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Borna Beim Töpfern kommt es auf das Formgefühl an
Region Borna Beim Töpfern kommt es auf das Formgefühl an
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17:13 18.10.2017
Töpfermeisterin Annett Fischer aus Zedtlitz. Quelle: Nikos Natsidis
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Zedtlitz

Töpfern ist ein uraltes Handwerk. Die ersten Keramikfunde sind 24 000 Jahre alt. Annett Fischer ist nur einen Bruchteil dieser Zeit im Geschäft. Die Töpfermeisterin betreibt ihre Werkstatt nebst Geschäft in Zedtlitz seit nunmehr zwei Jahrzehnten. Und obwohl Töpferei nach wie vor Handarbeit ist, ändern sich die Zeiten. Speziell, was die Vertriebswege anbelangt. Mittlerweile verkauft sie einen Großteil ihrer Waren übers Internet an.

Denn die Laufkundschaft ist weniger geworden. Da ist die 43-Jährige in gewisser Weise ein Opfer der neuen Autobahn. Die führt die Hauptverkehrsströme um Zedtlitz herum, so dass weniger Leute spontan in ihre Werkstatt kommen als zu Zeiten, in denen die Bundesstraße 95 noch mitten durch den südlichen Bornaer Ortsteil führte. Dennoch gibt es nach wie vor Kunden, und die können sich in der Werkstatt mit Verkaufsraum umschauen, in denen die blauen, grünen und grauen Gefäße, Teller und Figuren stehen. Zudem, sagt Annett Fischer, „arbeite ich auch viel auf Bestellung“.

Und dabei bekommt sie mit, dass die Kunden oftmals Geschirr haben wollen, „das aussieht wie Porzellan“. Generell ist die Nachfrage gut. Zwischen Mai und Oktober steht sie mit ihren Waren auf diversen Märkten; die Zeiten, in denen aber gerade der Verkauf dort ein entscheidendes Standbein ihrer Existenz war, sind allerdings vorbei. An diese Stelle ist der Onlinehandel getreten, der Annett Fischer Kundschaft aus Deutschland und Österreich beschert.

Hin und wieder gibt die energiegeladene Frau auch Töpferkurse, zu denen meist Leute kommen, die ihr Brot nicht mit Handarbeit verdienen. „Die sitzen eher im Büro.“ Leute, für die es wichtig ist, dass sie im Wortsinne mit ihren eigenen Händen etwas herstellen und am Ende auch mit nach Hause nehmen können. Denen vermittelt Annett Fischer, worauf es beim Töpfern ankommt - „auf ein gutes Formgefühl“. Und auf eine Vorstellung von den richtigen Proportionen.

Die dürfte jemand wie Annett Fischer schon immer gehabt haben. Schließlich arbeitet sie in ihrem Traumberuf, auch wenn sie auf dem Weg dorthin zunächst einige Hindernisse überwinden musste. So, als ihre Ausbildungszeit schon nach zwei Jahren zunächst abrupt unterbrochen wurde, weil mit dem Braunkohlenwerk, ihrem Ausbildungsbetrieb, auf einmal Schluss war. Dabei waren für die Lehrzeit drei Jahre vorgesehen. Am Ende fügte sich dann doch alles, so dass sie jetzt Jubiläum feiern kann.

Von Nikos Natsidis

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