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BSV-Kicker peilen schnelle Genesung an

BSV-Kicker peilen schnelle Genesung an

Dem Patienten Bornaer SV geht es den Umständen entsprechend gut. Er drängt für den morgigen Sonnabend trotz aller Widrigkeiten auf den Rückrunden-Auftakt in der Fußball-Sachsenliga.

Borna. Gegen den punktgleichen SV Naunhof (14.) auf dem Regiser Kunstrasen will sich der BSV (13.) vom Krankenlager erheben. Nach der mit Turbulenzen verkorksten ersten Halbserie soll die Genesung einsetzen. „So schnell wie möglich ins gesicherte Mittelfeld“ und „nichts mit dem Abstieg zu tun haben“ sind die Ziele von Trainer Ronald Werner.

Allerdings hat den seit Mitte November amtierenden Coach die Vorbereitung auf die Rückrunde nicht überzeugt. Wobei er nicht das Engagement seiner Kicker meint. „Das glich mehr einer AG Leichtathletik.“ Laufen, laufen, laufen. „Auf jeden Fall ist die Truppe konditionell fit. Aber Kombinationen trainieren, Flanken schlagen und ähnliche Technikarbeit waren bei den Bodenverhältnissen nicht möglich.“ Dass dennoch recht ordentlich Testspiele zustande kamen, sei ein gutes Zeichen.Darüber hinaus setzt er auf den psychologischen Aspekt für das morgige Spiel. „Wir haben die Spannung auf diesen Termin hin hoch gehalten. Nun wollen die Jungs endlich loslegen, sind sie richtig fußballgeil.“ Zudem sei ein Derby zum Start doch eine schöne Sache, da sich jeder besonders motiviert fühle. „Auch ich freue mich, dass es gleich gegen Naunhof geht“, sagt der 46-Jährige. Er hatte den SVN im Oktober 2008 übernommen, auf Platz drei in der Bezirksliga und zum Landesliga-Aufstieg geführt, ehe er Anfang Oktober 2009, nach nur einem Punkt aus acht Partien, wegen Erfolglosigkeit gehen musste. „Ich habe aber keine Rechnung offen mit dem Verein, wir haben alles geklärt. So sind eben die Regularien.“ Dennoch komme für ihn jetzt nur ein Sieg der Bornaer infrage.Vierter Platz am 7. SpieltagDie Punkte benötigen beide Mannschaften dringend, ganz knapp vor der Abstiegszone. Dort zu stehen, konnte sich vor der Saison wohl keiner beim BSV vorstellen. Nach Platz fünf im Vorjahr hatte im Sommer Jochen Kunath, da noch Coach und dann Team-Manager, sogar ein wenig auf die Top drei geschielt. Offiziell war von einer einstelligen Platzierung die Rede. Die erste Hälfte der Hinrunde ließ dann sogar den Kunath’schen Wunsch fast Realität werden. Nach verhaltenem Beginn mit drei Remis waren die Bornaer mit drei Siegen und dem nächsten Unentschieden bis auf Rang vier geklettert. Umso steiler ging es bergab. Zwei 1:5-Heimpleiten gegen Kreisrivale Grimma und Pirna-Copitz sowie zwei Niederlagen in Chemnitz (bei CFC II und Fortuna) später fanden sich die Wyhrastädter als Elfte wieder. Da war der vorm 2. Spieltag überraschend von Kunath installierte Coach Hendrik Rudolph zum Abschuss freigegeben. Selbst das 1:0 über Sachsen Leipzig II rettete ihn nicht mehr. Für Nachfolger Werner gab es bei zwei Niederlagen und einem Remis bisher noch keinen Dreier.Mehrfach-TurbulenzenDas fragwürdige Intermezzo eines im Männer-Bereich unerfahrenen Trainers war allerdings nur ein vom Verein selbst verursachtes Problemfeld. Hinzu kam das im fünften Jahr in Folge unerfüllte Schiedsrichter-Soll, dessen Bestrafung die gesamte Halbserie wie ein Damoklesschwert über der Mannschaft schwebte. Im Oktober sprach das Sportgericht des Sächsischen Fußball-Verbandes den Abzug von neun