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Borna Bäume, Früchte, Artenreichtum – Jury nimmt Streuobstwiesen im Kreis unter die Lupe
Region Borna Bäume, Früchte, Artenreichtum – Jury nimmt Streuobstwiesen im Kreis unter die Lupe
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13:00 02.08.2016
Nadine Mocker in Pyrna bei Wurzen betreibt auf ihrer großen Streuobstwiese auch eine kleine Imkerei sowie Gänse- und Schafhaltung. Quelle: Thomas Kube
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Landkreis Leipzig

Auf den Artenreichtum der Pflanzen und den Zustand der alten Bäume kommt es der Jury an. Seit Montag werden beim Streuobstwiesenwettbewerbs die Grünanlagen der Teilnehmer im Landkreis Leipzig unter die Lupe genommen. Dabei handelt es sich um zwei von insgesamt 31 Kriterien, mit denen die Wiese, aber auch die Bäume und das Obst bewertet werden. Die Ergebnisse des Wettbewerbs, den der Landschaftspflegeverband (LPV) Nordwestsachsen mit dem Nabu-Landesverband Sachsen und die BUND-Regionalgruppe Sachsen sowie der Grüne Ring Leipzig initiiert haben, liegen im September vor. Die Prämierung der erfolgreichen Streuobstwiesenbesitzer erfolgt am 17. September im Rahmen des Sächsischen Landeserntedankfestes in Torgau.

Zu den Teilnehmern gehört etwa Nadine Mocker vom gleichnamigen Landwirtschaftsbetrieb Streuobstwiesen Mocker in Pyrna, einem Dorf, das zur Stadt Wurzen gehört. Für die Inhaberin ist es nicht die erste Teilnahme am nordwestsächsischen Streuobstwiesenwettbewerb. „Wir haben im Jahr 2013 den ersten Preis gewonnen“, sagt sie. Das Areal, auf dem Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume wachsen, ist 3000 Quadratmeter groß. Nadine Mocker legt Wert auf die Feststellung, dass an den Bäumen nur die Früchte alter Sorten reifen, von Sorten also, die es schon lange vor Beginn des Einsatzes von Chemikalien in der Landwirtschaft gab und bei denen es sich auch nicht um moderne Neuzüchtungen handelt. Dieses Obst, macht die Streuobstwiesenbesitzerin klar, können sogar Allergiker verzehren, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen. Die Abnehmer ihrer Früchte finden sich in Grimma, Wurzen und Leipzig, wo das Unternehmen Naturkostläden beliefert.

Auch die Stadt Grimma gehört zu den Wettbewerbsteilnehmern – und zwar mit einem Areal am Jagdhaus Kössern, wie Stadtsprecher Sebastian Bachran erklärt. Die Streuobstwiese ist dort, wo sich einst der alte Garten des imposanten Gebäudes befand. Dabei handelt es sich um eine kommunale Fläche. Immer am Tag der Deutschen Einheit wird dort Apfelsaft verkauft, der von den Früchten der Streuobstwiese in Kössern stammt.

Dass die ganz besonderen Grünflächen Gegenstand eines Wettbewerbs sind, hängt mit ihrer Bedeutung zusammen. Nach Angaben von Veronika Leißner vom LPV Nordwestsachsen in Eilenburg sind die Wiesen Orte, an denen Eine Vielzahl an Insekten lebt und seltene Pflanzen gedeihen. Potenziell sind auf einer Streuobstwiese etwa 5000 Tierarten zu Hause. Mittlerweile gelten die Biotope auch selbst als bedrohte Art. Im Zuge großflächiger Flurbereinigungen hat ihre Zahl in den letzten Jahrzehnten erheblich abgenommen.

Von Nikos Natsidis

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