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Baumdenkmal für die Deutsche Einheit vertrocknet – Rötha will Ersatz beschaffen

Hainer See Baumdenkmal für die Deutsche Einheit vertrocknet – Rötha will Ersatz beschaffen

Am Nordufer des Hainer Sees sind drei Bäume vertrocknet. Das wäre nach diesem heißen Sommer nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches, würde es sich nicht um das erst vor einem knappen Jahr gepflanzte Baumdenkmal für die Deutsche Einheit handeln.

Das Baumdenkmal für die Deutsche Einheit am Hainer See hat den heißen Sommer nicht überlebt.

Quelle: André Neumann

Rötha/hainer See. Am Nordufer des Hainer Sees hat die Deutsche Einheit kein ganzes Jahr überlebt. Jedenfalls das ihr gesetzte Baumdenkmal. Das besteht aus einer Buche, einer Kiefer und einer Eiche die im Dreieck oberhalb des Sees gepflanzt wurden aus Anlass des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit. Die Bäume sind vertrocknet, offenbar mangels Pflege, die in diesem heißen Sommer besonders nötig gewesen wäre. Ersatz ist allerdings schon in Sicht.

Das Baumdenkmal am Hainer See, welches am 1. Dezember 2015 auf Initiative der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin gepflanzt worden ist, war das vierte in Sachsen und eins von mehr als 200 in Deutschland. Die Bäume finanzierte die Fielmann-Stiftung.

Die Pflanzung war entsprechend hoch angebunden. Zwei CDU-Landtagsabgeordnete, der ehemalige Regierungspräsident Walther Christian Steinbach und der damalige Röthaer Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos) griffen zum Spaten. Auch dessen Nachfolger Stephan Eichhorn (parteilos), der sich damals noch im Wahlkampf befand, ließ sich bei der Pflanzaktion sehen. Jetzt herrscht allgemeine Betroffenheit.

„Ich bedauere sehr, dass keiner der drei Bäume den außerordentlich trockenen Sommer überlebt hat“, sagt Pascal Németh, der als stellvertretender Bürgermeister gerade für den erkrankten Stephan Eichhorn einspringen muss. Jeder Hobbygärtner wisse, sagt er, „wie viel Achtung ein frisch gepflanzter Baum gerade bei Trockenheit braucht“. Die damals Beteiligten seien inzwischen über den Zustand informiert und würden sich um Ersatz nebst Pflege bemühen.

Angesichts der bisher mangelnden Pflege geben die Beteiligten der Stadt Rötha die Schuld. Für die SDW sagt deren sächsischer Landesgeschäftsführer Sebastian Kuntzsch auf LVZ-Anfrage: „Wir haben gemeinsam mit der Stadt Rötha und der Fielmann AG dieses Denkmal gepflanzt und im Nachgang der Stadt Rötha zur Pflege übergeben.“ Er wolle sich mit der Stadt abstimmen und „daraufhin wirken, dass der entstandene Ausfall der Bäume möglichst schnell behoben wird.“ Auch Walter Christian Steinbach, der die Pflanzung vermittelt hatte, sieht die Stadt in der Pflicht: „Mit der Schenkung der Bäume an die Stadt Rötha sind alle Pflichten zur weiteren Pflege auf die Stadt Rötha übergegangen. Ich hoffe sehr, dass der entstandene Schaden zeitnah behoben werden kann.“

Der Wirtschaftshof von Rötha jedenfalls hat sich offenbar nicht um die Pflege gekümmert. Ex-Bürgermeister Ditmar Haym erklärt, er wisse nicht mehr, wie die Absprachen zur Pflege waren und sagt, „Ich hatte den Auftrag, einen Standort am Hainer See zu finden.“

Hayms Nachfolger Stephan Eichhorn, der zurzeit nicht im Dienst ist, nahm sich der Sache derweil gleich an. Über seinen Stellvertreter ließ er am Mittwoch mitteilen, dass die trockenen Bäume am Donnerstag entfernt würden und neue beschafft werden sollen.

Von André Neumann

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