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Borna Bauboom: Neue Wohnungen im Pegauer Ortsteil Kitzen sind gefragt
Region Borna Bauboom: Neue Wohnungen im Pegauer Ortsteil Kitzen sind gefragt
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07:00 19.10.2016
Das Inspektorenhaus in Kitzen ist fast vollständig vermietet. Der Ort ist gerade bei einstigen Kitzenern beliebt. Quelle: Julia Tonne
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Pegau/Kitzen

Kaum ist die Sanierung des Inspektorenhauses im Pegauer Ortsteil Kitzen abgeschlossen und sind fast alle entstandenen Wohnungen belegt, hat Eigentümer, Bauingenieur und Pegauer Stadtrat Carsten Iwan schon wieder neue Ideen. Weil der Rittergutspark im kommenden Jahr neu gestaltet werden soll (die LVZ berichtete), könne auch das Herrenhaus – vielen eher als Kulturhaus bekannt – mit einbezogen werden. „Wir versuchen hier, ein Dorf zu entwickeln“, begründet er seine Bemühungen.

Kürzlich hat er zusammen mit Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) und dem früheren Bürgermeister Wolfgang Körner das einstige Herrenhaus besichtigt und festgestellt, dass aus der kompletten oberen Etage durchaus Wohnungen zu machen seien. „Hier sind 200 Quadratmeter derzeit ungenutzt“, macht er deutlich. Sein Vorschlag an die Stadtverwaltung als Eigentümer des Gebäudes: Die Etage sanieren, zwei Wohnungen daraus machen, diese verkaufen und mit dem Erlös den Rest des ab 1695 erbauten Hauses sanieren. Das Gebäude als solches solle aber in Hand der Stadt bleiben, denn hier haben nicht nur der Jugendclub und die Seniorengruppe ihr Domizil, sondern tagt auch der Ortschaftsrat. Zudem finden im Saal in der mittleren Etage regelmäßig Veranstaltungen statt.

Für Iwan gehört die Instandsetzung des Herrenhauses unweigerlich zu den Planungen rund um den Rittergutspark, der nach Wünschen von Bewohnern unter anderem ein Areal für Kinder, eines für das traditionelle Pfingstbier und eine Barock-Achse zwischen dem Denkmal für den Dichter und Dramatiker Theodor Körner bis hin zum Herrenhaus erhalten soll. Das Planungsbüro Quercus aus Halle hat die Planungen übernommen und im Zuge dessen im Staatsarchiv Magdeburg einen Katasterplan des Areals gefunden, der zwischen 1710 und 1728 datiert werden kann. Für Iwan eine kleine Sensation, untermauert das Dokument schließlich seine bisherigen historischen Erkenntnisse, dass das Haus zu Recht als Schloss bezeichnet werden könne. Erbauen ließ es der adelige Gutsbesitzer Casper von Hacke auf Kitzen im Stile des Barock. Der Katasterplan zeige aber noch eines: das Schloss war zudem ein Wasserschloss. Überlegungen in diese Richtung hatte es bereits gegeben, waren Überbleibsel eines Wasserlaufs und eines Grabens gefunden worden. Iwan hofft, dass die Neugestaltung der Anlage im nächsten Jahr beginnen kann, „eine gute Grundsubstanz ist jedenfalls da“.

Während dessen sind die Arbeiten am Inspektorenhaus abgeschlossen. Eine Dreiraumwohnung ist noch zu haben, die anderen Wohnungen sind bereits vermietet. Zehn Bewohner, davon vier Kinder, haben hier ein neues Zuhause gefunden. „Und alle kommen aus Kitzen oder sind zurückgekommen“, sagt Iwan. Der Ortsteil, der mittlerweile an den Grünen Ring angeschlossen ist, scheint derzeit einen regelrechten Bauboom zu verzeichnen. So bauen die Agrarprodukte Kitzen das einstige Verwaltungsgebäude zu Ein- und Zweiraumwohnungen um. „Die Nachfrage ist da und unsere anderen Wohnungen sind alle vermietet“, begründet Geschäftsführer Hans-Uwe Heilmann das Vorhaben.

Von Julia Tonne

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