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Borna Bella-Arbeiter wollen die Wiedervereinigung
Region Borna Bella-Arbeiter wollen die Wiedervereinigung
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16:40 19.05.2015
Oliver Fritzsche (re.) eröffnet gestern im Beisein der Bundestagsabgeordneten Katharina Landgraf (2. v. re.) und des Groitzscher Bürgermeisters Maik Kunze die Sonderausstellung in der Stadtmühle. Quelle: Thomas Kube

Darin werden die Geschehnisse der Erhebung auf 20 Schautafeln beleuchtet.

Die Mitarbeiter des VEB Bella Schuhfabrik Groitzsch forderten im Juni 1953 die Senkung der Preise in den Läden der staatlichen Handelsorganisation HO ebenso wie eine ausgeglichenere Verteilung der Lebensmittel. Und sie wurden politisch, als sie etwa "Freie und geheime Wahlen zur Erreichung der Wiedervereinigung Deutschlands" verlangten. Der CDU-Landtagsabgeordnete Fritzsche hatte den Forderungskatalog der Bella-Arbeiter bei der Vorbereitung der Ausstellung zum Aufstand 1953 entdeckt. Der Mann vom Jahrgang 1977 verwies darauf, dass rund um den 17. Juni 1953 Menschen in 700 Orten der DDR protestierten und die Staatsmacht ins Wanken brachten. Aus dem Anlass, der bekannten Normerhöhung, sei recht schnell die Forderung nach Demokratie laut geworden. "Aus heutiger Sicht ordnen sich die Ereignisse 1953 in die europäische Freiheitsbewegung ein, zu der die Ereignisse in Ungarn 1956 und in der Tschechoslowakei 1968, aber auch in Polen 1970 gehören." Der 17. Juni 1953 sei "ein Vorbote von 1989" gewesen, so Fritzsche, der bereits vor zwei Jahren eine Ausstellung zum 50. Jahrestag des Mauerbaus in der Groitzscher Stadtmühle initiiert hatte.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf zeigte sich von den Tafeln "sehr berührt". Viele Menschen wüssten von den damaligen Ereignissen zu wenig oder gar nichts. Auf den Tafeln in der Stadtmühle, die der Berliner Historiker Stefan Wolle im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gestaltet hat, werden die Geschehnisse, die zur Erhebung vor 60 Jahren geführt haben, ebenso dargestellt wie die Folgen des Juni-Aufstands. So erfahren die Besucher, welche Auswirkungen der Tod von Sowjetdiktator Stalin für die DDR-Führung hatte, die im Jahr zuvor den "planmäßigen Aufbau des Sozialismus" beschlossen hatte. Themen sind die legendäre Dampferfahrt der Stalinallee-Bauarbeiter, auf der die Idee zum Protest aufkam, und die Ereignisse am 17. Juni in Berlin und der DDR. Besondere Aspekte sind die Rolle des Westberliner Senders Rias und die Bedeutung, die der 17. Juni in späteren Jahrzehnten in Westdeutschland als arbeitsfreier sommerlicher Ausflugstag bekam.

Gast der gestrigen Ausstellungseröffnung war mit Martin Gunkel auch ein Zeitzeuge, der den 17. Juni 1953 als Student in Leipzig erlebt hatte. Der gebürtige Zeitzer kann sich noch gut an die vielen Verhaftungen in der Zeit danach erinnern.

Die Ausstellung ist jeden Sonnabend von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Darüber hinaus können sich Interessenten im Wahlkreisbüro von Oliver Fritzsche unter der Telefonnummer 0341/97 59 976 melden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2013

Nikos Natsidis

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