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Borna Autoreifen, Bauschutt und Gartenabfall: Borna macht für saubere Stadt mobil
Region Borna Autoreifen, Bauschutt und Gartenabfall: Borna macht für saubere Stadt mobil
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11:00 14.03.2016
Die Kinderheimkinder säubern rund um den Breiten Teich das Gelände vom Müll. Hier landeten Verpackungen und Flaschen in den Säcken. Quelle: René Beuckert
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Borna

122 Akteure beteiligten sich am Samstag an der Aktion für ein sauberes Borna, zu der Michael Weiß aufgerufen hatte. „Es gibt zahlreiche Beschwerden über die Vermüllung der Stadt. Deshalb habe ich die Initiative ergriffen und Mitstreiter gesucht“, sagte der Bornaer. Diese fand er in der Stadtverwaltung, dem Technischen Hilfswerk (THW), dem Kinder- und Jugendparlament. Unter den zahlreichen Müllsammlern waren nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche, unter anderem aus dem Pestalozzi-Haus, dem Gymnasium und der Dinterschule.

Vor einem Jahr habe er zum ersten Mal zu so einer Aktion aufgerufen, an der sich gleich über 100 Leute beteiligten, so Weiß. Dank der Unterstützung des Wirtschaftshofes der Stadt kam dann die Sache ins Rollen. Andreas Schmidt vom Wirtschaftshof stellte fest, dass im zurückliegenden Jahr die vielen fleißigen Helfer etwa zehn Kubikmeter Müll zusammentrugen, was dem Fassungsvermögen eines großen Containers entspricht. „In der Stadt sind die Leute vom Wirtschaftshof selber aktiv, können jedoch nicht alles erfassen, wie beispielsweise in den Randgebieten von Borna. Das Territorium ist einfach zu groß“, meinte Schmidt.

An 15 Standorten, unter anderem rund um den Breiten Teich, im Schillerpark und im Gewerbegebiet Eula legten die Bornaer erneut Hand an. Mit Papiergreifer und Müllsack in der Hand durchstreiften auch die Seniorinnen Beate Scherf, Bärbel Rietzschel, Christina Döring und Regina Heumos den Schillerpark. „Wir gehen oft spazieren, wobei wir uns über den Müll ärgern“, erzählte Beate Scherf. Bärbel Rietzschel meinte, sie würden sich wegen des Mülls schämen, weswegen sie schon manchmal nachgedacht habe, in eigener Initiative einen Teil des Unrates zu beseitigen.

Somit sei der Aufruf den Damen gerade recht gekommen und sie hätten ihren Wunsch gleich in die Tat umsetzen können. „Wir sind so erzogen worden, dass Unrat nicht in die Landschaft gehört. Meine Kinder und auch die Enkel halten sich daran“, meinte Bärbel Rietzschel. Deshalb verstehe sie die Zeitgenossen nicht, die achtlos die Gegend verschandeln. Regina Heumos ergänzte, sie habe den Eindruck, dass im Laufe der Jahre der Müll in der Landschaft zugenommen habe. Die Seniorinnen waren sich einig, solch eine Umweltaktion sollte mehrmals im Jahr stattfinden. Daran würden sie sich wieder beteiligen.

Auch Maik Brauße von der Bornaer Kinder- und Jugendfeuerwehr hatte die Aktion genutzt, die Jüngeren für ein sauberes Borna zu sensibilisieren. „25 Kinder und Jugendliche sind dem Aufruf gefolgt“, hob er deren Initiative hervor. Ebenso war das THW mit einer jungen Mannschaft dabei, die bereits im vergangenen Jahr dem ersten Aufruf für eine saubere Stadt folgte und sich deshalb wieder an der Müllsammelaktion beteiligte.

Nicht nur weggeworfenes Papier und Flaschen zeigten die Umweltsünden einiger Zeitgenossen auf. Rund 40 Autoreifen, unzählige Gartenstühle, Glasflaschen, eine Couch, Verkehrsschilder, Schuhe, Müllbeutel mit Gartenabfällen und Bauschutt, ein Tannenbaum aus dem Teich – auch in diesem Jahr kamen wieder rund elf Kubikmeter Müll zusammen. Stadtrat Frank Feldmann kritisierte das Verhalten jener Bornaer, die den Weg zur Entsorgungsstation scheuen und ihren Müll in die Landschaft stellen. Aber ihn stimmte die Teilnahme von Eltern mit Kindern an der Umweltaktion zuversichtlich, dass künftige Generationen mehr auf Sauberkeit in der Kommune achten.

Von René Beuckert

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