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Borna Bauarbeiten am Bornaer Gemeindehaus gehen in die heiße Phase
Region Borna Bauarbeiten am Bornaer Gemeindehaus gehen in die heiße Phase
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05:02 01.05.2018
Der barrierefreie Anbau an das Gemeindehaus steht, bis Pfingsten soll er fertig sein. Anfang Juni ist die große Eröffnungsfeier geplant. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Ins Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen St.-Marien-Kirchgemeinde Borna zieht langsam wieder Leben ein. Die ersten, die bereits während der laufenden Sanierung des mehrere Jahrhunderte alten Gebäudes wieder in ihre Büroräume zurück konnten, sind Doris Walther und Christina Schindler vom Pfarramt und von der Friedhofsverwaltung. Beides war in den vergangenen Monaten unter beengten Bedingungen und bei Schummerlicht in der Sakristei untergebracht. „Schon schön, wieder unter normalen Bedingungen arbeiten zu können“, sagt Schindler.

Am Ostersonntag um 7.30 Uhr ist es soweit. Dann wird die Inbetriebnahme des rundum erneuerten Gebäudes mit einem Osterfrühstück gefeiert, sagt Superintendent Matthias Weismann. Während im Erdgeschoss Büroräume entstanden, wurden im Obergeschoss der Gemeindesaal saniert, eine Teeküche eingerichtet und weitere Büros für Jugendarbeit und Kantor geschaffen. In den kommenden Tagen muss lediglich die bisherige Bautreppe noch durch eine Holztreppe ersetzt werden.

Die Bauarbeiten entpuppten sich seit Sommer 2016 immer wieder als Herausforderung. Im Mauerwerk zeigten sich unerwartet große Hohlräume, so dass stellenweise gar die Decke herunterkam. „1,5 Tonnen Verpressmörtel haben wir in das Mauerwerk gefüllt, um wieder Stabilität in das Gebäude zu kriegen“, sagt Bauleiter und Mitglied des Kirchenvorstands Jürgen Schmidt. Zudem musste der Fußboden mehrere Zentimeter tief komplett raus – der Feuchtigkeit wegen.

Mit der Sanierung des Gemeindehauses geht die Errichtung eines Anbaus einher, der bündig an das Haus mit den Pfarrwohnungen und an die Mediothek anschließt. Offiziell eröffnet wird das neue Haus zu Pfingsten. Damit endet dann auch die Zeit, in der die Emmauskirche als Gemeindehaus gedient hat. Der barrierefreie Anbau beherbergt eine Behindertentoilette, eine Küche und den Gemeinderaum, die Nutzung dieses Raumes bleibt aber nicht allein der Kirchgemeinde vorbehalten, dieser ist auch für Familien- oder Firmenfeiern zu mieten. Nach Ansicht von Weißmann geht es zukünftig darum, das Gebäude „konzeptionell zu füllen“. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mit der bevorstehenden Schließung des Kirchencafés Offenkundig in der Roßmarktschen Straße im Herbst ein eingeführtes Veranstaltungslokal nicht mehr zur Verfügung steht. Das Offenkundig stellt seinen Betrieb, wie berichtet, mangels Ehrenamtlicher ein.

Auch wenn der Superintendent einräumt, dass mit dem Ende des Cafés Offenkundig eine Lokalität schließt, die potenziellen kirchenfernen Besuchern eine gewisse Schwellenangst genommen hat, ist er davon überzeugt, dass sich vieles aus dem Café im neuen Gemeindehaus fortführen lässt. Das bietet bis zu 100 Besuchern Platz und soll auch von der Kirchgemeinde Lobstädt-Neukieritzsch genutzt werden. Die Technik ermöglicht ebenfalls eine vielfältige Nutzung des Anbaus. „Es wird eine hochwertige Lautsprecheranlage geben und einen Beamer“, erklärt Schmidt.

Die Kosten sowohl für die Instandsetzung als auch für den Anbau – beides wird von der Architektin Anke Kerscher betreut – liegen „im hohen sechsstelligen Bereich“, wie Schmidt betont. 4000 Euro fehlen noch an Eigenmitteln, die der Bauleiter und die Kirchgemeinde derzeit zusammensammeln.

Die Eröffnung des neuen Gemeindehauses wird mit einer Aufführung „Schöpfung-Plus“ gefeiert, bei der das bekannte Oratorium von Joseph Haydn am 3. Juni in der Stadtkirche mit Lichtinstallationen zu erleben ist.

Von Nikos Natsidis und Julia Tonne

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