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Borna Bauhandwerk erwartet stabile Umsätze
Region Borna Bauhandwerk erwartet stabile Umsätze
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14:22 07.01.2010
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Borna

Die LVZ fragte Ingo Schöne, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig, nach seiner Bilanz und nach einem Ausblick auf 2010.

Frage: 2009 als ein Jahr der Krise: War es das im Bauhandwerk der Region um Leipzig?

Ingo Schöne: Nein. Leichte Rückgänge wie die Bauindustrie brauchte das Bauhandwerk im Landkreis nicht hinzunehmen. Im Vordergrund standen Renovierung, Sanierung und der Einbau energieeffizienterer Systeme in Wohnhäusern. Der Wohnungsneubau stagniert auf niedrigem Niveau.

Wie viele Stellen strich das Bau-Handwerk des Landkreises 2009? Es wurde keine nennenswerte Zahl von betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen. Die zusätzlichen öffentlichen Vergaben, ermöglicht durch das Konjunkturpaket II, führen zum leichten Umsatzanstieg in ausgewählten Baubetrieben. Für die breite Masse der Betriebe sind diese Konjunkturmittel natürlich nicht sichtbar. Gut ist die zeitlich befristete Möglichkeit der freihändigen Vergabe und beschränkten Ausschreibung bis Ende 2010. Damit wird eine größere Anzahl von regionalen Betrieben einen Zuschlag erhalten. Stichwort Mindestlöhne. Maurer, Zimmerer und Dachdecker sind an sie gebunden. Andere Gewerke nicht. Warum ist das so? Der Mindestlohn am Bau gilt für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Betriebsgröße. Für Dachdecker gelten eigene Mindestlohnbestimmungen. Im Sanitär-, Heizungs-, Klempner- und im Elektrikerhandwerk gibt es eigene tarifliche Bestimmungen, keine Mindestlohntarifverträge. Maßgeblich beeinflussen aber Einzelunternehmer am Bau, die sich zu Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen, den Markt. Für deren Kalkulation spielen Mindestlöhne und hohe Umlagen an den gesetzlichen Unfallversicherer keine Rolle. Auch Urlaubskassenbeiträge müssen nicht abgeführt werden. Arbeitgeber mit sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern sind dadurch schlechter gestellt. Handwerksbetriebe sprechen von einer Verzerrung des Wettbewerbs. Das ist es in der Tat. Vom Staat sind diese Einflüsse ja gewollt. Die steigende Zahl von Existenzgründungen von Einzelunternehmern am Bau führt unweigerlich zum Ausbluten der Sozialversicherungssysteme zu Lasten der noch Beschäftigten und der möglichen Rentabilität von Unternehmern mit angestellten Arbeitnehmern. Beide praktizierten Systeme sind nebeneinander nicht vereinbar. Handwerksbetriebe halten den aktuellen Mindestlohn für zu hoch. Er lasse keine ausreichende Differenzierung zwischen Facharbeiter und Hilfskraft zu. Wie erklären Sie das? Nach wie vor ist das organisierte Bauhandwerk der Region der Auffassung, dass die Einstiegsmindestlöhne im Osten nicht dem Marktniveau entsprechen und etwas zu hoch sind. Seit September gilt ein Mindestlohn von 9,25 Euro. Damit finden unqualifizierte Arbeitnehmer keinen Einstieg in eine Beschäftigung. Dafür müssten die Tarifvertragsparteien einen Einstiegsmindestlohn für Hilfskräfte von rund 7,50 Euro vereinbaren. Das ist gegenwärtig nicht der Fall, aber eine Hauptforderung der Mitgliedsverbände im Zweckverbund Ostdeutscher Bauverbände. Stichwort beruflicher Nachwuchs: Das Handwerk klagt bundesweit über leistungsschwache Schulabgänger. Wie fit sind die künftigen Lehrlinge in der Region? Bei der Nachwuchsgewinnung werden sich die regionalen Unternehmen verstärkt anstrengen müssen. Die Zahl der Bewerber ist rückläufig. Auf der anderen Seite ist damit zu rechnen, dass sich eine Ausbildung am Bau lohnt, weil ein Fachkräftemangel eintreten wird. Natürlich können sich nur geeignete Bewerber Chancen auf eine Ausbildungsstelle ausrechnen. Und da gibt es schon Probleme. Wohin steuert das Bauhandwerk in der Region in diesem Jahr? Wir erwarten stabile Umsätze. Die energetische Haussanierung wird zunehmen. In den nächsten Jahren rechnen wir mit gleichbleibendem Bedarf beim Einbau von gedämmten Fassaden und Dämmarbeiten im Dachbereich. 50 Handwerksfirmen haben sich im Landkreis Leipzig über die Kreishandwerkerschaft weitergebildet, um Besitzern von Ein- und Zweifamilienhäusern einen kostenlosen Energiecheck anbieten zu können. Auf diese Weise erfährt der Hausbesitzer, ob seine Immobilie einen energetisch guten oder schlechten Zustand hat.

Ekkehard Schulreich

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