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Bemmchen für die Feuerwehr

Bemmchen für die Feuerwehr

Katastrophen wie das Hochwasser, das Borna am Wochenanfang vergleichsweise glimpflich überstanden hat, sind die Stunden der Helfer. Der freiwilligen Helfer, wie es sie auch in Borna in großer Zahl gab und gibt.

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Sorgten für Kaffee, Bemmchen und mehr: Daniela Kuphal (links) und Jutta Ludwig in der Feuerwache in der Röthaer Straße.

Quelle: Nikos Natsidis

Borna. Etwa in der Feuerwache in der Röthaer Straße, wo drei Frauen weit mehr als ihre Pflicht taten.

Müde sieht sie aus und überanstrengt. Als Jennifer Kahnt vorgestern Abend in die Feuerwache kommt, ist die 21-Jährige einfach nur noch fertig. Verständlich, denn im Prinzip ist sie seit mehr als 36 Stunden auf den Beinen - im Prinzip durchgehend und weitgehend ohne Schlaf. An sich begann er Dienst der jungen Frau, die seit fünf Jahren bei den Brandschützern ist, schon am Donnerstagabend. Jennifer Kahnt nahm zunächst die Evakuierten aus Thräna in der Grundschule West im Empfang. "Wir haben die Leute in die Zimmer begleitet und mit Essen und Trinken versorgt."

Am Montag ging die künftige Altenpflegerin, die derzeit in der Ausbildung ist, ganz normal wieder zu ihrer Arbeit nach Regis - um sich anschließend erneut bei der Feuerwehr zu melden. Was folgte, war normaler Hochwasserdienst für Feuerwehrleute: Keller auspumpen etwa. Und dennoch erklärt die sympathische junge Frau, "das ich das wieder machen würde". Der Dienst bei der Feuerwehr, zu dem sie durch ihren Opa Arndt Kahnt kam, der noch aktiv in der Alters- und Ehrenabteilung der Bornaer Feuerwehr ist, "macht mir einfach Spaß" - auch, weil sie dabei anderen Menschen helfen kann.

Genau wie Jutta Ludwig. Die bekannte Judosportlerin und Schwimmmeisterin reagierte sofort, als am Montag ein Anruf von Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke ) kam, dass alle Leute an der Hochwasserfront gebraucht würden. Nicht unbedingt für den direkten Kampf gegen die nassen Gewalten, wohl aber für das, was beim Militär "rückwärtige Dienste" heißt. Für die 60-Jährige keine Frage, dass sie sich bereit erklärte, einzuspringen. In der Feuerwache in der Röthaer Straße, wo der Führungsstab während der Hochwasserkatastrophe saß und von wo aus die Einsatzkräfte an- und abrückten. Vorgestern war Jutta Ludwig von 5.30 bis weit nach 18 Uhr im Einsatz. Unterstützt wurde sie von Daniela Kuphal, die ihren Arbeitsplatz in der städtischen Kämmerei ebenfalls gegen eine Arbeit bei den Rettungkräften eigetauscht hatte. Die beiden Frauen sorgten für Essen und Trinken, was bekanntlich durchaus von entscheidender Bedeutung sein kann für die Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte. Das Essen kam vom "Patrixx", der Heliosklinik und vom Hotel "Drei Rosen", "aber so viel Geschirr gibt es ja bei der Feuerwehr ansonsten gar nicht, wie wir gebraucht haben", so Jutta Ludwig. Und ansonsten hieß es "Bemmchen schmieren", denn wer von den Feuerwehrleuten auf eine Einsatzpause kam, wollte nur eins: Esse. Und noch etwas, wie Jutta Ludwig mit Blick auf eine Packung Jacobs Krönung klar macht Kaffee.

Jutta Ludwig hatte die Hochwasserkatastrophe zunächst im Fernsehen verfolgt. "Ich will, dass mir geholfen wird, wenn ich in Not bin, also helfe ich auch." Wobei Einsätze wie jetzt beim Hochwasser selbst für eine erfahrene Helferin wie Jutta Ludwig neu sind. Zwar ist sie Blutspenderin und hat auch schon einmal 40 Leute im Motorsportteam ihres Sohnes 24 Stunden lang verköstigt. Etwas wie in dieser Woche hat sie allerdings noch nicht erlebt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Nikos Natsidis

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