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Borna Axel Troost will es noch einmal wissen
Region Borna Axel Troost will es noch einmal wissen
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00:21 18.09.2017
Axel Trost will für die Linken wieder in den Bundestag einziehen. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Axel Troost will es noch einmal wissen. Der 63-Jährige, der seit zwölf Jahren für die Linken im Bundestag sitzt, will Weichen stellen. „Für Projekte, in denen die Linken in einer Regierungskonstellation vorstellbar sind“. Und weil er den Kopf voll hat mit Ideen und Konzepten.

Etwa wenn es um einen öffentlichen Beschäftigungssektor geht. Oder anders ausgedrückt um einen sozialen Arbeitsmarkt. „Dafür brauchen wir mindestens 500 000 Stellen in Deutschland“, sagt Troost, der in Leipzig wohnt, sich aber politisch im Landkreis Leipzig zu Hause fühlt. Ihm geht es dabei um die vielen Langzeitarbeitslosen, von denen kaum einer eine reale Chance auf dem normalen Arbeitsmarkt hat. Die müssten langfristig beschäftigt und sozialversicherungspflichtig entlohnt werden. Eine Idee, die Troost in früheren Jahren schon einmal auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft hat. Anfang der 90-er Jahre in Rostock. Die thüringische Sozialministerin Heike Werner, eine Linke mit starken Wurzeln im Landkreis Leipzig, versuche das jetzt im benachbarten Freistaat umzusetzen. Troost: „Dabei geht es aber nicht darum, dass jemand den Rasen mäht.“ Gebraucht würden vielmehr Nachbarschaftshilfe oder Kinderbetreuung außerhalb der Öffnungszeiten von Kindertagesstätten.

Troost, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, der in seinem früheren Leben auch Mitglied der SPD und der DKP war, kam über die WASG zu den Linken. Er ist kein Anhänger des so genannten bedingungslosen Grundeinkommens, sondern einer bedarfsorientierten Mindestsicherung. „Mit der Betonung auf bedarfsorientiert.“

Die aktuelle Rentenpolitik, so Troost, laufe real auf eine Rentenkürzung hinaus. Deshalb fordert er ein Festhalten an der Rente mit 65. Und er plädiert für das österreichische Rentenmodell, bei dem auch Selbstständige und Beamte mit in die Rentenkasse einzahlen. Troost: „Wir wollen eine Erwerbstätigenversicherung.“

Was das Thema Zuwanderung anbelangt, so ist der Mann, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei ist, davon überzeugt, dass die anerkannten Asylbewerber auch eine Chance für den deutschen Arbeitsmarkt sind. „Im Bereich der Pflege, aber auch in Krankenhäusern und bei der Polizei gibt es einen großen Fachkräftebedarf.“ Der könne durch gut integrierte Flüchtlinge gedeckt werden, „in zehn bis 15 Jahren“. Dass die Asylbewerber die deutsche Gesellschaft auch mitprägen werden, davon geht Troost aus. Es werde Veränderungen geben, und die dürften in Schulen und Kindertagesstätten ebenso zu besichtigen sein wie an den Universitäten.

Von Nikos Natsidis

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