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Borna BCV streicht vor dem 11.11. die Segel
Region Borna BCV streicht vor dem 11.11. die Segel
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15:20 19.05.2015

Damit endet die Geschichte der Bornaer Narren, die 1983 begonnen hatte.

Sie kochten immer auf kleinerer Flamme als die Karnevalisten in Pegau und Groitzsch oder auch in Kitzscher und Rötha. Nachdem es in den letzten Jahren immer wieder Bemühungen des Vereins gegeben hatte, bei dem zuletzt vielleicht noch 15 Leute zur Stange hielten, kam jetzt das Aus: Auf einer Zusammenkunft in der vorigen Woche beschlossen die BCV-Mitglieder ihr Ende - einstimmig, wie BCV-Präsident Michael Prax auf LVZ-Anfrage erklärte.

"Es bringt nichts mehr", erklärte der Mann, der im Schichtbetrieb arbeitet, das Ende des BCV damit aber ebenso wenig in Verbindung gebracht wissen will wie mit der Arbeitsbelastung anderer Vereinsmitglieder. Es habe an Unterstützung gefehlt, so Prax, und meint damit auch die Stadt. Borna sei nun einmal keine Karnevalsstadt. Prax: "Da gehen die Leute lieber woanders hin."

Dabei hatte die Geschichte des Vereins als Erfolgsstory begonnen. Es war im Jahr 1983, als die DDR noch unerschütterlich schien. Die Leitung des damaligen Kulturhauses der Gewerkschaften mit dem schönen Namen "Deutsch-Sowjetische Freundschaft", dem späteren Volkshaus, an dessen Stelle heute ein Supermarkt steht, überwarf sich damals mit den Protagonisten eines Faschingsprogramms. Die staatliche Leitung wollte, dass die anderen Arbeitsgemeinschaften, von denen es in Gewerkschaftshaus eine Reihe gab, einspringen. Schließlich musste das Bedürfnis der Werktätigen nach niveauvoller Unterhaltung befriedigt werden. Im Zuge der Aktion wurde Hans Hohlfeld, als aktiver Modelleisenbahner mit vom der Partie, an die Spitze der Karnevalisten gespült - und behielt diesen Posten bis weit in die neue Zeit hinein. Zu sozialistischen Zeiten gab es Faschingsprogramme, für die die Nachfrage so groß war, dass die ersten Interessenten bereits früh ab fünf anstanden, um an die heiß begehrten Karten zu kommen.

Das änderte sich freilich mit Einheit und Systemwechsel, aber in den 90er Jahren galt der BCV noch als Größe im Bornaer Kulturleben, auch wenn die Karnevalisten hier niemals mit den Narren aus den benachbarten Hochburgen rechts und links der Elster mithalten konnten. Der Kinderfasching am Fastnachtsdienstag war jedenfalls so etwas wie eine Tradition. Bereits damals aber gab es auch Kritik seitens der Karnevalisten - vor allem an mangelnden Auftrittsmöglichkeiten in den eigenen Stadtmauern.

Die Probleme wurden nach dem Rückzug von Hohlfeld nicht kleiner. Immerhin erlebte der BCV vor einem knappen Jahrzehnt eine kleine Renaissance, als etwa am 11. November 2004 Hunderte Bornaer trotz eisiger Kälte zu den Klängen der "Randfichten" über den Markt tobten.

Das ist nun vorbei. Einen neuerliche 11.11. mit Schlüsselübergabe durch den oder die Rathauschef(in) wird es nicht geben. © Kommentar Seite 25

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2013
Nikos Natsidis

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