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Begleitung in der schwersten Zeit

Begleitung in der schwersten Zeit

Seit zehn Jahren gibt es in der Region den ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas. Die Mitarbeiter begleiten sterbende und schwerstkranke Menschen sowie deren Angehörige.

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Hospizdienst: Ute Konnegen (l.) und Martina Pfeil vor ihrem Dienstfahrzeug, mit dem sie zu ihren Einsätzen fahren.

Quelle: Anja Macheleid

Borna. Sie standen in diesem Jahrzehnt 660 Menschen bis zum Tod an der Seite.

 

 

Das Sterben gehört zum Leben dazu. Und dennoch ist der Tod eines geliebten Menschen oder die Erkenntnis, dass das eigene Ende kurz bevor steht, nur schwer fassbar und schmerzlich zu ertragen. Die Angehörigen einer schwerstkranken oder sterbenden Person sind oft in ihrer Emotionalität gefangen und können viele Entscheidungen nicht mehr rational treffen. Hinzu kommt eine gewisse Unsicherheit, die die Betroffenen zumeist an der Richtigkeit des eigenen Tuns zweifeln lässt.

In jener besonderen Situation gibt es Menschen wie Martina Pfeil und Ute Konnegen. Beide sind ausgebildete Krankenschwestern und seit einigen Jahren im ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas tätig. Ihre Aufgabe ist es, schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige in dieser, der schwersten Zeit zu begleiten. Unterstützt werden die beiden Frauen von der Sozialpädagogin Annett Ratsch und 35 ehrenamtlichen Helfern, ohne die, wie Martina Pfeil sagt, gar nichts gehen würde.

"Mut zusprechen, auch Mut geben, zu Hause zu sterben, außerdem die Angehörigen unterstützen und entlasten, Beistand in der Zeit der Trauer geben und Trauernde nicht allein lassen - das ist unser Anliegen, unsere Motivation und unsere Aufgabe", erklärt Martina Pfeil. Die hauptamtlichen und in Seminaren ausgebildeten ehrenamtlichen Hospizhelfer sind als Gesprächspartner und als Zuhörer da, verbringen Zeit am Bett des Kranken, überbrücken die Abwesenheit der Angehörigen, übernehmen Sitzwachen, spenden Trost und Ermutigung.

Eine Aufgabe, die den Caritas-Mitarbeitern alles abverlangt. Sie müssen immer dann Beistand leisten, wenn es anderen am schlechtesten geht. "Da ist es wichtig, dass man selbst in sich gefestigt ist. Schließlich muss man der schwerstkranken oder sterbenden Person und ihren Angehörigen mit Kraft und Mut zur Seite stehen", meinen die Krankenschwestern. Und dass dieses Engagement viel Respekt und Anerkennung verdient, beweist allein die Tatsache, dass viele ehrenamtliche Mitarbeiter schon nach wenigen Jahren wegen der enormen psychischen Belastung wieder aufhören müssen. Gerade einmal fünf von den Hospizhelfern der ersten Stunde sind heute noch im Einsatz.

Die Motivation, solch eine Arbeit dennoch mit Hingabe und Eifer zu erfüllen, sei für die Hospizhelfer aber immer greifbar: "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man Menschen, die beispielsweise ganz allein sind, auf ihrem letzten Weg beistehen kann. Außerdem bedanken sich viele Angehörige bei uns, und oft hören wir, dass sie ohne unseren Beistand die Kraft nicht gehabt hätten, das alles durch zu stehen." Eines belastet aber auch die Caritas-Mitarbeiter zunehmend. "Es ist frappierend, dass die schwerstkranken immer jünger werden und immer schneller versterben", sagt Ute Konnegen mit gedrückter Stimme.

Die Hospizhelfer versuchen sich an schlimmen Tagen gegenseitig wieder aufzubauen und sich viel von der eigenen Seele zu reden. Das habe bisher sehr gut funktioniert. Seit zehn Jahren bietet die Caritas nun den Hospiz- und Palliativberatungsdienst an. Anlässlich des Jubiläums findet heute um 14 Uhr in der Bornaer Emmauskirche eine Ökumenische Andacht mit Superintendent Matthias Weismann und Pfarrer Dietrich Oettler statt. Anschließend begehen die Mitarbeiter im Supturgarten mit Kaffee, Kuchen und zu späterer Stunde auch mit einem leckeren Buffet und Bierchen ihr alljährliches Sommerfest.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2013

Macheleid, Anja

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