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Borna Bald jeder Dritte älter als 65
Region Borna Bald jeder Dritte älter als 65
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03:00 25.03.2011
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Borna

Dass diese demografischen Veränderungen eine große Herausforderung sind, ist in den Kommunen angekommen. Woran es mangelt, sind tragfähige Konzepte.

„Dass unsere Städte und Dörfer seniorenfreundlich werden müssen, darüber gibt es keine Diskussion. Die entscheidende Frage aber ist: Wie kommen wir dahin?", sagt Dr. Annedore Bergfeld. Ihr Institut für Wirtschafts- und Regionalentwicklung (IWR) hat das Entwicklungskonzept für den Landkreis Leipzig erarbeitet und betreut das Management des Förderprogramms Integrierte ländliche Entwicklung in den Regionen Leipziger Südraum und Weiße Elster. Das Problembewusstsein schärfen, die Verantwortungsträger in den Kommunen, aber auch die hier lebenden Menschen insgesamt zum Handeln bewegen, so beschreibt sie das, was zu tun sei. Und zwar nicht irgendwann. „Die Weichen müssen in den nächsten vier, fünf Jahren gestellt sein", sagt Bergfeld.

Punktuell sei in den Kommunen und auf der Ebene des Kreises schon manches passiert, doch das seien kaum mehr als Ansätze. Auf der jüngsten Versammlung des Kommunalen Forums Südraum warb sie deshalb für größere Aktivitäten und für ein koordiniertes Vorgehen.

Ein Viertel der Menschen in der Borna-Geithainer Region sind heute im Rentenalter. In Regis-Breitingen liegt ihr Anteil bei 28,5 Prozent, in den Städten Pegau und Groitzsch bei 27,7 beziehungsweise 24,1 Prozent. In der Mehrzahl der Südraum-Kommunen bewegt sich der Anteil um ein Fünftel. In anderthalb Jahrzehnten allerdings wird in der Region jeder Dritte Rentner sein.

Die Zahl der Heranwachsenden unter 15 Jahren verharrt dagegen bei elf Prozent, so die Prognosen. Fast genauso viele über Achtzigjährige wird es 2025 geben. Was aktuell an Sozialstationen, Alten- und Pflegeheimen, Pflegediensten und altersgerechtem Wohnen zwischen Kitzscher und Pegau vorhanden ist, entspreche der heutigen Situation, keinesfalls aber der zu erwartenden, so die Planerin.

Bergfeld sieht dabei nicht nur die Verwaltungen in der Pflicht. „Die Wohnungsunternehmen zum Beispiel sollten die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass ältere Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen können." 95 Prozent der Senioren legten darauf Wert. Zu den passenden Wohnungen gehörten ein geeignetes Umfeld, Serviceangebote, Freizeitmöglichkeiten, aber auch bürgerschaftliches Engagement wie Nachbarschaftshilfe. Dass private Geldgeber und Verbände in Pflegeheime und Seniorenwohnanlagen investierten, sei deshalb eher in den Städten sinnvoll. In den Dörfern gehe es vor allem darum, den Älteren den Verbleib in ihrem angestammten Lebensumfeld zu ermöglichen.

Ekkehard Schulreich

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