Punkten aus, der nach der Berufung des BSV vom Verbandsgericht laut durchgesickerten Informationen auf vier Zähler gesenkt, dann aber Anfang Januar mit sechs Punkten bekannt gegeben wurde.Die dazugehörige 1000-Euro-Geldstrafe trug zum nächsten Dilemma der Bornaer bei – den schwächelnden Finanzen. Eine Nachzahlung von Gebühren an die Stadt sowie Kosten für das in Zwickau ausgetragene Achtelfinal-Duell im Sachsenpokal-Wettbewerb gegen Dynamo Dresden (das bei einem Vierteljahr Hin und Her über den Austragungsort auch reichlich Aufwand und Nerven beanspruchte) brachten den BSV in die Bredouille. Weshalb unter anderem die Spieler drei Monate auf Aufwandsentschädigungen und Fahrgeld warten mussten. Ersatz für die fehlende Bestätigung aus dem Vorstand: „Auch wenn es mal Verzögerungen gab, vorm ersten Rückrundenspiel wurde alles geklärt“, so Ronald Werner.Drei Spieler weg – keiner dazuImmer pünktlich sollen die Scheine bei Benjamin Fraunholz angekommen sein. Was den Stürmer nicht davon abhielt, seinen noch anderthalb Jahre laufenden Vertrag zu kündigen und zu Oberligist 1. FC Lok Leipzig zu wechseln. „Im Sommer hätte ich sicherlich zugestimmt“, sagt Coach Werner. „Doch jetzt gibt es keine Freigabe.“ Zumal das Verhalten der Messestädter unseriös sei: „Die wildern innerhalb des Bezirks. Und seit vier Wochen will mich Lok-Präsident Kubald zurückrufen.“ Mindestens bis zu einer gerichtlichen Klärung müsse Fraunholz bei seiner neuen Truppe zuschauen. „Sportlich ist das für uns ein Verlust. Menschlich ist es eine Enttäuschung“, so Werner, der dennoch die Tür für eine Rückkehr des Torjägers nicht völlig schließt.Den Verein verlassen hat nun doch Mario Döring, der zum SV Regis-Breitingen in die Bezirksklasse wechselte. Was der Coach durchaus bedauert, auch wenn der vielfach Einsatzbare aufgrund von Verletzungen in den vergangenen 18 Monaten weniger als die Hälfte der Spiele absolvierte. „Als langjähriger Bornaer war er aber einer der Meinungsführer im Team.“ Hingegen hat Werner den erst im Sommer gekommenen Steven Rzeppa gar nicht kennengelernt, weil der zuletzt wegen des Jobs fehlte. Nun ist er zum SV Empor Mühlberg nach Brandenburg (Landesliga Süd) gegangen. Ersatz für das Abgänger-Trio gibt es nicht. „Wir haben 15 Spieler im Kader, das muss nicht das Schlechteste sein“, gibt sich Werner optimistisch. „Ich habe ihnen klargemacht, dass wir noch enger zusammenrücken müssen.“ Zwei, drei Akteure aus dem zweiten Team sollen bei Not am Mann aber noch aufrücken. Die Stimmung sei gut. „Die Truppe brennt, sie will möglichst schnell da unten raus. Für mehr können wir uns nicht aus dem Fenster lehnen.“FührungswechselPersonalwechsel gibt es auch in der übergeordneten Struktur des Vereins. Fußball-Abteilungsleiter Marko Seidel ist, wie berichtet, zum BSV-Präsidenten aufgestiegen. Gesamtvorstandsmitglied Daniel Salomon ist nun zuständig für alle Kicker, ohne aber klassischer Abteilungsleiter zu sein. Team-Manager Jochen Kunath ist auf eigenen Wunsch von dieser Funktion und damit der operativen Arbeit zurückgetreten. Er werde aber dem Verein die Treue halten. Die Verantwortung für das Sachsenliga-Team liegt damit allein bei Coach Werner, Co-Trainer Thomas Neubert und Tom Rietzschel als Sportlichem Leiter.

Die Statistik zur ersten Halbserie des Bornaer SV finden Sie in der LVZ Borna/Geithain am 12. Februar.

Olaf Krenz

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