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Borna Berliner Luft beim Bornaer Orchesterball
Region Borna Berliner Luft beim Bornaer Orchesterball
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14:13 17.02.2013
Von Nikos Natsidis
Orchesterball in Borna. Quelle: Jakob Richter
Borna

Eingeladen hatte der Förderverein des Orchesters und mehr als 100 Gäste kamen. Der frühere Chefdirigent Markus Huber und die Musiker zündeten unter der Überschrift „Eine musikalische Weltreise" ein wahres Feuerwerk. Bis gegen Mitternacht herrschte Betrieb auf der Tanzfläche.

Markus Huber dürfte seit vorgestern Abend den inoffiziellen Titel „Beliebtester Ex-Chefdirigent des LSO" tragen. Der Mann, der bis 2008 in 282 Konzerten fünf Jahre lang am Pult des damals noch Westsächsischen Symphonieorchester genannten Ensembles stand und seither Generalmusikdirektor am Theater Pforzheim ist, sorgte mit unterhaltsamen Bemerkungen („Die Musiker sind nicht nur froh, dass ich weg bin, sondern auch, dass ich wieder da bin.") und bekannten wie beliebten Melodien für den gelungenen Auftakt des langen Abends. Zu hören waren die „Carmen-Suite" von Georges Bizet ebenso wie die heimliche amerikanische Nationalhymne „Stars and Stripes" oder der Triumphmarsch aus Verdis „Aida". Als Zugabe folgte die „Berliner Luft" aus der Paul-Lincke-Operette „Frau Luna". Huber dirigierte das Orchester mit erkennbarer Freude und Leichtigkeit und machte sein breites Spektrum deutlich. „Vor einer Woche habe ich noch Bruckners Neunte dirigiert", ansonsten ist er Stammgast bei Orchestern in den USA, etwa in New Orleans. Der Mann ist ein Jahr im Voraus ausgebucht, und bereits jetzt sei den Organisatoren des Orchesterballs geraten, sich die Dienste des Maestros für eine achten Ball zu sichern.

Borna. Ein Abend mit schöner Musik, feinen Speisen und guter Stimmung – das war der siebente Orchesterball des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) am Sonnabend im Stadtkulturhaus. Eingeladen hatte der Förderverein des Orchesters und mehr als 100 Gäste kamen. Der frühere Chefdirigent Markus Huber und die Musiker zündeten unter der Überschrift „Eine musikalische Weltreise" ein wahres Feuerwerk. Bis gegen Mitternacht herrschte Betrieb auf der Tanzfläche.

Durch die Veranstaltung führte Nora Lantez. Wem der Name spanisch vorkommt, er hat seinen Sinn: Nora Lantez ist Flamencotänzerin, die bereits auf vier Kontinenten aufgetreten ist. Die Künstlerin, die in Grünheide bei Berlin zu Hause ist, brachte den Saal mit ihren temperamentvollen Schrittfolgen in Wallung. Gelernt ist gelernt, Nora Lantez ist klassische Balletttänzerin, die sich bereits zu DDR-Zeiten fundiert mit dem spanischen Tanz beschäftigen konnte/durfte, Reisen auf die iberische Halbinsel inklusive. So kommt es, dass sie bei Auftritten in Spanien gar nicht als Ausländerin wahrgenommen wird. Unter den Ballbesuchern sorgte sie am späten Abend auf ihre Art für Bewegung, als sie zum Mitmach-Flamenco mit mit kräftigem Klatschen und noch kräftigeren Tritten aufs Parkett aufforderte und ihr nahezu alle Besucher folgten – Olé.

Zu den Traditionen des Orchesterballs gehört die Übergabe einer Spende. Wurde damit in früheren Jahren neues Gestühl für die Musiker oder auch die Reparatur der Harfe unterstützt, so kommt der Spendenscheck, den der frühere Bornaer Oberbürgermeister Bernhard Schubert (SPD) in seiner Funktion als Chef des Fördervereins übergab, den Musikern für ihre zunehmende Reisetätigkeit bundesweit wie international zugute. Die 2500 Euro, der Überschuss, den die Ball-Organisatoren mit der Veranstaltung anno 2013 erwirtschaftet haben, dient dem Kauf von Behältnissen für den Transport der Instrumente.

