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Baustellen und Staus ohne Ende

Baustellen und Staus ohne Ende

Pendler, die Tag für Tag von Groitzsch oder Pegau nach Leipzig zur Arbeit müssen, sind derzeit nicht zu beneiden: Baustelle reiht sich an Baustelle. Für Anwohner in Dörfern wie Wiederau und Schnaudertrebnitz bedeutet dies viel mehr Autos und Laster als sonst.

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Mitarbeiter der Firma Kemna erneuern derzeit die B 2 - hier zwischen Kobschütz und Rüssen-Kleinstorkwitz.

Quelle: Mathias Bierende

Groitzsch/Pegau. Seit dem Juni-Hochwasser ist die B 2 in Audigast voll gesperrt. Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) soll diese Straße bis Ende Oktober für 150 000 Euro von der Strabag AG Schkeuditz saniert werden. Geplant sei, Fahrbahn, Bankette und Böschungen instand zu setzen. Vorgesehen sei auch Bäume zu fällen, die wegen Unterspülungen umzufallen drohen. Baustart ist nach Angaben des Lasuv in dieser Woche - doch bis gestern war noch nichts zu sehen. Schon seit Juni müssen die Dörfer Schnaudertrebnitz und ein Teil von Audigast mit starkem Umleitungsverkehr leben.

Es gab viel Kritik wegen dieser Baustelle, die "nur" eine Instandsetzung vorsieht. Anwohner und auch Experten meinen, dass eine Absenkung der Straße oder gar eine Brücke den Durchfluss bei Hochwasser gewährleisten und so umliegende Orte besser schützen könnte. Doch aufwendige und teure Genehmigungsverfahren sprachen dagegen; auch die seit langem geplante Umgehungsstraße für Audigast würde in diesem Fall unter den Tisch fallen (die LVZ berichtete).

Seit Montag gibt es eine weitere Baustelle mit Vollsperrung in unmittelbarer Nähe. Die B 2 von Löbschütz bis einschließlich der Ortslage Kobschütz wird grundlegend erneuert. Die offizielle Umleitung führt zwar von Zwenkau über Neukieritzsch nach Groitzsch, "aber alle, die halbwegs ortskundig sind, fahren durch Wiederau, das ist eine Katastrophe", sagt Michael Buth, Ortsvorsteher von Wiederau. Die Straße im Dorf sei jetzt schon marode und habe viele Senken, die sich bei Regen in riesige Pfützen verwandeln. Der zusätzliche Verkehr werde das Problem noch verschärfen. "Aber es gibt nach wie vor keine verbindlichen Aussagen, wann unsere Straße saniert wird", ärgert sich der Ortsvorsteher.

Er ist selbst beruflich viel mit dem Auto unterwegs und nennt die derzeitige Straßensituation in der Region "irrwitzig". Da auch noch in Großdeuben an der Schnittstelle B2/B95 und im Leipziger Süden gebaut wird, stehen Pendler dauernd im Stau. "Von Verkehrsplanung kann da nicht gesprochen werden", so Buth. Es sei "dusslig", dass immer am Jahresende entdeckt werde, dass irgend welche Fördergelder noch schnell verbaut werden müssen, damit sie nicht verfallen.

Eine weitere Baustelle mit Vollsperrung naht. In den Oktoberferien (21. Oktober bis 1. November) soll in Pegau der ehemalige Bahnübergang in der Carsdorfer Straße saniert werden. Dieses Vorhaben hat die Stadt schon lange auf ihrer Agenda, doch es gab dabei einige Schwierigkeiten. Wie Bauamtsleiter Gunther Grothe sagte, war das Gelände zunächst im Besitz der Deutschen Bahn, dann konnte es nicht entwidmet werden und danach gehörte es der Firma, welche die Gleise abbaute. So zog sich die Sache hin. Nun hat die Stadt Pegau eine Vereinbarung mit dem Lasuv abgeschlossen - und will den Umbau selbst in die Hand nehmen. Es gehe um eine relativ kleine Maßnahme, die etwas mehr als 30 000 Euro kostet. Dabei sollen die restlichen Gleise entfernt, 20 Meter Straße sowie 40 Meter Rad- und Gehweg gebaut werden.

Bei der jüngsten Pegauer Stadtratssitzung gab es Bedenken, dass damit auf die Autofahrer neben den aktuellen Straßensperrungen noch eine weitere Hürde hinzu zukommt. Vor einigen Tagen fand dazu nochmals eine Besprechung statt, bei der laut Grothe gesagt wurde, dass die B-2-Baustelle in Löbschütz/Kobschütz bereits Ende September abgeschlossen sein soll und damit die Situation zumindest etwas entspannter sei. Und der Bau in der Carsdorfer Straße soll zügig vonstatten gehen - der Amtsleiter geht von neun Tagen aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.09.2013

Carell-Domröse, Claudia

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