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Borna Automatisierungstechnik aus Hainichen weltweit im Einsatz
Region Borna Automatisierungstechnik aus Hainichen weltweit im Einsatz
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13:09 23.02.2018
Blick in die Werkhalle der Firma Elektro- und Automatisierungstechnik in Hainichen. Lehrling Felix Bahndorf bestückt einen Schaltschrank. Quelle: André Neumann
Kitzscher/Hainichen

Die Wirtschaft boomt. 2,2 Prozent Zuwachs prognostiziert Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) für den Freistaat 2018. Deutschlandweit erwartet das Ifo-Institut ein Plus von 2,6 Prozent. „Die positiven Geschäftserwartungen für die kommenden Monate versprechen erneut eine schwungvolle konjunkturelle Entwicklung“, ist Kristian Kirpal, der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der drei sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK), ebenso zuversichtlich gestimmt.

Teilt die mittelständische Wirtschaft im Südraum von Leipzig diese anhaltend hohen Erwartungen? Die LVZ hörte sich in Unternehmen um.

Weltweit arbeiten Anlagen mit Steuerungseinheiten aus Hainichen

Im Beratungsraum hängt eine Weltkarte mit roten Stickern. Einzelne stecken in Australien, Südafrika, auf der Antarktis und Amerika, dichter sind die Farbtupfer in Sibirien, China und Südostasien. Überall dort arbeiten Anlagen, in denen eine elektrische Steuerungseinheit aus dem Kitzscheraner Ortsteil Hainichen für reibungslose Funktion sorgt. Projektiert und gebaut im Unternehmen EAT Elektro- und Automatisierungstechnik und häufig auch von deren Mitarbeitern in Betrieb genommen.

Das Unternehmen EAT wird in diesem Jahr 15 Jahre alt und befindet sich von Anfang an auf Wachstumskurs. Angefangen hat Geschäftsführer Hans-Jörg Seelig im Gewerbegebiet Hainichen am 22. April 2003 mit drei Mitarbeitern, im selben Jahr stieg deren Zahl schon auf zehn.

Heute beschäftigt die Firma 21 Elektromonteure, Techniker, Ingenieure und kaufmännische Mitarbeiter. Gerade erst wurde ein selbst ausgebildeter Lehrling übernommen, es soll auch wieder einer eingestellt werden. Gelegentlich wird zusätzlicher Personalbedarf mittels Zeitarbeitsfirmen gedeckt, zwei Kollegen wurden darüber fest übernommen.

Kabel und hunderte kleine elektrische Bauteile werden nach einem genauen Plan eingebaut und verbunden und ergeben eine so genannte speicherprogrammierbare Steuerung. Quelle: André Neumann

Was bei EAT am Computerarbeitsplatz nach speziellen Anforderungen erdacht und in der Werkstatt montiert wird, passt in unscheinbare graue Kästen und Schränke. Das Innenleben jedoch hat es in sich: Kabel und hunderte kleine elektrische Bauteile werden nach einem genauen Plan eingebaut und verbunden und ergeben eine so genannte speicherprogrammierbare Steuerung.

Fundament sind langjährige Auftraggeber

Andreas Krug, ein langjähriger Mitarbeiter, verbaut auf diese Weise gerade gute 10 000 Euro in einen flachen Kasten, der vor ihm auf dem Werktisch liegt. An einem Arbeitsplatz ein paar Meter weiter montiert Lehrling Felix Bahndorf das Innenleben eines Schaltschrankes.

Das geschäftliche Fundament von EAT sind mehrere größere, langjährige Auftraggeber. Für den Abwasserzweckverband Espenhain betreut das Unternehmen das elektrische Leitsystem für rund 100 Pumpstationen. Die werden überwacht und bei Störungen sofort repariert.

Für die Stadtwerke Görlitz betreut EAT acht Energieerzeugungsanlagen, die größte mit einer Leistung von 55 Megawatt. „In diesem Jahr ist dort ein Umbau geplant, wir hoffen, dass wir wieder mit dabei sind“, sagt Geschäftsführer Seelig.

Regelmäßige Kunden von Schalteinheiten sind ein Fördertechnikhersteller aus Zwenkau, ein weltweit agierender Hersteller von Walzenpressen und ein Ausrüster für Kläranlagen für besondere Einsatzumgebungen. Diesen Auftraggebern liefert EAT Schaltanlagen, die zum Teil auch selbst vor Ort in Betrieb genommen werden. Aktuell ist ein Mitarbeiter mit der Inbetriebnahme einer Pressenanlage mitten in Sibirien beschäftigt.

Nun arbeiten Steuerungen auch in Kläranlagen auf Schiffen

Neuerdings ist es mit dem Stecken der roten Sticker nicht mehr so einfach. Die Kläranlagen, deren Steuerungseinheiten aus Kitzscher kommen, werden nämlich nicht nur auf antarktischen Forschungsstationen und in Alpenhütten eingebaut, sondern auch in Schiffen. Gerade läuft eine Inbetriebnahme an einem Marineschiff, und auch ein noch im Bau befindliches neues Kreuzfahrtschiff für die Eismeere wird einen Schaltschrank aus Hainichen im Rumpf haben.

Zwanzig bis 25 Stammkunden bedient EAT, darunter sind neben global tätigen Anlagenherstellern auch weitere Stadtwerke und Zweckverbände. Und der Kreis soll weiter wachsen. „Wir versuchen in jedem Jahr, zwei bis drei neue Kunden zu gewinnen“, macht Hans-Jörg Seelig deutlich, dass sein Unternehmen weiter auf Wachstum setzt.

In dieser losen Serie sind bislang Beiträge über folgende Unternehmen erschienen: die Lätzsch Kunststoff GmbH Thierbach, die PVS Pumpenreparatur – Vertrieb und komplexe Anlagen – Service GmbH und die Bornaer Firma Alltec.

Von André Neumann

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