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Bergleute der Region kämpfen weiter um ihre Rente: Nun soll Andrea Nahles helfen

Solidargemeinschaft Bergleute der Region kämpfen weiter um ihre Rente: Nun soll Andrea Nahles helfen

Seit 20 Jahren kämpfen die Bergleute der Region um die Anerkennung ihres Berufes und eine entsprechende betriebliche Altersversorgung. Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Solidargemeinschaft der Bergleute der Braunkohleveredlung Borna – Espenhain machten Anwälte und Politikvertreter Mut.

Petra Köpping (3.v.l.) ist ein Gast der Podiumsdiskussion, zu der die Solidargemeinschaft der Bergleute eingeladen hatte.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Noch immer ist der Weg steinig und lang – und dennoch hoffen die fast 400 Bergleute der Region, dass ihr Anliegen endlich von Seiten der Bundesregierung gehört und schließlich auch in die Tat umgesetzt wird. Seit mittlerweile 20 Jahren kämpfen sie um die Anerkennung ihres Berufes und eine entsprechende betriebliche Altersversorgung. Der bisherige Stand der Dinge war am Mittwoch Thema einer Podiumsdiskussion im Stadtkulturhaus zur Jahreshauptversammlung der Solidargemeinschaft der Bergleute der Braunkohleveredlung Borna – Espenhain.

Gäste waren unter anderem Petra Köpping, SPD-Landtagsabgeordnete und Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, sowie Peter Knöppel, Rechtsanwalt und staatlich zugelassener Rentenberater, der sich seit mehreren Jahren für die Belange der Solidargemeinschaft der Bergleute einsetzt. „Unser Rechtsanspruch muss bundesweit bekannt werden, deshalb sind auch zahlreiche Medien heute hier“, erklärte Günter Freitag, Sprecher der Solidargemeinschaft, vorab. Noch immer werde den Bergleuten, die in der Braunkohlenveredlung über Tage tätig waren, die Anerkennung als Bergmänner verwehrt, in den Sozialversicherungsausweisen stehe unter Beruf „Sonstiges“.

Für Köpping, selbst Ehrenbergfrau, ein Unding. Immer wieder habe sie in den Jahren nach der Wende von Ungerechtigkeiten erfahren – sowohl als Bürgermeisterin von Großpösna als auch als Landrätin. „Ihr Anliegen ist eine von den vielen Ungerechtigkeiten, die sich angehäuft haben“, sagte sie in Richtung der rund 350 Bergleute im Stadtkulturhaus. „Die Westdeutschen haben zum Teil noch immer keinen Schimmer, wie die Ostdeutschen den Umbruch erlebt haben“, machte sie deutlich und versprach, weiterhin für die Bergleute da zu sein und deren Kampf zu unterstützen.

„Und wir kämpfen ja nicht gegen Windmühlen, es gibt ja klare Richtlinien und eine Rechtsgrundlage für unser Ansinnen, aber die wird bisher nicht akzeptiert“, betonte Klaus-Dieter Wolf, Vorsitzender der Gemeinschaft. Der nächste Schritt sei, sich direkt an die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles (SPD), zu wenden. Einbezogen werden müsse zudem Daniela Kolbe, SPD-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

Auch Rechtsanwalt Knöppel machte den Anwesenden Mut, die Bergleute der Veredlung hätten einen gesicherten Anspruch. Zwar sei von vielen Richtern in der Vergangenheit behauptet worden, dass die Betroffenen diesen Anspruch nicht erarbeitet, sondern geschenkt bekommen hätten, „aber das ist eine unsägliche Behauptung“. Was die Bergleute erarbeitet hätten, sei verfassungsrechtlich geschützt. Er hoffe und sei „frohen Mutes, dass wir Richter finden, die dem auch Glauben schenken“, erklärte er.

Köpping rechnet ebenfalls mit guten Chancen, „die Wahlen stehen vor der Tür, der Zeitpunkt für Ihr Anliegen könnte nicht besser sein“. Sie selbst wolle mit diesem Thema nach Berlin gehen und möglichst viele Mitstreiter finden. Ein Versprechen auf Erfolg aber könne sie nicht abgeben, auch wenn sie wollte. Wolf sieht den Schlüssel der Lösung bei Nahles und im Arbeitsministerium. „Die SPD ist der einzige Anlaufhafen für uns“, machte Wolf deutlich. Von allen anderen Parteien sei das Anliegen regelrecht abgebügelt worden.

Von Julia Tonne

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