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Borna B 2 in Audigast: Schnelle Lösung nicht in Sicht
Region Borna B 2 in Audigast: Schnelle Lösung nicht in Sicht
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15:16 19.05.2015

Die Interessenlagen sind unterschiedlich, je nach Wohnstandort der Betroffenen. Das wurde in einer Bürgerversammlung mit Vertretern der Stadt und der Verkehrsbehörden vorgestern Abend ebenso deutlich wie die Tatsache, dass es eine schnelle Lösung nicht geben wird.

Groitzschs Bürgermeister Maik Kunze (CDU) zeigte die differierenden Zielvorstellungen auf, die sich mit der Hochwasserproblematik herauskristallisiert hatten. Der gewünschten zügigen Absenkung der B 2 stehe die Dringlichkeit der Ortsumgehung gegenüber, ein prall gefüllter Ordner zeuge vom langjährigen Schriftverkehr mit dem Bundesverkehrsministerium. Auch im Landesverkehrswegeplan Sachsen sei die Maßnahme enthalten, ein Zeitfenster von zehn bis 15 Jahren sei anberaumt. "Es ist vermessen, auf einen Baubeginn in den nächsten zwei Jahren zu hoffen, aber wir bleiben dran", so Kunze. "Wir begleiten das Vorhaben politisch, in Berlin Türen zu öffnen, ist unsere Aufgabe."

Das sei auch das Bestreben des Ortschaftsrats, der seit vier Jahren daran arbeite, sagte Ortsvorsteherin Antje Wildensee: "Rund 12 700 Fahrzeuge werden täglich im Ort gezählt, eine unzumutbare Belastung durch Lärm und Abgase. Erst wenn die Verlegung realisiert ist, können wir die Absenkung der jetzigen B 2 vorantreiben." Die Verbindung zwischen Audigast und Pegau verlöre dann ihren Status als Bundesstraße, ein vollständiger Rückbau bis hin zur ausschließlichen Nutzung für landwirtschaftlichen Verkehr sei dann ohne großen Aufwand möglich, führte Referatsleiter Uwe Rohland von der Stabsstelle Servicebereich aus.

Derweil steht den Anwohnern regelmäßig das Wasser in Haus und Hof, die permanenten Katastrophen stehen - ohne Aussicht auf schnelle Abhilfe. Die Hochwasserschäden an der unterspülten B 2 sind zwar beseitigt, doch wurde die Straße wieder ein wenig höher. Um mindestens 60 Zentimeter, alte Audigaster haben sogar 90 gemessen, sei sie im Laufe der Jahrzehnte mit jeder Reparatur angewachsen und staue nun das Wasser. Absenken oder ein Brückenbau gehen jedoch nicht so ohne Weiteres: Einer Änderung der Gradiente, erläuterte Markus Heier, Leipziger Niederlassungsleiter vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, müsse ein langwieriges und teures Planfeststellungsverfahren vorausgehen. Das stünde der gewünschten Umgehung im Wege, beides parallel voranzutreiben, sei aus Kostengründen illusorisch.

"Der Wert unserer Grundstücke, die als Altersvorsorge gedacht waren, geht gegen Null", ärgert sich Roland Apelt von einer Interessengemeinschaft, die sich für eine baldige Lösung einsetzt. Gerne hätte er Axel Bobbe, Leiter des Röthaer Betriebes der Landestalsperrenverwaltung, nach der Realisierung der Pläne für Damm und Wehr gefragt, die seit 2004 in den Schubladen der Talsperrenmeisterei ruhten. Doch der war verhindert. Wildensee war wie viele der Anwesenden enttäuscht, gern hätten sie mit Bobbe diskutiert. Kunze versprach einen neuen Termin Anfang nächsten Jahres. Dann kann Apelt erneut energisch fordern: "Einer muss sich endlich bewegen. Entweder soll es Geld für den Hochwasserschutz geben und die bauen einen Damm, oder die sollen die Pläne für ihre neue Bundesstraße vergessen."

Gislinde Redepenning

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2013
Gislinde Redepenning

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