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Awo-Chefin im Interview zur Übernahme von drei Kitas in Neukieritzsch

Interview Awo-Chefin im Interview zur Übernahme von drei Kitas in Neukieritzsch

Der Kreisverband Leipziger Land der Arbeiterwohlfahrt übernimmt im kommenden Jahr drei Kindereinrichtungen in Lobstädt und in Großzössen. Dazu äußert sich Kreisverbandsgeschäftsführerin Heike Buchheim im LVZ-Interview.

Buntes Treiben bei den „Lobstädter Würmchen“, die Einrichtung wechselt in die Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch/Lobstädt/Großzössen. Der Kreisverband Leipziger Land der Arbeiterwohlfahrt betreibt mit seiner Tochterfirma AWO Kita und ambulante Dienste GmbH 21 Kindertagesstätten in Markkleeberg, Markranstädt, Großpösna, Borna, Geithain, Regis-Breitingen, Ramsdorf, Taucha und in Deutzen. Im kommenden Jahr werden drei Einrichtungen in Neukieritzsch hinzukommen – die Kindertagesstätten in Großzössen und Lobstädt sowie der Hort in Lobstädt. Fragen dazu beantwortet Kreisverbandsgeschäftsführerin Heike Buchheim im LVZ-Interview.

Heike Buchheim, die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Leipziger Land der Arbeiterwohlfahrt

Heike Buchheim, die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Leipziger Land der Arbeiterwohlfahrt.

Quelle: privat

Was zeichnet aus Sicht der AWO die drei Neukieritzscher Einrichtungen aus, warum haben Sie sich um deren Übernahme beworben?

Mit der Übernahme von drei Einrichtungen wird unser Verband insgesamt stärker und gewinnt damit immer mehr Anerkennung und Wertschätzung durch die Öffentlichkeit. Die Neukieritzscher Einrichtungen arbeiten nach dem offenen Konzept, was unsere grundsätzliche Orientierung der pädagogischen Arbeit widerspiegelt. Neukieritzsch liegt in unserem Einzugsgebiet zwischen Borna und Großpösna und stellt neben einer neuen Herausforderung eine Chance zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens dar.

Was wird sich mit der Übernahme durch die AWO in den Einrichtungen für Kinder, für Eltern und für die öffentliche Wahrnehmung ändern?

Zunächst wird alles, was gut funktioniert so bleiben, wie es ist. Kinder und Eltern werden in gewohnter Weise mit in die pädagogische Arbeit einbezogen. Wir sehen die Elternmitwirkung als eine Chance, gemeinsam Aktivitäten und Projekte durch Ideenreichtum und Kreativität zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Eltern ermöglicht es uns, einen Blick von außen und somit neue Sichtweisen zu erhalten, welche uns sonst vorenthalten geblieben wären. Die Mitarbeiter und damit die Kinder und Eltern können partizipieren von unserem großen Erfahrungsschatz und haben damit die Möglichkeit, ihre Qualität zu verbessern und neue Ideen umzusetzen. Aber auch umgekehrt, werden wir von den Erfahrungen und der Kultur der Einrichtungen in Neukieritzsch Neues dazu lernen.

Aus Ihrer Sicht: Welche Vorteile bringt es einer Gemeinde, Kindertageseinrichtungen von freien Trägern betreiben zu lassen?

Der Ausbau der Kleinkindbetreuung, die Implementierung von Bildungsplänen, die Umsetzung verschiedener bildungspolitischer Projekte am Übergang vom Kindergarten zur Schule, Mitwirkungspflichten beim Kinderschutz und in der Gesundheitsvorsorge – diese und weitere Anforderungen erfordern eine intensive fachliche Anleitung und Unterstützung und ein hohes Maß an Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Die Betreibung von Kindertagesstätten ist für freie Träger in der Regel das Kerngeschäft, wogegen eine Gemeinde viele andere Aufgaben zu erfüllen hat. Eine große Herausforderung ist es, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen und zu erhalten. Seit mehreren Jahren stellen wir einen zunehmenden Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich fest. Deshalb investieren wir in die eigene Ausbildung von Fachkräften und erhöhen die Attraktivität unserer Beschäftigungsangebote. Aufgrund unserer Bekanntheit und unserer am Markt wahrgenommenen hohen Fachkompetenz sehen wir uns in der Lage, auch zukünftig hinreichend qualifiziertes Fachpersonal für uns gewinnen zu können. Freie Träger verfügen über pädagogische Fachberatung und eine übergeordnete Stelle eigens für alle Belange der Kindertagesstätten. Die Gemeinde kann mit freien Trägern neue Impulse in das Gemeinwesen einbringen und sich auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren.

