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BSV-Kicker sehen Trainerwechsel skeptisch

BSV-Kicker sehen Trainerwechsel skeptisch

Mit Unverständnis haben Bornas Sachsenliga-Fußballer auf den Trainerwechsel vom Dienstagabend reagiert. Kapitän Toni Leutert stellte sich am Mittwoch vor den geschassten Coach Ronald Werner und zeigte sich enttäuscht, dass der Mannschaftsrat nicht einbezogen wurde.

Borna. Der Entlassene äußerte Enttäuschung und Frust.  Werner ließ durchblicken, dass Vereinsvorstand und Trainerteam schon länger nicht an beiden Seiten eines Strickes ziehen. Er flüchtete sich in Sarkasmus: „Das soll wohl eine Kreisauswahl Borna werden.“

Das Aus für Werner und die Vorstellung von Nachfolger Thomas Koerth, bisher A-Junioren-Trainer, kam für die Mannschaft unerwartet, sagte Leutert. „Das hat keiner geahnt. Für die meisten war das unverständlich.“ Zwar ist die Bilanz der letzten Begegnungen nicht gut. „Das ist aber nicht dem Trainer anzulasten.“ Es muss doch gesehen werden, mit welcher Truppe der BSV am Montag in Hohenstein-Ernstthal antrat. „Da waren nur drei Stammspieler vom 6:2-Heimsieg über den VfL von Ende August dabei.“ Aufgefüllt mit damaligen Reservisten, Junioren und aus der zweiten Mannschaft, kann das Potenzial nicht gleich sein, findet der 26-Jährige. Und dass die Gelder nicht regelmäßig gezahlt werden, belastet die Konzentration vor allem der jungen Spieler, „die sind darauf angewiesen“. Das Team fängt meist gut an, so Leutert. Wenn es aber einen Treffer kassiert, verkrampfen einige. Und dann passieren die Fehler, die zu weiteren Gegentoren führen. „Werner hat einen Namen, schon weil er 2. Bundesliga gespielt hat.“ Dass er Ahnung vom Fußball hat, war im Training zu sehen, sagte Leutert. „Den neuen Coach kenne ich nicht, da erlaube ich mir kein Urteil. Ich finde es aber schwach, dass die Vereinsführung nicht den Mannschaftsrat gefragt hat, wie die Truppe mit Werner zurechtkommt.“ Das Aus für dessen Vorgänger Hendrik Rudolph hatte einen positiven Effekt, trotz des geringen Erfolgs. „Das war in der Mannschaft, an der Stimmung zu spüren. Jetzt bin ich skeptisch.“ Ronald Werner war vorgestern Mittag mit einem Anruf aus der Geschäftsstelle zum abendlichen Termin mit dem Vorstandsduo Marko Seidel (Präsident) und Daniel Salomon (Fußball-Chef) bestellt worden. „Sie wollten von mir aber gar nicht erst wissen, wie ich in den restlichen neun Spielen den Klassenerhalt schaffen will. Die Entscheidung, mich und Co-Trainer Thomas Neubert rauszuschmeißen, stand schon vorher fest.“ Wohl bereits am Montag nach der 3:0-Niederlage in Hohenstein-Ernstthal, die Salomon miterlebt hatte. „Wir brauchen nicht rumeiern, wir haben zu wenig Punkte geholt“, bekannte der 46-Jährige. Sechs waren es in seinen neun Partien seit dem Einstieg Mitte November. „Doch man muss auch mal sehen, was die Mannschaft in dieser Saison durchgemacht hat: Sechs-Punkte-Abzug wegen Schiedsrichtermangels, mit dem Geld hängt der Verein häufig hinterher, mehrere Spielerweggänge in der Winterpause ohne adäquaten Ersatz. Von Kleinigkeiten, die in anderen Vereinen gang und gäbe sind, wie Getränke nach dem Training und Verpflegungsbeutel für lange Auswärtsfahrten, ganz abgesehen.“ Das, so Werner, machte er dem Duo noch mal klar, ohne Wirkung. „Von den beiden habe ich aber auch nichts anderes erwartet“, ließ er seinen Frust raus. „Vom Sportlichen her können sie das nicht einschätzen.“ Dass finanzielle Engpässe wenig Spielraum lassen, versteht er. Hier wurde ein Trainer durch einen günstigeren ersetzt, so Werner. Mit den Spielern ist das nicht so einfach auf diesem Niveau. „Wenn Akteure von außerhalb kommen, haben sie Kosten. Da sind Aufwandsentschädigungen legitim.“ Sich nur auf eigene Kräfte zu besinnen, wird kaum reichen. „Das soll wohl eine Kreisauswahl Borna werden.“ Selbst wenn die Klasse gehalten wird, was er und Neubert sowie der zurückgetretene Mannschaftsleiter Tom Rietzschel dem Team wünschten, als sie sich verabschiedeten, sieht Werner dann wenig Chancen für die nächste Saison: „Mit welcher Mannschaft denn?“ Die aktuelle Truppe will sich trotz allem voll reinhängen. „Wir wollen nicht absteigen. Das ist demütigend“, gab sich Toni Leutert kämpferisch.

Olaf Krenz

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