Zweifellos der Star des Abends war Alfred Geier. Ein Name, den Sie sich merken sollten. Es war schier unglaublich, was der 14-jährige Teichgymnasiast mit Wohnort Frohburg bot – zuerst als Trommler mit dem LSO beim weltberühmten Czardas von Vittorio Monti und später am Xylophon zusammen mit seiner zwölfjährigen Schwester Josefine an der Bassgitarre. Der junge Mann, der täglich – nur! – eine Stunde übt und auch in mehreren Bands aktiv ist, ließ beim Glenn-Miller-Klassiker „In the Mood" und später bei Klängen aus dem Hause Abba die Schlägel über die Klaviatur wirbeln. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis Alfred Geier im Fernsehen zu erleben ist.

Er ist immer dabei. Auch zum siebten Orchesterball kam Gerhard Schreckenbach, der langjährige Chefarzt des einstigen Bornaer Krankenhauses. Ein Mann, der älter ist als Helmut Schmidt, aber besser zu Fuß als der Altkanzler. An seinem Tisch saßen ehemalige Kollegen wie Walter Fischer . Der Gynäkologe gehört wie Schreckenbach zu den Medizinern, die das Krankenhaus in der Rudolf-Virchow-Straße aufgebaut haben.

Gelernt ist gelernt. Und so fegten Katharina Landgraf und Ehemann Gerhard gekonnt zu den Klängen der Konrad-Kater-Kapelle übers Tanzparkett. Kein Wunder, die CDU-Bundestagsabgeordnete und ihr Mann kennen sich bereits seit 1970, als sie gemeinsam die damalige Erweiterte Oberschule (EOS) „Wilhelm Pieck", das heutige Teichgymnasium, besuchten und in der zehnten Klasse gemeinsam Tanzstunde hatten. Mittlerweile sind Landgrafs seit 37 Jahren verheiratet.

Zu den Ballbesuchern gehörten auch die frühere Bornaer Landrätin und jetzige SPD-Landtagsabgeordnete Petra Köpping, in Begleitung von Hans Richnow, der langjährige Bornaer Bauamtsleiter Klaus Gerlitz, Schallplatten- und Schellackplattensammler Karl-Heinz Miers, und der Chef der bisherigen VR-Bank-Leipziger Land, Andreas Woda mit Gattin Kathrin („mit th wie Brathering."). Der Banker blieb diesmal privat. In früheren Jahren hatte er bei Orchesterbällen bisweilen seine außerordentlichen Entertainerqualitäten als Moderator amüsanter Quizrunden gezeigt.

Auch wenn es nur die wenigsten zugeben würden: Wohl mit das Wichtigste bei einer Veranstaltung wie dem Orchesterball sind Speise und Trank. Sollten Sie, liebe Leser, noch nicht gefrühstückt haben, überspringen Sie diesen Absatz bitte. Denn was das Team um die Drei-Rosen-Betreiber Thomas und Karsten Lungwitz an Köstlichkeiten als Buffet präsentierten, war wie schon das Konzert zuvor eine echte Weltreise. Für Gaumenfreuden sorgten Coq au Vin – Hähnchenstücke in Rotwein mit Edelgemüse ebenso wie Putenröllchen Cordon Bleu mit Savoyerschinken und Käse, beides aus der französischen Küche, ebenso wie Bruschetta (italienisch), spanischer Seranoschinken oder, auch bei uns wird bekanntlich nicht schlecht gekocht, feine Schweinslendchen-Tranchen mit herzhaftem Fleischmett gefüllt und in Primaland-Schinkenspeck gewickelt...

Von nichts kommt nichts. Das gilt erst recht für ein gesellschaftliches Großereignis wie den Orchesterball. Das Team dahinter, zu dem Buch-und-Kunst-Inhaberin Kristina Kügler und Kulturmanagerin Gabriele Schitke gehören, hatte bereits im Oktober mit den Vorbereitungen begonnen – und durfte sich über einen gelungenen Abend freuen.

Freuen durfte sich auch Gerhard Artelt kurz nach Mitternacht. Die Tanzmusiker intonierten für ihn „Happy Birthday", und der Unternehmer und FDP-Stadtrat bekam von allen Seiten Glückwünsche zum 62. Von seiner Mitstreiterin, der bekannten Ärztin Antje Ritter,bekam der Mann mit der Mühle in Wyhra ein Mühlenmodell.

Nikos Natsidis

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