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Bedrohte Idylle: Autobahn-Bauer wollen am Hainer See mit Baggern anrücken

Bedrohte Idylle: Autobahn-Bauer wollen am Hainer See mit Baggern anrücken

Neukieritzsch/Kahnsdorf. Der Hainer See entwickelt sich zum Ferien-, Freizeit- und Landschaftsparadies. Schmucke Häuser zeugen davon, Segelboote, Campingplatz aber auch junge Eichenbestände, Lärchen, Ahorn und Winterlinden sowie ökologisch wertvolle offene grüne Uferhänge, auf denen sich von Zeit zu Zeit Schafe tummeln.

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Die schmale Straße führt auf der Landzunge zur Engstelle zwischen Hainer (rechts) und Haubitzer See. Gegenüber ist die Innenkippe Großzössen zu sehen, wo das Erdreich für die Autobahn abgebaut werden soll.

Quelle: Andreas Döring

. "Auf das, was wir hier gemeinsam mit der LMBV, den Gemeinden und dem Landkreis geschaffen haben, können wir stolz sein", sagt Alexander Wolf, Prokurist der Firma Blausee, die Eigentümerin des Sees ist.

Doch die neu geschaffene Idylle könnte jetzt zumindest zeitweilig, das heißt für mehrere Jahre, bedroht werden. Denn auf der Landmasse an der Südseite des Hainer Sees, der so genannten Innenkippe Großzössen, will die Straßenbauverwaltung Sachsen in den kommenden Jahren Erdmassen für den Bau der Autobahn zwischen Borna und Rötha abbauen lassen. Dabei geht es um etwa 400 000 bis 600 000 Kubikmeter Erdreich, die unter der Autobahn eingebaut werden sollen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat sich für diese Variante entschieden, um lange Transportwege zu vermeiden.

Für die Blausee GmbH ist der Eingriff in die Uferbereiche des Hainer und des angrenzenden Haubitzer Sees so groß, dass das Unternehmen gegen die Pläne der Straßenbauverwaltung klagte. Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde zurückgenommen, man habe aber vor dem Bundesverwaltungsgericht "scharfe Auflagen" durchsetzen können, sagt Wolf und kündigt an, dass man während der gesamten Bauphase sehr genau hinschauen werde.

Denn nach wie vor rechnen Wolf und Christian Conrad, Geschäftsführer von Seebetreiber Blauwasser, mit erheblichen Beeinträchtigungen für die Nutzung und die weitere Entwicklung des Hainer Sees und seines kleineren Bruders des Haubitzer Sees.

Schon jetzt führt eine schmale Asphaltstraße über die kleine Landzunge bis zur Engstelle zwischen den beiden Seen. Die wird voraussichtlich zugeschüttet, damit die Transportfahrzeuge auf die andere Seite kommen. Dort, schätzt Wolf, wird das Gelände durch den Abbau um drei bis sechs Meter abgesenkt und muss danach komplett neu rekultiviert werden. "Dabei werden wir mitreden, das haben wir uns ausbedungen", lässt Wolf keinen Zweifel an seiner Forderung. Wie die Wege nach Abschluss der Arbeiten aussehen werden, wenn Tausende schwere Lastwagen darüber gefahren sind, kann man sich vorstellen. Hier ist aber der vorhandene Zustand vom Lasuv wieder herzustellen. Wie sehr Abbau und Transport die Anlieger und Gäste an den anderen Ufern des Sees stören, bleibt abzuwarten.

Durch den Zugriff der Autobahnbauer auf die Innenkippe müssen die Pläne für den Haubitzer See jetzt erst einmal sprichwörtlich auf Halde gelegt werden. Beispielsweise soll in der Südostkurve das Strandbad Borna angelegt werden. Negative Auswirkungen befürchten Wolf und Conrad auch für den um den See verlaufenden Rad- und Reitweg. Man wolle auf jeden Fall darum kämpfen, dass dieser durchgängig erhalten bleibt, betonen beide. Bis zum Lückenschluss bei der Asphaltierung wird auf der Südseite allerdings noch einige Zeit vergehen. Zusätzlichen Aufwand bringt der Erdstoffabbau auf jeden Fall dem Land- und Forstwirtschaftsbetrieb Blauland, weil die Wege länger werden. Um Felder, Forst- und Weideflächen zu erreichen, "werden wir teilweise um den ganzen See herum fahren müssen", sieht Wolf voraus. Der Freistaat hat dem See-Eigentümer zwar eine Entschädigung zuerkannt, über die Höhe ist man sich noch nicht einig. Blauwasser, der Betreiber und touristische Nutzer des Sees, bekommt nichts, sagt Wolf kopfschüttelnd. Die Verluste, die der mühsam entwickelten Natur und Landschaft zugefügt werden, ist er überzeugt, könnten ohnehin nicht ausgeglichen werden.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.08.2015
André Neumann

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