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Borna Ausschuss nimmt Pläne für Schlossareal in Rötha wohlwollend auf
Region Borna Ausschuss nimmt Pläne für Schlossareal in Rötha wohlwollend auf
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13:40 16.03.2018
So stellt sich Architekt Uwe Herrmann ein Gebäude an der Stelle des früheren Schlosses in Rötha vor. Quelle: Grafik: Uwe Herrmann
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Rötha

Die Stadt Rötha ist dabei, den Weg für eine Wiederbebauung des Schlossgeländes zu ebnen. Der Entwurf eines Bebauungsplanes für das Areal am Johann-Sebastian-Bach-Platz wurde bei einer ersten öffentlichen Vorstellung im Technischen Ausschuss am Donnerstagabend weitgehend wohlwollend aufgenommen.

Die Vorstellung hatte das Ziel, demnächst einen Stadtratsbeschluss herbeizuführen, der ein Bauleitplanverfahren für das Gelände in Gang setzt. Hintergrund ist die Absicht des Röthaer Architekten Uwe Herrmann und seines Geschäftspartners Hans Arthur Wilker, an der Stelle, an der bis 1969 das Röthaer Schloss stand, ein exklusives Wohngebäude zu errichten, das in Form und Größe an den Vorgängerbau erinnert.

Allerdings ist das unter den jetzigen Bedingungen nicht möglich. Nur ein eigens dafür zugeschnittener Bebauungsplan würde es rechtlich ermöglichen, zwischen die vorhandene viel niedrigere Bebauung ein Gebäude von der Höhe des ehemaligen Schlosses zu bauen. Aktuell, das sagte Architekt Herrmann, der den Planentwurf erstellt hat, in der Sitzung des Ausschusses, könnte man höchstens dreigeschossig bauen. Dabei aber würde der Denkmalschutz angesichts der ursprünglichen historischen Bebauung nicht mitmachen.

Um diesem Konflikt zu entgehen, werde ein Bebauungsplan gebraucht, der das gesamte frühere Rittergut umfasst. Er wäre „langfristig, auf Generationen hinaus umzusetzen“. Mit diesem Hinweis wollte der Architekt und frühere Stadtratsabgeordnete offenbar Befürchtungen entgegen treten, mit einem Bebauungsplan würde in aktuelle Rechte der Grundstückseigentümer eingegriffen.

Kern des Planentwurfs sind die Wiederherstellung einer Achse zwischen Georgenkirche und dem früheren Schloss in Form einer Schlossallee und die Bebauung an Stelle des Schlosses selbst. Die Grundstücke, die an die Achse angrenzen, und der Park werden von der Planung mit erfasst. Wobei, wie Herrmann betonte, es jetzt noch nicht um die Details gehe, sondern darum, „dass wir einen Bebauungsplan aufstellen wollen“. Die Planungshoheit bleibe bei der Stadt. Erklärtes Ziel sei jedoch, „die Bebauung in Höhe des früheren Schlosses zuzulassen“.

Peter Petters (Linke) lobte den Planentwurf als sehr detaillierte Arbeit und machte zugleich deutlich, dass er hinter Hermanns Absicht stehe, die historische Entwicklung aufzunehmen. Auch am Rittergut in Espenhain, von dem er mit dem Gasthof einen Teil besitze und das wie das Röthaer Schloss der Familie von Friesen gehörte, seien die Gebäude immer in Abhängigkeit von der jeweiligen Zeit genutzt worden. Petters sprach außerdem eine Kostenfrage an, die auf die Stadt zukommen könne, sollte die Planung realisiert werden. Dann hätte die Stadt, bestätigte Amtsleiterin Regina Kirsten, die Kosten für den Straßenbau und die Begrünung zu tragen. Achim Keil, berufener Bürger im Technischen Ausschuss und Mitglied des Fördervereins „Rötha – Gestern. Heute. Morgen“ begrüßte die Pläne. „Es bedarf einer gewaltigen Kraft, die Schlossallee zu entwickeln, wir sind auf jeden Fall mit im Boot.“

Die einzige Kritik an den Plänen kam von Karl-Heinz Pfefferkorn (Fraktion Linke). Er sprach sowohl die Problematik an, dass das gesamte Areal in einem ausgewiesenen Hochwassergebiet liege und kritisierte die beabsichtigte Höhe des zentralen Gebäudes.

Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) schloss sich Petters Lob für die Vorstellung der Pläne an. Er betonte, dass der Stadt in der Planungsphase keine Kosten entstehen würden, die trage die von Herrman und Wilker betriebene Projektentwicklungsgesellschaft Schlossareal Rötha. Zugleich präsentierte Eichhorn einen Zeitplan: Am ersten Dezember sollten die Ausschüsse auf einer gemeinsamen Sitzung eine Empfehlung für den Stadtrat aussprechen, der könnte am 8. Dezember das Verfahren zur Bebauungsplanung mit einem Aufstellungsbeschluss in Gang setzen.

Von André Neumann

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