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BSV will Menschenkette bilden

BSV will Menschenkette bilden

Borna. Der Bornaer Sportverein (BSV) macht weiterhin gegen den Abriss des Sozialgebäudes auf dem Sportplatz in der Witznitzer Straße mobil.

. Das hat BSV-Präsident Marco Seidel gestern betont. Demnächst soll es ein Gespräch der Vereinsspitze mit Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) geben. Die Rathauschefin hat gestern die Vorwürfe des Vereins in einer ausführlichen Erklärung zurückgewiesen.

Auf einschlägigen Internetseiten geht es hoch her. Der Abriss des Gebäudes wird heftig diskutiert. Wer das als Gradmesser nimmt, kann kaum daran zweifeln, dass die Erregung unter den BSV-Mitgliedern, zumindest unter den Fußballern, die die Hauptbetroffenen des Abrisses sind, heftig ist. Nicht zuletzt deshalb dürften Aufrufe zustande kommen, bei der morgigen Lauf- und Gartenschau-Veranstaltung mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas zu erscheinen, um gegen den Abriss zu protestieren. Das dürfte wohl nicht passieren, wie BSV-Chef Seidel gestern sagte. Stattdessen will der Verein einen Tag später mit einer Menschenkette auf dem Sportplatz in der Witznitzer Straße gegen den Abriss protestieren.

Oberbürgermeisterin Luedtke verlautbarte gestern in einer Erklärung, dass sie nicht nachvollziehen könne, dass Vertreter des BSV „unter Weglassen von Tatsachen, Unterstellungen und teilweisen Beschimpfungen von Vertretern des Stadtrates" versuchten, „sich jeglicher Verantwortung ihrerseits zu entziehen". Damit lenkten sie von eigenen Versäumnissen ab und missachteten Vereinbarungen mit der Stadt. Luedtke sagte, die Entscheidung über den Abriss sei „nicht vom Himmel gefallen oder innerhalb der letzten drei Monate" gefallen. Sie beruhe auf einem Stadtratbeschluss aus dem Jahr 2006, der in Absprache mit der damaligen Vereinsführung erfolgt sei. Der habe seinerzeit mit Blick auf die Errichtung des Kunstrasenplatzes ausdrücklich zugestimmt. Diese Wünsche des BSV, so Luedtke weiter, seien „unter Einsatz erheblicher städtischer Mittel" erfüllt worden. Der BSV habe seinerzeit erklärt, dass mit Errichtung des Kunstrasenplatzes die Spielflächen im mittlerweile abgerissenen Stadion „Am Dreieck" und in der Witznitzer Straßen nicht benötigt würden.

Nachdem die Fördergelder nun auch für den Abriss auf dem Sportplatz in der Witznitzer Straße eingetroffen seien, habe die Stadt alle betroffenen Vereine einschließlich des BSV über die bevorstehende Räumung informiert. Erst danach, listet die Oberbürgermeisterin auf, habe der BSV Gesprächsbedarf signailisiert. Er sei deshalb im Februar aufgefordert worden, ein belastbares Finanzierungskonzept vorzulegen. Luedtke: „Des erfolgte nicht." Die Stadt habe die Aussage des Vereins, es seien Sponsoren vorhanden, als nicht ausreichend ansehen müssen, weil sie im schlimmsten Fall, beim Absprung der Sponsoren, hätte finanziell einspringen müssen.

Dennoch sei die Stadt immer wieder gesprächsbereit gewesen. Der entscheidende Punkt dabei sie immer wieder ein fehlendes „belastbares" Finanzkonzept gewesen. Luedtke erklärte weiter, die Vorwürfe gegen sie und Bürgermeister Frank Stengel „weise ich auf das energischste zurück". Sie habe BSV-Chef Seidel erklärt, dass sie unabhängig von der Abstimmung im Bauausschuss, bei der der Abriss schließlich beschossen wurde, „nach einer machbaren Lösung gesucht wird". Das habe sie gestern noch einmal erklärt. Die Lösung könne aber nicht darin hestehen, der Stadt die Risiken zu übergeben. Zugleich erklärte sie, der Verein sei rechtzeitig über die Räumung des Gebäudes informiert worden, was der BSV bekanntlich bestreitet. Zur Unterbringungen von Materialien aus dem Sozialgebäude in der Witznitzer Straße habe die Stadt dem Verein die Leichtbauhalle im Rudolf-Harbig-Stadion angeboten. Am Montag laufen die Arbeiten zum Abriss an, sagte die Oberbürgermeisterin weiter. In Abstimmung mit dem Bauamt seidie Räumung des Gebäudes bis zum Sonntag möglich.

Für den BSV werde die Situation bereits morgen dramatisch, erklärte Fußballabteilungsleiter Daniel Salomon. So müssten sich morgen Vormittag drei E-Jugend-Mannschaften eine Kabine im Harbigstadion teilen, „das sind 35 Kinder". Mehr noch: Wenn die Kinder noch in der Kabine seien, „dann kommt bereits die Gast-A-Jugend und will dort rein". Die eigene A-Jugend müsse sich derweil in der Leichtbauhalle umziehen, „in der es zieht". Gar nicht auszudenken sei, was im Winter los sei, wenn auch die Herrenmannschaft schon in der Mittags- oder frühen Nachmittagszeit spiele und bereits zu diesem Zeitpunkt eine Kabine brauche, die dann noch von den Nachwuchsteams belegt sei, so Salomon weiter.

Der BSV setze deshalb auf Widerstand, so BSV-Chef Seidel. Bei der Menschenkette, die am Montag, 15 Uhr, gebildet werden soll, will der Verein nach Angaben seines Präsidenten protestieren. „Uns bleibt keine andere Möglichkeit." Zugleich hat Seidel an Parteifreunde von Oberbürgermeisterin Luedtke auf Bundes- und Landesebene geschrieben, damit die den BSV beim Kampf um den Erhalt des Sozialgebäudes unterstützen.

Nikos Natsidis

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