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Borna Autobahn 72: Bis Rötha noch ein Jahr
Region Borna Autobahn 72: Bis Rötha noch ein Jahr
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05:09 09.10.2018
Bau der A 72 bei Borna: Jetzt beginnt auf dem gesamten Abschnitt 5.1. bis Rötha der Bau der Fahrbahn. Quelle: André Neumann
Rötha

Der Bau des vorletzten Abschnitts der A 72 geht in die letzte Runde. Demnächst beginne auf der gesamten Trasse der Aufbau der Fahrbahn, sagte Klaus-Peter Lechler, zuständiger Abteilungsleiter beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr, auf einer Informationsveranstaltung in Rötha. „Ungefähr in einem Jahr werden wir den Abschnitt 5.1. zwischen Borna und Rötha unter Verkehr nehmen.“ Danach könne mit dem Rückbau der Bundesstraße 95 begonnen werden. Die wird dann nur noch den Rang einer Ortsverbindungsstraße haben.

Viele Widrigkeiten im letzten Bauabschnitt

Erst ganz am Anfang stehen die Autobahnbauer mit dem letzten Abschnitt 5.2., der die Verbindung zur A 38 herstellt. Ein Unterfangen, in dem sich mehrere Widrigkeiten mischen, wie Lechler sagte: Der Bau erfolgt fast komplett auf 60 bis 80 Meter dickem Kippengelände. Die Autobahn wird zu 80 Prozent direkt auf der jetzigen Bundesstraße 95 gebaut, auf der der Verkehr weiter fließen muss. Teilweise steht direkt das Grundwasser an.

Baugrund muss verbessert werden

Die Verbesserung des Baugrundes nimmt deswegen einen gewichtigen Teil der auf acht Jahre bemessenen Bauzeit für die 7,2 Kilometer ein. Sie besteht im Wesentlichen aus sogenannten Rüttelstopfsäulen, die im Abstand von 2,50 Metern bis zu 15 Meter tief in den Boden eingebracht werden, und aus Verdichtung durch Überschüttungen mit Erdreich, die rund ein halbes Jahr liegen bleiben.

Kann die Autobahn absacken wie an der Ostsee?

Angesichts der Bodenbeschaffenheit waren die Verantwortlichen des Lasuv in Rötha – nicht zum ersten Mal übrigens – mit der Frage konfrontiert, ob sie denn einen ähnlichen Vorfall wie auf der Ostsee-Autobahn A 20 ausschließen können. Dort sackt bei Tribsees seit September 2017 die Fahrbahn immer weiter ab.

Lechler: Keine Verhältnisse wie in Italien

„Nein“, lautete Lechlers verblüffend ehrliche Antwort. Um sogleich darauf hinzuweisen, dass an der A 20 mit anderer Technologie und auf Moor, also noch weicherem Untergrund gebaut worden war. Verhältnisse wie in Italien, wo Mitte August in Genua eine Autobahnbrücke einstürzte und Autos und Menschen in die Tiefe riss, „werden bei uns nicht vorkommen“, zeigte sich Lechler allerdings überzeugt. Auch an der A 20 seien die Probleme frühzeitig erkannt worden, „sie wurde vorher gesperrt“.

Autobahn-Netz soll lückenlos sein

Ob es unter den gegebenen Umständen nicht preisgünstiger gewesen wäre, die vierspurige Bundesstraße zu ertüchtigen und auf das letzte Stück Autobahn zu verzichten, war eine Frage, die sich anschloss. Die Entscheidungen dafür, sagte Steffen Batzke vom Lasuv, seien schon vor Jahren getroffen worden. Der Planfeststellungsbeschluss, mit dem der Bau quasi Gesetzeskraft erlangte, stammt von 2013. Generelles Ziel bei der Planung von Straßen seien lückenlose Netze gleicher Straßenkategorien. Es soll also eben nicht die Autobahn kurz vor dem Kreuz mit einer anderen plötzlich zur Bundesstraße werden.

Letztes Stück entsteht in drei Abschnitten

Gebaut wird das letzte Autobahnstück in drei großen Abschnitten. Zuerst wird eine Seite der Trasse gebaut, beginnend mit der Bodenverdichtung über den Erdbau bis zum Aufbau der Fahrbahn. Voraussichtlich 2022 werden erstmals Autos auf einem Teil der neuen Autobahn fahren, kündigte Lechler an. Dann schließt sich Bauabschnitt zwei an, die andere Seite der künftigen Autobahn. Der dritte große Abschnitt ist der Bau der Anschlussstelle Zwenkau und Böhlen. Der, so die Vertreter des Lasuv könne nicht halbseitig, müsse aus einem Guss gebaut werden. Deswegen bekommt dieser Abschnitt mit der umgebauten S 72 zwischen Großdeuben und Böhlen eine Umfahrung. 

Der letzte Teil der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig bekommt zwei unterschiedliche Fahrbahnbreiten. Der größte Teil wird vierstreifig mit Haltespuren in der üblichen Gesamtbreite von 29,5 Metern ausgebaut. Auf dem letzten Stück bis zum Knoten mit der A 38 bekommen die beiden Richtungsfahrbahnen jeweils drei Fahrspuren.

Eine Lösung scheint es jetzt für die in den vergangenen Jahren regelmäßig überflutete Straße zu geben, die in der Göselaue unter der B 95 entlang führt. Die ist einerseits Landwirtschaftsweg, zum anderen Teil des Radwegenetzes im Südraum Leipzig unter anderem als Verbindung zwischen Rötha und dem Störmthaler See. Laut Klaus-Peter Lechler sei es nicht möglich, die Autobahn noch höher zu bauen, andererseits wolle auch die Stadt Rötha nicht dauerhaft Pumpen betreiben, um den Weg trocken zu halten. Die geplante Durchfahrtshöhe liege bei 4,25 Meter.

Nach Rücksprache mit der Agrar GmbH Pötzschau würden dem Unternehmen aber 4,10 Meter reichen, so dass der Weg angehoben werden könne. „Das wird gemacht“, sagte Lechler und erhielt dafür sogar Beifall von den anwesenden Röthaern. Passieren wird das aber erst am Ende des Autobahnbaus.

Von André Neumann

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