Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Begrüßungsbesuch bald nach der Geburt: Kreis geht auf junge Eltern zu
Region Borna Begrüßungsbesuch bald nach der Geburt: Kreis geht auf junge Eltern zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:05 20.05.2015
Britta Wolf von Wolffersdorff (links) möchte auf junge Eltern zugehen. Ein Anliegen, das Anke Thomas vom Netzwerk für Kinderschutz unterstützt. Quelle: Andreas Röse

Diese eher formale Kontaktaufnahme möchte der Kreis jetzt persönlicher gestalten: in Form von Begrüßungsbesuchen. Eine von zwei jungen Frauen, die sich darum kümmern sollen, ist Britta Wolf von Wolffersdorff.

Mit der Tür ins Haus zu fallen ist Britta Wolf von Wolffersdorffs Sache nicht. "Wir möchten uns nicht aufdrängen und auch niemanden kontrollieren. Wir möchten informieren und Hilfe anbieten, denn für Eltern ist nach der Geburt eines Kindes vieles neu", sagt die 28-jährige Sozialpädagogin. Sie ist eine von zwei Mitarbeiterinnen, die sich im Jugendamt des Landkreises künftig um diese Besuche kümmern. Besuche, die - das stellt Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer heraus - ein Angebot seien, das angenommen werden könne. Aber nicht müsse: "Viele werden sicher sagen, wir kommen schon selber klar. Aber es ist uns wichtig, dass alle wissen, dass sie und wo sie Hilfe finden können."

Die Kinder- und Familienfreundlichkeit ist dem Landkreis Leipzig so wichtig, dass er beides in seinem Leitbild verankert hat. Dass das Land Sachsen präventive Angebote für junge Eltern fördert, unterstützt diese Bemühungen. Britta Wolf von Wolffersdorff arbeitete seit dem Sommer vergangenen Jahres als eine von mehreren Familienbegleiterinnen, stand werdenden Müttern auf Wunsch schon während der Schwangerschaft bei, unterstützte sie in den ersten Monaten nach der Geburt. Die Materie ist ihr vertraut. "Viele, mit denen ich zu tun hatte, hatten ihr erstes Kind. Doch auch erfahrenere Eltern waren für die Gespräche dankbar", sagt sie über ihre Erfahrungen.

Zu klären sei in der Zeit nach der Geburt eines Kindes eine ganze Menge, deshalb nun die Besuche: Eltern- und Kindergeld sind zu beantragen. Viele haben Fragen zur Elternzeit, zum Wiedereintritt in das Berufsleben. Krabbelgruppen und Austausch der Eltern untereinander sind gefragt. Manche, aber nicht alle Fragen beantworten schon die Informationsmaterialien, die dem von Landrat Gerhard Gey (CDU) unterschriebenen Begrüßungsbrief beiliegen: der Kleine Wegweiser für die Familie, der Ordner "Gesund groß werden". Die Zeit, da im Leipziger Land und im Muldental Neugeborene mit 100 Euro begrüßt wurden, endete mit der Kreisreform - aus finanziellen Gründen.

"Wenn wir die Eltern erreichen wollen, braucht es Feingefühl", sagt Anke Thomas, die das Netzwerk für Kinderschutz im Landkreis koordiniert. Die Verantwortung dafür, dass ein Kind gesund und umsorgt aufwachse, liege in erster Linie bei der Familie. Doch sie sollte spüren, dass die Gesellschaft sie nicht im Stich lasse. Die künftigen Willkommensbesuche betrachtet sie als charmante Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen.

2000 Mädchen und Jungen werden Jahr für Jahr im Landkreis geboren. Thomas rechnet damit, dass ein Drittel der Eltern das Besuchsangebot annehmen. Mitnichten seien die Besuche das Mittel, um Problemfamilien zu erreichen, so die Koordinatorin. Dafür starte der Landkreis im Frühjahr gemeinsam mit den Kinderschutz-Netzwerk-Partnern ein gesondertes Programm zur möglichst frühen Prävention mit dem Titel "Schritt für Schritt".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2013

Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehr als 100 Jahre lang hat der Braunkohlentagebau die Umgebung von Borna geprägt. Die Stadt und die umliegenden Ortschaften lebten mit und vom Tagebau und von der Kohlenverarbeitung.

20.05.2015

Wohnungsrückbau und Aufwertung des Marktplatzes - das sind nur zwei der Schwerpunkte, die Kitzscher in den kommenden Jahren mit Fördermitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost angehen möchte.

20.05.2015

Noch ein gutes halbes Jahr, dann werden die ersten Fahrzeuge auf der neuen Bundesstraße 176 zwischen Neukieritzsch und Pödelwitz rollen. Eine Strecke von vier der 6,8 Kilometer ist bereits asphaltiert.

20.05.2015
Anzeige