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Borna Bäcker und Fleischer unter Druck
Region Borna Bäcker und Fleischer unter Druck
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15:26 19.05.2015

Grundsätzlich. Denn es gibt Branchen, die unter Druck stehen.

"Das Handwerk als solches gibt es nicht", sagt Ingo Schöne. Er ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig, des Dachs für 17 Innungen mit 400 Mitgliedsbetrieben. Während die Bau- und Ausbau-Gewerke volle Auftragsbücher hätten, sei für das Handwerk in der Ernährungswirtschaft die Situation durchaus angespannt. "Gerade auf Bäcker und Fleischer ist der Druck sehr groß, den industrielle Herstellung und Vermarktung erzeugen." Der Druck strahle auf die Preise aus, und geringe Margen führten zwangsläufig zu einer eher dünnen Kapitaldecke: ein Teufelskreis. Die im Bausektor tätigen Betriebe - und sie seien das Schwergewicht im Handwerk des Landkreises - hätten dagegen nicht zuletzt wegen der Hochwasser-Schäden jede Menge zu tun. Nicht unproblematisch sei die Situation für Kosmetikerinnen und Friseure, sagt Schön: "Es sind hierzulande einfach zu viele Unternehmen am Markt." Inzwischen zahlten viele Friseursalons ihren Angestellten den tariflichen Mindestlohn, auch wenn der durch den Gesetzgeber noch nicht als allgemeinverbindlich erklärt wurde.

"Von einer Krisenstimmung kann beim Handwerk keine Rede sein. Unseren Handwerkerball betrachten viele als den kulturellen Höhepunkt am Ende eines ereignisreichen Jahres", sagt der Geschäftsführers. Eine Veranstaltung, die einen ganz anderen, entspannten Charakter habe im Gegensatz zu den Weiterbildungen, den Handwerkschauen - etwa zum bundesweiten Tag des Handwerks im September auf dem Leipziger Augustusplatz -, den Lehrlingsmessen. An die 140 Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister mit Gatte und Gattin werden im Saal des Bad Lausicker Kurhauses erwartet, außerdem Präsident und Vizepräsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Vertreter des Landkreises und der regionalen Wirtschaftsförderung. Für die Ball-Gäste wird wie in den vergangenen Jahren die Kurhaus-Küche aktiviert. Sie will ein Büfett mit Rehrücken, Lachsforelle, gebratener Entenbrust und Colditzer Waldchampignonsuppe zaubern. Die Cocktail-Band aus Altenburg spielt zum Tanz, das Duo Arkus überrascht mit Äquilibristik. Für Kurzentschlossene hat Ingo Schöne noch einige Eintrittskarten in der Hinterhand.

Geschafft ist damit das Jahr aber noch nicht. Den "Tag der Berufsbildung im Handwerk" am 13. November betrachtet Schöne als einen sehr wichtigen Termin, um den beruflichen Nachwuchs zu sichern. Passenderweise findet er im neuen Berufsschulzentrum in Böhlen statt. "Vom Bäcker bis zum Glaser, vom Stukkateur bis zum Heizungsbauer sind alle typischen Berufe vertreten. Man kann den Meistern über die Schulter schauen - und sogar schon mal seine Bewerbermappe mitbringen", sagt Schöne, der mit 450 Besuchern rechnet. Zwar habe das neue Ausbildungsjahr im September begonnen, doch gebe es noch immer Dutzende freie Stellen in den Handwerksbetrieben der Region, zu finden im Internet unter Lehrstellenbörse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013
Schulreich, Ekkehard

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