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Borna Baumfällaktion in Kahnsdorf
Region Borna Baumfällaktion in Kahnsdorf
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17:17 16.02.2010
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Kahnsdorf

Die Anzahl konnte die zuständige Denkmalschutzbehörde des Landkreises Leipzig zwar gestern nicht bestätigen, allerdings erhielt der Eigentümer des Parkgeländes, die Blauwasser GmbH, eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung dazu. Christian Conrad, Geschäftsführer von der Blauwasser GmbH, konnte die Aufregung nicht verstehen, da er bereits zur Eröffnung des Schillerhauses im Januar die Fällungen angekündigt hatte. „Es gibt für das Parkgelände eine Denkmalschutzkonzeption“, sagt Conrad. So sollen die sogenannten Sichtachsen zum Herrenhaus und zur Laurentiuskirche wieder entstehen. Mit den Arbeiten wurde die Firma Reculta aus Zwenkau beauftragt. „Sie hat vor allem den Baumbewuchs entfernt, um den Verlauf des Teiches um das Schloss wieder sichtbar zu gestalten“, erklärte Conrad. Ihm schwebe vor, den Teich wieder in seinem ursprünglichen Zustand herzustellen. „Im Herbst will die LMBV einen Zulauf zum ehemaligen Teich herstellen“, erklärt er. Der Kahnsdorfer Horst Kühn, der bei der Eröffnungsveranstaltung des Schillerhauses anwesend war, bezeichnete die Wiederherstellung des Teiches als „Hirngespinste“. „ABM-Kräfte unter der Regie der Böhlener Niederlassung des Instituts zur Förderung des Umweltschutzes pflanzen 2001 im Park unter anderem Linden, Buchen, Eichen und Eschen“, so Kühn. Er könne nicht verstehen, warum der neue Eigentümer alte Bäume fällen ließ. Besonders schmerzten ihn noch die zwei uralten Kastanien, die im vergangenen Jahr beseitigt worden waren. Kühn erinnerte sich auch daran, dass ABM-Kräfte bereits vor neun Jahren Wildwuchs beseitigten und den aufgrund alter Dokumente nachweisbaren historischen Wegebestand wieder herstellten. Aufgestellt wurden auch neue Bänke sowie Hinweistafeln. Gefördert wurde diese Maßnahme über das Arbeitsamt sowie das Staatliche Amt für Ländliche Neuordnung Wurzen. Conrad entgegnet: „Zu DDR-Zeiten sei die Anlage stark vernachlässigt worden. Wegen des Tagbaues wurde die Pleiße verlegt und damit die Zuleitung zum Teich um das Schloss unterbrochen. Das Ende vom Lied war ein ausgetrockneter Teich, der von den Leuten über viele Jahre bis 1990 als Müllkippe verwendet wurde.“ Derzeit wären die Wege und der Wald stark verwildert. Besonders Knallerbsensträucher hätten sich im Park ausgebreitet. Er sehe es als „Kür“ an, eventuell im Sommer, Bänke und Skulpturen im Park aufzustellen. Gerd Steinbach aus Kahnsdorf bedauert den „Kahlschlag“ im Schlosspark am Rittergut in Kahnsdorf. Das Parkgelände sei nach der Wende unter Denkmalschutz gestellt worden. „Es kann doch nicht sein, dass wertvolles Grün einfach der Säge zum Opfer fällt“, schimpft er. Die Anlage sei im 17. Jahrhundert errichtet worden. „Der Schlosspark steht unter Denkmalschutz“, bestätigt Karin Wagner vom Denkmalschutzamt des Landratsamtes Leipzig in Grimma. Aus diesem Grund musste der Eigentümer eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung zum Fällen der Bäume beantragen. „Dieser wurde unter Auflagen zugestimmt“, sagt sie. Der Antrag sei ebenso vom Landesamt für Denkmalschutz Dresden begutachtet worden. Der Antragsteller wolle den historischen Baumbestand wieder herstellen. „Dazu ist es erforderlich, das altes Gehölz und Gestrüpp entfernt wird“, weiß sie. Gleichzeitig wurde der Eigentümer verpflichtet, bis zum 30. April 2011 Neuanpflanzungen unter anderem von Eichen, Linden und Hainbuchen vorzunehmen.  

Cornelia Braun

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