Im konkreten Fall nannte die Gemeinde ein personelles Problem als Auslöser für die Überlegungen, die drei Einrichtungen abzugeben: In Lobstädt hat die Kita-Leiterin angekündigt, ab Januar nicht mehr als Leiterin arbeiten zu wollen. Wie gehen Sie mit dieser Personalie um?

Wie schon erwähnt, kann ich diese Überlegung der Gemeinde sehr gut nachvollziehen. Denn in einer Zeit, welche geprägt ist von Fachkräftemangel besonders im pädagogischen Bereich, erfordert es ein hohes Maß an zeitlichen und personellen Ressourcen, um stets über ausreichend Fachpersonal zu verfügen und sich mit den Sorgen, Nöten und Bedürfnissen der Mitarbeiter auseinanderzusetzen. Diese Tätigkeit nimmt einen hohen Anteil unserer Arbeit ein. Auf Grund von Urlaub und Weiterbildung haben wir noch keine Gelegenheit gehabt, um mit der Kollegin ein persönliches Gespräch zu führen. Vorher möchte ich zu diesem konkreten Fall nichts sagen.

Ihre Organisation ist in der Gemeinde Neukieritzsch schon Träger von Kindertagesstätte und Hort in Deutzen. Wird es ortsübergreifende Berührungspunkte oder Synergien zwischen den Einrichtungen geben?

Berührungspunkte wird es mit allen unseren Einrichtungen geben. Die Leiterinnen unserer Einrichtungen haben regelmäßig eine gemeinsame Beratung, um sich gegenseitig auszutauschen, neue fachliche und gesetzliche Informationen zu erhalten und in einen kooperativen Erfahrungsaustausch zu treten immer mit dem Ziel, unseren Kunden die bestmögliche Qualität an Dienstleistungen zu bieten. Mit der Einrichtung in Deutzen wird es auf Grund der örtlichen Nähe eine besondere und intensivere Zusammenarbeit geben. Synergieeffekte werden sich ergeben in der Gemeinwesen- und Öffentlichkeitsarbeit, im Austausch zu allen Fach – und Sachfragen, in der personellen Unterstützung, in der Schulvorbereitung und in vielem anderen mehr.

Die Kindertagesstätte in Großzössen ist mit 31 Plätzen vergleichsweise klein. Gewährleistet die Größenordnung einen dauerhaften Betrieb? Wo sehen Sie die Schmerzgrenze nach unten?

Wir betreiben seit vielen Jahren zwei vergleichsweise kleine Einrichtungen. Eine hat 29 Plätze, die zweite 39. Diese kleinen Einrichtungen sind bei Kindern und Eltern sehr beliebt und sehr nachgefragt. Denn sie bieten vor allen eine familiäre Geborgenheit. Meiner Meinung nach gewährleistet diese Größenordnung einen dauerhaften Betrieb. Die Geburten wachsen stetig an und die kleinen Einrichtungen erfreuen sich großer Beliebtheit. In letzter Instanz ist es immer Entscheidung der Gemeinde, Einrichtungen dauerhaft zu betreiben. Von der Gemeinde Neukieritzsch habe ich dazu ein positives Feedback bekommen.

In Neukieritzsch werden 2017 zum dritten Mal in Folge die Elternbeiträge steigen, die an die Betriebskosten gekoppelt sind. Was tun Sie als Träger in Ihren Einrichtungen zur Dämpfung des Anstiegs der Betriebskosten?

Wir bekennen uns ausdrücklich zu den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit im Sinne der Haushaltordnungen von Bund, Land und Kommune und zu einer ordnungsgemäßen Betriebsführung. Auch deshalb nutzen wir konsequent Synergien.

Von André Neumann

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