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Borna Bessere Aussichten für Lekkerland-Ansieldung
Region Borna Bessere Aussichten für Lekkerland-Ansieldung
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14:13 19.05.2015
Noch deutet nicht viel darauf hin, dass auf dem Gewerbegebiet Borna-Ost binnen Jahresfrist eins von 15 deutschen Auslieferungslagern des Logistikunternehmens Lekkerland (kleines Bild) gebaut wird. Die Entscheidung darüber fällt der Stadtrat heute Abend auf einer Sondersitzung im Goldenen Stern. Fotos: Thomas Kube/Peter Obenaus Quelle: Thomas Kube

Oder aber, so die Befürworter, die Investition lohnt sich - nicht nur, weil es die Sache wert ist, sondern weil die Stadt in Form von Arbeitsplätzen, Gewerbesteuer und weiteren Ansiedlungen davon profitiert.

Das sagen die Befürworter im Stadtrat: Oliver Urban, Vorsitzender der Fraktion von SPD und FDP, geht davon aus, "dass wird durch die Lekkerland-Ansiedlung in der Summe 400, 500 Arbeitsplätze bekommen". Am Anfang seien es, sowie es Lekkerland angekündigt hat, 130. Lekkerland belege ein Viertel der Fläche des Gewerbegebiets an der A72. Urban, dessen Fraktion wohl mehrheitlich für den Grundstücksverkauf stimmen dürfte. "Das ist eine Investition in die Zukunft." Dass die Zahlen, die Stadtverwaltung auf den Tisch gelegt hat, permanent von den Kritikern bezweifelt werden, verursacht ihm Stirnrunzeln. "Die sind von denen ausgerechnet worden, die für den Freistaat Sachsen rechnen." Klar sei aber, so Urban weiter, dass ein bis zwei Millionen Euro Kosten an der Stadt hängen bleiben.

Gunther Sachse, Linken-Fraktionschef, fordert, es müsse endlich Vernunft einkehren. "Sicher riskieren wir etwas." Es bestehe aber die Aussicht auf Gewerbesteuern und Arbeitsplätze. Wenn das Projekt auch von Landrat Gerhard Gey (CDU) unterstützt werde, müsse jedem klar sein, "dass es sich bei Lekkerland um eine große Chance für Borna handelt." Sachse, dessen Fraktion mit Sicherheit für den Grundstücksverkauf stimmen wird: Borna habe unter anderen Bürgermeistern schlechte Zeiten durchgemacht. "Ich kann das Gejammere nicht mehr hören." Wenn der Stadtrat heute in Sachen Lekkerland-Ansiedlung wieder mit Nein stimme, "dann können wir uns von dem Gedanken verabschieden, dass sich in Borna noch jemand ansiedeln wird".

Das sagen die Kritiker, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie prinzipiell ebenfalls für ein Lekkerland-Lager in Borna sind:

Roland Wübbeke, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, knüpft die Zustimmung seiner Fraktion daran, dass sich noch etwas bewegt. Konkret gemeint ist damit eine neue Lösung für das Entwässerungsproblem auf der Lekkerland-Fläche, das als ein Kostentreiber gilt. Im Nachtragshaushalt stehe, dass es die Option gebe, dass der Zweckverband Wasser Abwasser Bornaer Land (ZBL) die Kosten übernehme. Mittlerweile deute sich an, dass das auch tatsächlich der Fall sei, "und wenn das auch noch vertraglich abgesichert wird, wäre das ein Riesenunterschied". Die Entscheidung, ob die CDU dem Grundstücksverkauf heute zustimmt, sollte auf einer Beratung gestern Abend gefällt werden.

Bernd Schröter, Chef der Fraktion von "Bürgern für Borna" (BfB) und Freien Wählern Borna (FWB), hat noch einmal nachgefragt. Wenn Lekkerland tatsächlich jährlich bis zu 230 000 Euro Gewerbesteuer zahle, der ZBL die Kosten für die Oberflächenentwässerung auf dem Gewerbegebiet übernehme, dann stelle sich die Restsumme von zwei Millionen Euro, für die die Stadt dann noch aufkomme müsse, anders da. Dann, so Schröter, lohne sich der Verkauf des Grundstücks für ein Lekkerland-Lager selbst dann, wenn das restliche Gewerbegebiet noch auf Jahre frei bleibe.

Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) verweist darauf, "dass es um die Stadt geht". Lekkerland mache "seit Jahren kein Minus". Es dürfe nicht sein, dass eine Entscheidung über die Zukunft der Stadt aus der Perspektive des Oberbürgermeisterwahlkampf im nächsten Jahr betrachtet werde. "Das ist doch keine Ansiedlung mit zuliebe." Lekkerland schaffe Arbeits- und Ausbildungsplätze und zahle Gewerbesteuer. Werde die Ansiedlung des Unternehmens, auf die auch die Mitarbeiter des Edeka-Lagers in der Stauffenbergstraße große Hoffnungen setzten, verhindert, werde sich in den nächsten Jahren niemand in Borna ansiedeln. Das sie dann auch der Zeitpunkt, an dem sich die Frage der Finanzierung freiwilliger Leistungen, gar nicht mehr so stelle - "weil so etwas dann gar nicht mehr gebraucht wird".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2014
Nikos Natsidis

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