ausnahmen auch bis 27 Jahre ein, derzeit 231 Häftlinge insgesamt.

„Bei 90 Prozent unserer Gefangenen kann man sagen, dass die Weichen für ihre kriminelle Karriere bereits in der frühen Kindheit gestellt wurden, meistens in Elternhäusern, die eine derartige Entwicklung begünstigen,“ so Anstaltsleiter Uwe Hinz. Seine Aussagen zeigen, wie wichtig es ist, jungen Menschen frühzeitig eine positive Zukunftsperspektive zu geben. Dafür verfügt die JSA zum Beispiel über eine eigene Schule. Die Lehrer sind zum Teil in der Anstalt angestellt oder kommen als Teilzeitkräfte von außen. Die Häftlinge haben so Gelegenheit, hier Hauptschul- und Realschulkurse zu belegen, ihren Abschluss nachzuholen oder generell abzulegen und sich auf eine Berufsausbildung vorzubereiten.

Integrationsministerin Petra Köpping (l) und Constanze Weiß vom BVMW kamen mit dem Regiser Anstaltsleiter Uwe Hinz über die Ausbildung junger

Integrationsministerin Petra Köpping (l.) und Constanze Weiß vom BVMW kamen mit dem Regiser Anstaltsleiter Uwe Hinz über die Ausbildung junger Strafgefangener ins Gespräch.

Quelle: BVMW Sachsen

Darüber hinaus bietet die Anstalt ein umfangreiches Ausbildungszentrum an, das vom Europäischen Sozialfond EFS gefördert wird. Hier werden die Häftlinge zu Metallbauern, Bautechnikern, Fachlageristen, Gebäudereinigern, Bäckern, Gärtnern- oder Landschaftsbauern ausgebildet. „Von diesem breiten Ausbildungsangebot zeigten sich die Unternehmer positiv überrascht“, berichtet Sachsens beim BVMW-Pressereferentin Uta Georgi. Der Geschäftsführer der glass-Ingenieurbau Leipzig GmbH, Frank Sallowsky, machte dem 27jährigen David Alex gar vor Ort ein Jobangebot. „Ich brauche dringend Arbeitskräfte und so, wie ich den jungen Mann hier erlebt habe, bin ich gern bereit, ihm nach seiner Haftentlassung eine zweite Chance zu geben, um einen Platz in der Gesellschaft zu finden,“ erklärte Sallowsky. Der 27-Jährige wird im Herbst entlassen und kann dann bei der glass-Ingenierbau Leipzig GmbH seine in der Haft begonnene Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer im dritten Lehrjahr fortsetzen.

Von der Art und Weise, wie die Gesellschaft mit jungen Häftlingen umgeht, zeigte sich auch Constanze Weiß, BVMW-Kreisleiterin der Wirtschaftsregion Leipzig, positiv überrascht: „Das Feedback unserer BVMW-Mitglieder war so gut, dass wir überlegen, unsere Zusammenarbeit als Mittelstandsverband mit der JSA zu vertiefen“, gab Constanze Weiß zu Protokoll. „Immerhin brauchen unsere Unternehmer dringend Arbeitskräfte und sind gern bereit, engagierten jungen Menschen eine Chance auf Wiedereingliederung zu geben.“ Der Leiter der JSA, Uwe Hinz, kann der Kooperation ebenfalls positive Aspekte abgewinnen. Und am meisten würde es ihn freuen, wenn er die Häftlinge nach ihrer Entlassung kein zweites Mal in seiner Anstalt begrüßen muss.

Von Simone Prenzel

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