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Bad Lausickerin ist seit 25 Jahren Vorsitzende des Neukieritzscher Chores

Christine Vetter Bad Lausickerin ist seit 25 Jahren Vorsitzende des Neukieritzscher Chores

Die Bad Lausickerin Christine Vetter ist seit 25 Jahren Vorsitzende des Gemischten Chores Neukieritzsch. Der Gesang begleitet sie schon ihr ganzes Leben lang, mit ihrem Chorleiter ist sie verheiratet. Wenigstens dreimal die Woche trainiert Christine Vetter ihre Stimme, immer zwei Stunden lang. Denn guter Chorgesang will hart erarbeitet sein.

Der gemischte Chor Neukieritzsch im vorigen Dezember im Rathaus von Wien, wo er am internationalen Adventssingen teilnahm.

Quelle: Gemischter Chor

Neukieritzsch/Bad Lausick. Ausgerechnet um die Zeit, als ihr Jubiläum als Vorsitzende nahte, dachte Christine Vetter über die Zukunft des Gemischten Chores Neukieritzsch nach. Kein Nachwuchs, die meisten Sängerinnen und Sänger wohnen gar nicht in Neukieritzsch, wie sollte das weitergehen? Doch dann geschah fast so etwas, wie ein kleines Wunder.

Nach der Konzertreise zum Adventssingen in Wien kamen drei Männer des Männerchores Bad Lausick zu ihr. Die waren als Gastsänger mit in Wien und wollten ab sofort auch im Gemischten Chor mitsingen. Bei Christine Vetter verflogen sofort die Zweifel und wenn sie davon erzählt, spürt man förmlich die Freude, die Leichtigkeit und Zuversicht, die die 62-Jährige aus der Musik zieht.

So wie damals, 1990, als sie zum Chor fand. Eberhard Köhler war seinerzeit der Chorleiter. Man kannte sich, weil die Kinder zusammen zur Schule gegangen waren. Ihm erzählte sie damals, dass sie während einer Kur im Patientenchor mitgesungen habe. Damit war die Tür zum Chor aufgestoßen. Und als sie von der ersten Probe nach Hause kam, erinnert sich die Sängerin heute, war da dieses Glücksgefühl: „Ich schwebte innerlich, das hat wahnsinnigen Spaß gemacht.“

Es verging kein Jahr, da wählten die Chormitglieder Christine Vetter am 2. Februar zur Vorsitzenden. Seither kümmert sie sich um den Zusammenhalt des Ensembles, organisiert Konzerte und Fahrten, wählt die Musikstücke aus und versucht dabei, den Nerv des Publikums zu treffen.

Die Musik begleitet Christine Vetters Leben von Kindheit an. In Deutzen, wo sie aufwuchs, sang sie im Schulchor mit und spielte in der Laienspielgruppe. Später sang sie für ihre Kinder und mit ihnen. Als sie 42 Jahre alt war nahm die Sopranistin zum ersten Mal Gesangsuntericht. Ihre Lehrerin war fünf Jahre lang Anne-Kristin Mai, die damals den Kinderchor der Oper Leipzig leitete. Gleichzeitig begann die Chorchefin, Klavierunterricht zu nehmen. „Zum einstudieren der Lieder braucht man das“, sagt sie

Der große Flügel steht aber auch deswegen im Haus, weil er das Arbeitsmittel ihres Mannes ist, der im Hauptberuf als Kantor arbeitet. Den Russlanddeutschen Victor Vetter hatte sie ihren Sängerinnen und Sängern 1995 präsentiert, als der Gemischte Chor einen neuen Leiter suchte. Fünf Jahre später wurden die beiden ein Paar, seit 2008 sind sie verheiratet und wohnen in Bad Lausick. Dass die Musik mit in dem Haus am Rande der Kurstadt wohnt, ist schon am Eingang zu sehen, wo ein Notenschlüssel den Windfang schmückt.

Wenigstens dreimal die Woche trainiert Christine Vetter ihre Stimme, immer zwei Stunden lang. Jedenfalls, sagt sie, bemühe sie sich. Denn guter Chorgesang will hart erarbeitet sein, ist Arbeit, Probe, Konzentration, Disziplin. Um letzteres mag sie sich als Vorsitzende des Vereins nicht kümmern, das überlässt sie ihrem Mann. Sie selbst sei da auch kein Engel, „ich quatsche auch“, gibt sie zu und lacht herzlich dabei.

Denn vor allem soll der Gesang Freude bringen, denen, die ihn hören, und denen, die ihn ausüben. Was übrigens, davon ist Christine Vetter überzeugt, viel mehr Menschen tun könnten, wenn sie sich denn trauen würden. „Es gibt einen inneren Schweinehund“, sagt sie und ermuntert jeden dazu, es einfach auszuprobieren. Dann könnte sich nämlich auch dieses Glücksgefühl einstellen, welches das gemeinsame Singen erzeugt und das einen innerlich schweben lässt.

Von André Neumann

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