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Borna Bagger dürfen im Bornaer Freibad erst nach der Brutzeit anrücken
Region Borna Bagger dürfen im Bornaer Freibad erst nach der Brutzeit anrücken
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00:32 02.03.2018
Das ehemalige Freibad in der Bornaer Wyhraaue wird frühestens im Oktober abgerissen. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Eigentlich sollte längst schon nichts mehr an das einstige Freibad in der Bornaer Wyhraaue erinnern. Dass die Reste der Bassins und Umkleidekabinen aber nach wie vor ein tristes Dasein fristen, liegt am Geld. „Der Fördermittelbescheid ist noch nicht da“, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke). Zudem verzögert sich der längst beschlossene Abriss aus Gründen des Umweltschutzes.

Kein Abriss, wenn Tiere ihre Jungen aufziehen

Die Abrissbagger dürfen nur anrücken, wenn auf dem Areal der vormaligen Kuhteiche kein Tier seine Jungen aufzieht. Das heißt konkret, dass der Abriss nur außerhalb der Brut- und Nistzeit erfolgen darf, also in der kalten Jahreszeit. Unter dem Strich bedeutet das, dass das Freibad, das in den 60er-Jahren gebaut wurde und bis zum Jahr 2006 in Betrieb war, frühestens ab Oktober abgerissen werden kann – knapp ein Jahr später, als es der Stadtrat ursprünglich festgelegt hat.

Warten auf den Fördermittelbescheid

Voraussetzung dafür, dass das Areal wieder in seine ursprünglichen Zustand versetzt wird, ist der Fördermittelbescheid. Insgesamt, so Oberbürgermeisterin Luedtke, wird die Beseitigung des Bades mit 310 000 Euro veranschlagt.

Auflagen für den Abriss

Für den Abriss gibt es einem Gutachten zufolge zudem mehrere Auflagen. So muss eine ökologische Bauüberwachung erfolgen, die den „gesetzeskonformen Ablauf der Arbeiten“ kontrolliert, wie es in einer Mitteilung aus dem Rathaus heißt. Dabei, so die Rathauschefin, könnte möglicherweise die Ökologische Station Birkenhain zum Zuge kommen.

Vorgeschrieben sind auch Ausgleichsmaßnahmen, also die Pflanzung von Ersatzbäumen. Weiterhin müssen Nistkästen angebracht werden. Zu den gesetzlichen Vorgaben gehört außerdem der Erhalt der Sand- und Schotterflächen als „Reptilienhabitate“.

In dem Gutachten wird ebenso darauf hingewiesen, dass sich die Gesamtkosten für den Abriss noch erhöhen könnten, wenn schützenswerte Tiere umgesiedelt werden müssen. Für Fledermäuse ist demnach die Schaffung von Ersatzquartieren vorgeschrieben. „Es weiß aber derzeit niemand, ob es dort tatsächlich Fledermäuse gibt“, erklärt Luedtke.

Wiesenstraße dürfte bei den Arbeiten Schaden nehmen

Das endgültige Aus für die Bassins in der Wyhraaue war nach jahrelangen Diskussionen gekommen, als es beim Bürgerentscheid vor knapp zwei Jahren zwar eine Mehrheit für die Wiedererrichtung des Freibades gab, das dafür notwendige Quorum aber nicht erreicht wurde, also insgesamt zu wenig Stimmen abgegeben wurden. In der Folge beschloss dann der Stadtrat den Abriss des Bades.

Das Vorhaben dürfte allerdings, wann immer es erfolgt, zu Kollateralschäden führen. Konkret in der Wiesenstraße, die von der Leipziger Straße zum Freibad-Gelände führt. Schließlich müssen Lastwagen die Trasse während des Abrisses in einem Maße nutzen, „dass wir sie anschließend in jedem Fall instandsetzen müssen“, sagt die Oberbürgermeisterin.

Von Nikos Natsidis

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