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BSV ist seinen Schuldenberg los

BSV ist seinen Schuldenberg los

Das Gericht und der Insolvenzverwalter haben sich verabschiedet. Der Bornaer Sportverein (BSV) ist nun wieder sein eigener Herr. Und vor allem seinen Schuldenberg los.

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Borna. Nach der überstandenen Insolvenz ist das neue Spieljahr der Fußballer finanziell abgesichert, sagt der Vorsitzende Ingo Dießner. Damit können die zwei Männer-Teams ihre ersten Pflichtspiele am Sonnabend unbelastet angehen.

Gerade einmal fünf Monate sind vergangen. Das Amtsgericht Leipzig eröffnete das Insolvenzverfahren am 5. März und beendete es am 3. August. Inzwischen ist auch die Verteilung der Restgelder an die Gläubiger erfolgt. Damit ist der BSV aus dem Schneider. „Es ging viel schneller als sonst bei einer Insolvenz", sagt Matthias Schwanke, verfahrensleitender Sachbearbeiter vom Leipziger Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch. „Das ist bei einem Planverfahren möglich, das wohl nur in jedem 100. Fall angewendet werden kann. Und wir hatten viele glückliche Umstände. Eigentlich war der Verein am Ende."

Dieses Fazit ergab die erste Bestandsaufnahme zu Jahresbeginn, nachdem die damaligen BSV-Vorstandsmitglieder Marko Seidel und Daniel Salomon kurz vor Weihnachten den Insolvenzantrag gestellt hatten. „Es gab keine Liquidität, die Abteilungen bis auf den Fußball waren weg, die Stadt hatte die Sportstätten für die Kicker gesperrt, und der Alt-Vorstand war zurückgetreten", fasst Schwanke zusammen.

Dass sich aber zügig neue Akteure um Ingo Dießner und Sebastian Pscherer für den Vorstand fanden, die den Verein erhalten wollten, war der Ansatz für die Rettung. Hinzu kamen die fachliche Unterstützung vom Schatzmeister des Kreissportbundes, Andreas Woda, der – nicht ganz unwesentlich – der VR-Bank Leipziger Land vorsteht, und der Willen aller wesentlich Beteiligten, sprich Gläubiger, dem BSV das Überleben zu ermöglichen. „Sonst kann auch der Insolvenzverwalter nur den Schlüssel rumdrehen", so der Diplomkaufmann aus Leipzig. „So aber mussten wir nichts abwickeln."

Letztlich meldeten 31 Gläubiger Forderungen in Höhe von fast 77 000 Euro an, so Schwanke. Gut 72 700 Euro wurden als berechtigt anerkannt. Die größten Posten stammten von der Stadt Borna (unter anderem wegen nicht gezahlter Sportstättengebühren) und einer Leasing-Gesellschaft (für zwei VW-Kleinbusse/Neunsitzer). Beim „Kassenschluss" betrugen die BSV-Finanzen, per Darlehen aufgestockt, reichlich 12 000 Euro. Nach Abzug der Gerichtskosten und Insolvenzverwaltergebühren von zusammen etwa 7000 Euro, die vorrangig zu zahlen sind, blieben 5700 Euro für die „Begleichung" der Verbindlichkeiten. Damit erhielt jeder Gläubiger nur einen Anteil von knapp 7,8 Prozent seiner Forderungen zurück. „Das entspricht der von uns angenommenen Planquote", erklärt Schwanke. Bei einer Zerschlagung und Auflösung des Vereins wären kaum zwei Prozent möglich gewesen. 

Ausdrücklich lobte er die Stadt Borna, die sich hätte querstellen können. Trotz des vorherigen Zerwürfnisses zwischen ihr und dem BSV habe sie aber nach einem schnellen Gespräch die Sportstätten wieder geöffnet. „Und nun hat sie mit der Zustimmung zum Insolvenzplan auf den größten Teil der ihr zustehenden Gelder verzichtet."

Was auch Vereinschef Dießner zum großen Dankeschön in Richtung Rathaus veranlasst. Ebenso hebt er die „tolle Zusammenarbeit mit dem Team des Insolvenzverwalters" hervor, die darin gipfelte, dass der nur die Hälfte seiner Gebühren in Rechnung stellte und damit zum schnellen Abschluss des Verfahrens beitrug. Das Darlehen über 4000 Euro, so Dießner, setzt sich aus mehreren Beträgen von Mitgliedern und Freunden des Vereins zusammen. „Vereinbart war, dass wir das über einige Jahre zurückzahlen. Inzwischen sind aber nur noch 1000 Euro offen." Mit Argusaugen werde nun über den Vereinshaushalt gewacht. „Die neue Saison ist abgesichert, wir haben Sponsorenzusagen über längere Zeit." Derzeit sei fürs Jahresende ein kleines Plus in Sicht.

Matthias Schwanke traut das dem neuen Vorstand zu. „Wir haben uns gemeinsam die Kosten- und Erlösstruktur angesehen und dann den Verein gesundgeschrumpft. Ich habe keine Bedenken, dass Dießner und Co. ordentlich wirtschaften werden."

Olaf Krenz

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