Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Bauern sehnen Regen herbei
Region Borna Bauern sehnen Regen herbei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:31 19.05.2015
Hartmut Lungwitz von der Agrargenossenschaft Pötzschau bringt derzeit die Saat für gelbe Speisezwiebeln in den Boden, durch den milden Winter etwa zehn bis 14 Tage früher als üblich. Mit moderner Technik wird aller vier Zentimeter ein Saatkorn in den Boden gebracht. Quelle: Thomas Kube

So kreisen ihre Sorgen um die Böden auf dem insgesamt rund 95 000 Hektar großen Ackerland im Landkreis Leipzig.

Kälte, Frost und Schnee, welcher geschmolzen Feuchtigkeit garantiert, sind in der Region wohl nicht mehr zu erwarten. Was die Böden jedoch dringend brauchen, ist Wasser - in Form von Niederschlag. Der gegenwärtige Mangel verursacht auch bei Dietmar Mühlberg von der Außenstelle Rötha des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sorgen.

"Bekommen die Pflanzen nicht spätestens in den nächsten 14 Tagen Wasser, gehen wichtige Nährstoffe verloren, da sie nicht eindringen können. Außerdem wären im schlimmsten Fall Trockenschäden zu befürchten", so Mühlberg. Doch noch, darauf verweist der 61-Jährige, seien keinerlei Auswirkungen des zu warmen und niederschlagsarmen Winters sichtbar. Für das Wintergetreide stellten die milden Temperaturen sogar gute Startbedingungen dar. Und auch die Tatsache, dass nur die letzte Januardekade Frost gebracht hat, habe dem Getreide nichts anhaben können. Die Pflanzen, von denen der Winterweizen auf 33 000 Hektar, der Winterraps auf 20 000 Hektar und die Wintergerste auf 15 000 Hektar auf den hiesigen Feldern heranwachsen, sind nach seiner Überzeugung gut über die zum Teil sehr milden Wintermonate gekommen. "Die alljährlichen Vorbereitungen im Herbst wie das Pflügen des Bodens und das anschließende Aussäen sind ebenfalls bei guten Bedingungen erfolgt."

Laut Mühlberg ist zudem die erste Düngergabe an den Winterraps bei Vegetationsbeginn Mitte Februar erfolgreich abgeschlossen. In den nächsten Wochen würde dann für Gerste und Weizen der Dünger ausgebracht. Auch die Gefahr von Schädlingen ob der ungewöhnlich warmen Witterung zu dieser Jahreszeit schätzt der Experte vom früheren Landwirtschaftsamt bisher als gering ein. Immerhin seien die Nächte noch kalt genug, so dass sich die Tiere in eine Kältestarre begeben. Gefährlich werde es erst dann, wenn die Temperaturen in den Nächten schlagartig anziehen würden. "Doch das sehe ich im Moment nicht."

Um aber einem möglichen Schädlingsbefall etwa bei Raps entgegenzuwirken, würden sogenannte Gelbschalen auf den Feldern zum Einsatz kommen. Schließlich sei mit einem Zuflug beispielsweise der Raps-Stängelschädlinge ab fünf bis sechs Grad Bodentemperatur und ab zwölf Grad Lufttemperatur zu rechnen. Mit Wasser und Spülmittel halb gefüllt sowie einem gelben Drahtgitter versehen, sammeln die Schalen sämtliche Käfer und geben den Bauern Auskunft über das Auftreten der Schädlinge. Die Gabe von Insektiziden sei dann zur Bekämpfung nicht ausgeschlossen, informiert Mühlberg. Schließlich wolle die Branche größeren Ertragsausfällen vorbeugen.

Geringe Erträge fürchtet Wolfram Rühle nicht. Noch nicht. Der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Pötzschau teilt indes gleichfalls die Hoffnung, dass es möglichst bald regnet. "Der Regen ist für Ende der Woche angekündigt. Ich bin guter Dinge, dass der Wetterbericht recht behält. 15 Liter pro Quadratmeter wären dann wünschenswert." Seit einigen Tagen laufe auf seinen Feldern die Zwiebelaussaat. Dass die derzeitige Wetterlage dem Betrieb einen Strich durch die Rechnung macht, das kann Rühle nicht bestätigen. "Bisher sprechen wir für das Pflanzenwachstum von günstigen Bedingungen", klärt der 58-Jährige auf. © Seiten 31 und 33

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2014
Juliane Lange

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In der Neujahrsnacht von 2012 auf 2013 flog an einem Supermarktparkplatz in der Trageser Straße in Kitzscher eine Telefonzelle auseinander, weil ein Feuerwerkskörper darin explodierte.

19.05.2015

Wenn es nach den Vorstellungen von Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) geht, kann der Stadtrat auf seiner Sitzung morgen, 18 Uhr, im Goldenen Stern die Weichen für den Baubeginn der neuen Kinderkrippe in der Pawlowstraße stellen.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_31264]Elstertrebnitz/Profen. Hosen und T-Shirts werden in Bangladesh zusammengenäht, Plastikspielzeug stammt aus China, Suppenhühner kommen aus polnischen Legebatterien und viele Lebensmittel aus dem Labor.

19.05.2015
Anzeige