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Bauern erwarten durchschnittliche Ernte

Bauern erwarten durchschnittliche Ernte

Die Landwirte der Region stehen - was die Getreideernte betrifft - in den Startlöchern. Zu den ersten Unternehmen, die die Mähdrescher aufs Feld schicken, gehört Jahr für Jahr die Agrargenossenschaft Neukirchen, die es zum Teil mit leichten Kippenböden zu tun hat.

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Der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Neukirchen, Sven Schulze, prüft den Reifegrad der Wintergerste. Spätestens am Wochenende will sein Unternehmen, das auf 185 Hektar Wintergerste angebaut hat, mit der Ernte beginnen. Im Hintergrund ist die Mühle von Wyhra zu sehen.

Quelle: Thomas Kube

Rötha. Möglicherweise morgen, spätestens am Wochenende wollen die Neukirchener die erste Wintergerste vom Halm holen.

Abgesehen von den flutgeschädigten Flächen "erwarten wir eine gute durchschnittliche Ernte", sagte gestern Dietmar Mühlberg von der Röthaer Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Mit solchen Spitzenerträgen wie im vorigen Jahr ist allerdings nicht zu rechnen. Da hätten viele von einer Rekordernte gesprochen, so Mühlberg. Zudem stimmten anno 2012 die Preise, während sie derzeit eine fallende Tendenz aufweisen.

Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun' und Fass - "das alte Sprichwort wirkt in diesem Jahr nur teilweise", meint Pflanzenbau-Experte Mühlberg. Nach dem langen Winter setzte das Pflanzenwachstum erst Mitte April und damit fast einen Monat später als in den vergangenen Jahren ein, der kühle Mai verhinderte aber, dass sich die Kulturen zu schnell entwickelten. "Für das Wintergetreide und den Raps war das günstig", weiß Mühlberg. Mais und Zuckerrüben, die Wärme brauchen, passte das Wetter weniger.

Durch die massiven Niederschläge im Mai und Juni kamen auch schädliche Insekten nicht wie sonst zum Zuge. Dafür hatten in der feuchten Luft die Pilzkrankheiten leichtes Spiel und wurden in diesem Jahr auf den Kornfeldern zum Problem, ob nun Septoria, Grauschimmel, Getreide-Mehltau oder Fusarium. Landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Bestände nicht mit Fungiziden behandelten oder wegen der vollgesaugten Erde nicht auf die Felder kamen, "müssen mit beträchtlichen Ertragsausfällen rechnen", betonte Mühlberg. Es sei deutlich zu sehen, dass diese Flächen notreif werden.

Im Röthaer Amtsbereich, zu dem der Landkreis Leipzig und die landwirtschaftlichen Flächen der Messestadt gehören, steht die Wintergerste auf 13 900 Hektar. Sie wird zu großen Teilen als Futtergetreide verwendet und verschwindet in jedem Jahr als erstes in die gefräßigen Bäuche der Mähdrescher. Mühlberg rechnet mit einem durchschnittlichen Ertrag von 65 bis 70 Dezitonnen je Hektar. In diesem Jahr startet die Getreideernte allerdings etwa 14 Tage später als zuletzt - wegen des langen Winters und kühlen Monats Mai.

Die Hauptkultur in unseren Breiten ist und bleibt der Winterweizen, der heuer auf 32 800 Hektar und damit auf einem Drittel des Ackerlandes herangewachsen ist. Auch hier macht sich Optimismus breit, laut Mühlberg wird ein durchschnittlicher Ertrag von 75 Dezitonnen erwartet - immer abhängig vom Boden. Der Winterweizen, der in etwa zwei bis drei Wochen reif ist, wird vorrangig als Brotgetreide und zur Herstellung von Spaghetti und Makkaroni verkauft. "Die Italiener sind ganz scharf auf unseren Weizen", erläuterte Mühlberg. In der Wachstumszeit wird dem Winterweizen dreimal Stickstoff zugeführt. "Die letzte Gabe, wenn die Ähre reift, entscheidet über den Eiweißgehalt im Korn und damit über die Backqualität", so Mühlberg. 13 bis 14 Prozent sollte der Winterweizen haben.

Im Gegensatz zur Sommergerste, die für die Bierbrauer interessant ist. Hier muss der Eiweißgehalt im Korn unter 10,5 Prozent liegen. In diesem Jahr haben die Landwirte im Röthaer Amtsbereich auf nur 660 Hektar Sommergerste ausgebracht. Die Lager seien vom vorigen Jahr noch gut gefüllt, weiß Mühlberg. Frank Prenzel

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2013

Prenzel, Frank

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