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Borna Bäckerei Sommer in Pegau feiert Jubiläum
Region Borna Bäckerei Sommer in Pegau feiert Jubiläum
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00:43 30.04.2018
Die Bäckersleute Steffi und Alexander Sommer aus Pegau wollen mit ihren Kunden im Juni das 60. Firmenjubiläum feiern. Quelle: Jens Paul Taubert
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Pegau

Seit 60 Jahren ist die Bäckerei Sommer aus Pegau in aller Munde. 25 Brot- und Brötchensorten sowie Kuchen, Sahne- und Obsttorten oder die beliebten Fototorten werden nach alten Familienrezepten überwiegend in Handarbeit hergestellt. Darauf sind der Konditormeister Alexander Sommer und seine Frau Steffi besonders stolz. „Bei uns sieht kein Brot wie das andere aus, mal ist es ein bisschen länger und schmaler, mal ein bisschen breiter. Eben weil es von Hand gewirkt ist“. Anfang Juni wollen sie das Jubiläum bei Kaffee, Kuchen und musikalischer Unterhaltung gemeinsam mit ihren Kunden am Lutherplatz feiern.

Handwerkstradition liegt in der Familie

Den Grundstein für das Familienunternehmen hatte einst sein Vater Werner Sommer gelegt. Mit 14 Jahren ging der gebürtige Ronneburger in der Bäckerei seines Onkels Georg Bähr am Pegauer Schloßplatz in die Lehre, absolvierte dort 1956 auch die Meisterprüfung. Am 1. April 1958 gründete er sein eigenes Geschäft, es war die Geburtsstunde der Bäckerei Sommer. 1960 kam Sohn Alexander zur Welt und wieder zwei Jahre später kaufte er mit Frau Brigitte das Haus am Martin-Luther Platz 7.

Erinnerung an große Zeiten kleiner Bäckereien

Doch das Sahnehäubchen fehlte noch. In der Abendschule wurde der Bäckermeister wieder Geselle, fuhr zweimal in der Woche nach Leipzig, um auch den Beruf eines Konditors zu erlernen. Die Meisterprüfung absolvierte er 1963. Nachts stand der junge Mann alleine in der Backstube und tagsüber verkaufte seine Frau die Brote und Brötchen. Das Geschäft florierte, es war damals die große Zeit der kleinen Bäckereien. Allein am Lutherplatz gab es drei, in ganz Pegau waren es damals fast 20. Doch nach und nach wurden es immer weniger Bäckereien und die Arbeit wurde immer mehr. So wurden in der Folgezeit auch Lehrlinge ausgebildet und neue Mitarbeiter eingestellt.

In diese Welt wuchs Alexander Sommer hinein. Schon als Kind hatte er den Duft von frischem Brot und Brötchen in der Nase und ging seinen Eltern gerne mit zur Hand. „Ich bin in der Backstube groß geworden“, erzählt der 57-Jährige, „sie war mein Kindergarten“. Doch seine beruflichen Wege führten zunächst in eine andere Richtung. Nach der Schule lernte er in der Gießerei Leipzig-Großzschocher den Beruf eines Gießers mit Abitur, ging zur Armee – und entschied sich letztlich doch gegen ein Studium und für den Beruf des Konditors.

Investition in einen modernen Backbetrieb

Nach abgeschlossener Meisterprüfung im September 1988 unterstützte Alexander Sommer fortan seinen Vater im Betrieb. Gemeinsam meisterten sie die Wendezeit und es reifte die Entscheidung zum Bau eines neuen, modernen Backbetriebes im Carsdorfer Gewerbegebiet. Parallel wurde aus dem Einzelunternehmen eine GmbH. Heute beschäftigen er und seine Frau 25 Angestellte in der Produktion und im Verkauf und unterhalten Filialen in Pegau (2), Zeitz, Draschwitz, Neukieritzsch, Lobstädt und Grana.

Zehn- bis Zwölf-Stunden-Arbeitstage sind für Alexander Sommer keine Seltenheit. Meist fängt für ihn schon 23.30 Uhr der neue Arbeitstag an, spätestens 3 Uhr sind dann alle anderen Mitarbeiter in der Backstube. „Ich habe mich damit arrangiert, es ist ein völlig anderer Lebensrhythmus als ihn andere haben“, sagt der Bäcker aus Leidenschaft, der am liebsten ganz normales Mischbrot isst. Zeit für die Enkel, aufwändige Hobbys, Freunde oder Urlaubsreisen bleibt da wenig.

Nachwuchs fehlt in den Bäckereien

„Leider werden die kleinen Handwerksbetriebe eines Tages aussterben“, sind sich die Bäckersleute sicher, die schon jetzt Probleme haben, junge Leute für eine Ausbildung zu finden. Es werde zwar immer kleine Nischenbäcker geben, etwa für Biobrot, aber in Masse seien diese kleinen Bäckereien eher ein Auslaufmodell. Dafür haben große Ketten und die Backautomaten in den Supermärkten Hochkonjunktur. „Das ist schade“, sagt Alexander Sommer, „weil damit das traditionelle Handwerk stirbt. Aber solange es geht, will ich noch weitermachen. Wir haben ja auch Verantwortung für unsere Mitarbeiter.“

Von Kathrin Haase

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